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Steile Renditestrukturkurven als Ertragsquelle bei deutschen Bünden

Diese unter Profis bekannte Strategie, die insbesondere bei steilen Renditestrukturkurven als zusätzliche Renditequelle gerne angenommen wird, könnte auch bei den über fast das ganze Laufzeitenspektrum negativ rentierenden deutschen Bundesanleihen eine interessante Renditequelle darstellen.

Johannes Müller
Johannes Müller, Head of Macro Research bei der DWS
© CFA Society Germany

Die Rendite von deutschen Bundesanleihen ist mittlerweile tief im negativen Bereich angekommen. Ein Investor muss sein Geld mittlerweile für Dekaden anlegen, um sich noch eine positive Rendite über die gesamte Laufzeit sichern zu können. Was den Finanzminister erfreut, ist für Investoren deprimierend. Doch ganz so trübe muss es nicht aussehen: Es gibt auch in Zeiten von Zinsen unter null noch Strategien, um dem negativen Vorzeichen ein Schnippchen zu schlagen.

Medizin gegen Negativzinsen: der Roll-Down-Effekt 
In folgenden Chart zeigen die Experten der DWS, welche Wertentwicklung man erwarten kann, wenn man eine Bundesanleihe kauft und diese nicht bis zur Endfälligkeit, sondern nur genau ein Jahr lang hält. So wird in 12 Monaten aus einer zehnjährigen Anleihe, die aktuell bei -0,4 Prozent rentiert, eine Anleihe mit neun Jahren Restlaufzeit. Letztere handeln bei -0,49 Prozent, weshalb man beim Verkauf einen Kursgewinn erzielen kann, der die negative Rendite überkompensieren würde.

Wie man auch mit deutschen Bünden positive Renditen erzielen könnte
Bei unveränderter Renditestrukturkurve würde man bei Langläufern vom Roll-Down-Effekt profitieren können, und das trotz negativer Renditen über das gesamte Laufzeitenspektrum - mit Ausnahme der Dreißigjährigen, die sich noch knapp über der Nulllinie behaupten.

Annahmen
Diese Berechnung ist natürlich in hohem Maße davon abhängig, wohin sich die Renditen in einem Jahr bewegen. Für die Betrachtung hat die DWS unterstellt, dass sich die gesamte Renditekurve für 12 Monate nicht vom Fleck bewegt. Diese Hypothese ist zwar unrealistisch, man kann jedoch unterstellen, dass die Renditen sowohl steigen als auch fallen können, womit das Ergebnis der Berechnung schlechter, oder aber eben auch besser ausfallen könnte.

Funktioniert diese theoretische Betrachtung auch in der Praxis?
Hier lohnt sich ein Blick nach Japan. Dort fielen die Renditen für zehnjährige Staatsanleihen im Februar 2016 in den negativen Bereich. Im Durchschnitt handelten Anleihen mit zehn Jahren Restlaufzeit seither bei einer mageren Rendite von gerade einmal 0,011 Prozent. Gemäß ICE Data Services weisen Indizes, die sieben- bis zehnjährige japanische Staatsanleihen abbilden, eine durchschnittliche jährliche Wertentwicklung von 0,46 Prozent seit Februar 2016 aus.

Wer die Zeche zahlt
Man sehe also, dass Strategien, welche die Steilheit der Renditestrukturkurve ausnutzten, auch in der Praxis funktioniert hätten, betont Johannes Müller, Head of Macro Research bei der DWS. Stellt sich abschließend noch die Frage, wer die Zeche dafür zahlt? Auch hier hat der Chart die Antwort parat: Wer kurzlaufende Anleihen hält, müssen zusätzlich zur negativen Rendite auch noch Kursverluste hinnehmen. (kb)

 

 

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