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Steven Major könnte mit Ein-Prozent-Rendite-Prognose richtig liegen

Steven Major ist seit langem als Bulle am Rentenmarkt bekannt. Diesem Ruf macht er derzeit alle Ehre. Denn seine Ein-Prozent-Rendite-Prognose für zehnjährige US-Treasuries wird immer wahrscheinlicher.

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Seit Monaten ist der Veteran der HSBC Holdings ein einsamer Rufer in der Wüste mit seiner Prognose einer Ein-Prozent-Rendite für US Treasuries bis Jahresende, mit der sich der Markt erst langsam anzufreunden beginnt. Nur wenige sind so bullish – die Median-Prognose von Majors Kollegen liegt bei 1,8 Prozent und es gibt mehr als ein Dutzend, die zwei Prozent oder mehr sehen. Darüber berichtet Bloomberg.

“Wir prognostizieren nicht 1 Prozent, nur um Aufmerksamkeit zu erregen”, sagt der 57-jährige Major in Hongkong in einem Telefoninterview. “Wir fragen uns, woher die Zwei-Prozent-Prognosen kommen - zu unseren Modellen passen sie nicht.”

Erneute Pandemie sorgt für niedrigere Renditen
Der weitere Verlauf der US-Renditen ist von zentraler Bedeutung für eine Frage, die derzeit die Märkte beschäftigt: nämlich ob die Anzeichen einer sich beschleunigenden Inflation vorübergehend oder dauerhaft sind und wie die Zentralbanken während der Konjunkturerholung nach Covid auf den Preisdruck reagieren werden. Major meint, die positivsten Zeichen einer Erholung könnten bereits hinter uns liegen, da das Wiederaufleben von Coronavirus-Infektionen die Aussichten trübt.

“Ich halte es für wahrscheinlich, dass man den Verlust der Dynamik in der Erholung und in den Daten sehen wird”, so Major. “Die Stimmungsindikatoren könnten ihren Höhepunkt überschritten haben. Es gibt sehr viele Nachrichten zu Covid und wie es sich auf das Wachstum auswirken könnte. Das ist derzeit das Narrativ.”

Wachstumsängste sorgen für niedrigere US-Treasuries-Renditen

Renditen im Sinkflug
Konjunkturängste sind in dieser Woche greifbar und Anleihe-Renditen im Sinkflug, während die erneute Ausbreitung des Virus rosige Wirtschaftsprognosen in Frage stellt. Die Benchmark-Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen notierte am Dienstag bei 1,14 Prozent und weitete damit ihren Rückgang gegenüber dem 14-Monats-Hoch vom März auf 63 Basispunkte aus. Und plötzlich sehen 1,0 Prozent nicht unerreichbar aus und die Prognose gewinnt neue Anhänger.

Majors Hauptargument ist, dass die Notenbanken wegen der massiv gestiegenen Staatsschulden die Zinsen nicht in die Höhe treiben können. Hinzu kommen andere, strukturelle Faktoren wie Demografie und Technologie, die er für deflationär hält.

Prognose abseits des Mainstreams
Die Marktbewegungen dieser Woche bestätigen Major, der Anfang des Jahres drauf und dran war “klein beizugeben”, als die Renditen von Staatsanleihen in die Höhe schossen. Doch auch seine aktualisierte Prognose blieb die niedrigste im Markt, und im März blieb er trotz weiter steigender Renditen dabei.

Mit 35 Jahren Erfahrung im Rentenmarkt sagt Major, es sei wichtiger, den Kunden den richtigen Rahmen für ihre Arbeit zu geben, als mit seinen Vorhersagen genau zu treffen. Der Ansatz hat ihm in zwei Jahrzehnten bei HSBC geholfen, auf die richtigen Trends zu setzen. Im Jahr 2012 prognostizierte er korrekt, dass die Rendite zweijähriger spanischer Anleihen nach Mario Draghis “Whatever it takes”-Rede von sechs auf zwei Prozent fallen würde. (aa)


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