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Stimmungsindikatoren auf Rekordjagd

In den letzten beiden Jahrzehnten waren die konjunkturellen Stimmungsindikatoren selten besser. Der Aufschwung wird von allen Regionen der Weltwirtschaft getragen. Vom aktuellen Niveau aus sind positive Konjunkturüberraschungen kaum mehr möglich.

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Karsten Junius, Chefökonom bei der Bank J. Safra Sarasin: "Strukturbrüche und eine geringeres Potenzialwachstum dazu führen, dass sich die Stimmungsindikatoren nicht in ähnlich hohe Wachstumsraten wie vor der Finanzkrise übersetzen lassen."
© Bank J. Safra Sarasin

Seit Jahresbeginn liegt der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in der Eurozone konsistent über 55 Punkten und damit deutlich über der Expansionsschwelle von 50 und den Durchschnitten der vergangenen beiden Jahre von jeweils gut 52 Punkten. Zuletzt stieg er auf 58,5 Punkte, dem höchsten Stand seit Februar 2011 und einem Wert, der in den letzten 20 Jahren in nur sechs Monaten übertroffen wurde. Der für Deutschland erhobene Index erreichte sogar 60,6 Punkte – den siebthöchsten Wert im gleichen Zeitraum. In anderen Ländern sieht es ähnlich aus. Vor seiner kleinen Korrektur im Oktober verbuchte der entsprechende Index in den USA ebenfalls einen Wert von über 60 Punkten, was in diesem Jahrhundert bisher lediglich im ersten Halbjahr 2014 zu beobachten war.

Die guten Stimmungsindikatoren haben viele Beobachter überrascht

Wie sind sie zu erklären? Steigt das Potenzialwachstum der Weltwirtschaft wieder? Karsten Junius, Chefökonom, Bank J. Safra Sarasin, mient dazu: "Wohl kaum. Die Stimmung ist unserer Einschätzung so gut, da sich der Konjunkturaufschwung in allen wichtigen Währungsregionen synchron entfaltet und daher verstärkt. In den vergangenen Jahren hatten regionale Probleme die globale Dynamik zurückgehalten – dies war teils die Schuldenkrise in der Eurozone, eine Schwächephase in China oder die Belastung einiger Schwellenländer als die Rohstoffpreise so dramatisch eingebrochen waren. Ähnlich dem Fahrradfahrer, dessen Fahrpotential sich nicht verändert, wenn sich Gegen- zu Rückenwind dreht, bleibt auch das Potentialwachstum der Weltwirtschaft davon unberührt." 

Strukturbrüche bedingen trotz Stimmungshochs heute geringere Wachstumsraten 

In einer separaten Studie finden Junius und sein Team sogar, dass Strukturbrüche dazu führen, dass die derzeitigen Stimmungsindikatoren nicht mehr zu den gleichen Wachstumsraten wie in Konjunkturzyklen vor der Finanzkrise führen sollten. Auch sind von den aktuellen Niveaus positive Überraschungen extrem unwahrscheinlich geworden. Was bleiben sollte, ist allerdings eine sehr solide Expansion der Weltwirtschaft und der Unternehmensgewinne in den nächsten Quartalen. Dies sei Grund genug für einen optimistischen Blick auf das nächste Jahr, so der Ökonom. (kb)

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