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Steigende Renditen und steilere Zinskurven: Hedgefonds verkaufen

Angesichts eines sich eintrübenden Umfelds für nahezu alle Risikoanlagen würden Investoren gerne in ehemals sichere Häfen wie Staatsanleihen flüchten. Aber auch dort gibt es angesichts fallender Notierungen keinen Schutz. Das liegt unter anderem an Hedgefonds, die Positionen abbauen.

Axel Botte, Ostrum Asset Management
Axel Botte, Ostrum Asset Management
© Ostrum AM

Die Volatilität an den Anleihemärkten ist nach wie vor beträchtlich. Die Renditen ändern sich innerhalb eines Tages häufig um mehr als zehn Basispunkte. Der Renditetrend ist nach wie vor stark asymmetrisch nach oben gerichtet und spiegelt die „hawkishen“ Kommentare der Zentralbanker im Vorfeld der FOMC-Sitzung wider, rekapituliert Axel Botte, Marktstratege beim französischen Investmenthaus Ostrum Asset Management, in einer aktuellen Analyse.

Die Wende der Zentralbanken kehrt Botte zufolge eindeutig das Mantra vom Streben nach Rendite um, das zuvor die Risikoprämien gedrückt hatte. So hebt sich allmählich das Zinsniveau, wobei die realen Anleiherenditen deutlich überschießen. Die Breakeven-Inflationsraten sind infolgedessen gesunken.

Hedgefonds sorgen für steilere Zinskurve
Eine Versteilerung der Renditekurve zeichnet sich ebenfalls ab, da die Märkte beginnen, die quantitative Straffung einzupreisen. Der Spread zwischen den zwei und zehnjährigen Anleihen stieg jüngst um 13 Bp auf 34 Bp. Die Beschleunigung des Anstiegs der T-Note-Renditen ist Botte zufolge auf den neuen Verkaufsdruck von Hedgefonds zurückzuführen, die ihre Short-Positionen in Terminkontrakten Ende April abgebaut hatten (die Eindeckung von Short-Positionen wird auf rund 200 000 Kontrakte geschätzt).


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Rentenmarkt stellt die EZB auf die Probe
Die Renditen von Bundesanleihen haben ebenfalls überreagiert und nähern sich nun 1,15 Prozent. Der Anleihemarkt testet eindeutig die Schmerzgrenze der EZB. Die Zentralbanker deuten eine Zinserhöhung im Juli an, aber der Druck der Märkte könnte die EZB bereits im Juni zu einer Zinserhöhung zwingen. Auch die Spreads der Staatsanleihen stehen unter Druck, erläutert Botte.

"Christine Lagarde betont regelmäßig, wie wichtig es sei, die ordnungsgemäße Übertragung der Geldpolitik zu gewährleisten, was der Markt als das Versprechen von Interventionen am offenen Markt interpretiert, um einen unangemessenen asymmetrischen Anstieg der Kreditkosten innerhalb des Euroraums zu vermeiden. Ein solches politisches Instrument gab es bereits mit dem SMP im Jahr 2011, als Italien nach zwei Zinserhöhungen der EZB praktisch keinen Zugang mehr zum Markt für Staatsanleihen hatte. In diesem Zusammenhang stiegen die italienischen zehnjährigen BTPs auf 200 Basispunkte an. Im Vergleich zu iberischen Schuldtiteln reagierten italienische Anleihen übermäßig auf die Nervosität der Märkte", erklärt Botte abschließend. (aa)

 

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