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Steht der wirtschaftliche Kollaps Chinas unmittelbar bevor?

China steht kurz vor dem wirtschaftlichen Zusammenbruch – so zumindest lautet der Eindruck, den manche Analysten seit Jahren vermitteln. In den vergangenen Monaten ist diese Einschätzung durch den Handelsstreit zwischen China und den USA noch verstärkt worden. Ist dies aber auch realistisch?

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Andy Rothman, Investmentstratege des Asien-Spezialisten Matthews Asia
© Matthews Asia

Dieser Eindruck täuscht: „Die makro-ökonomischen Daten des letzten Quartals 2018 sind nicht stark gefallen. Tatsächlich haben sich die Wachstumsraten beim Privatkonsum und bei den privaten Investitionen beschleunigt“, sagt Andy Rothman. Der Investmentstratege des Asien-Spezialisten Matthews Asia zählt die Gründe auf, warum sich Chinas riesige Volkswirtschaft zwar verlangsamt hat, aber nach wie vor intakt ist.

China bleibt auf absehbare Zeit die „weltbeste Konsum-Story“
Das Pro-Kopf-Einkommen stieg im vierten Quartal 2018 um 6,2 Prozent (Q4-2017: 6,9 Prozent), die Umsätze im Einzelhandel (ohne Autoverkäufe) um 7,7Prozent (Q4-2017: 8,6 Prozent), der Binnenkonsum wuchs um 8,0 Prozent (Q4-2017: 6,1 Prozent). Binnenkonsum und Dienstleistungen machen seit Jahren den Löwenanteil am Bruttosozialprodukt (BSP) aus – 2018 waren das 76,2 Prozent des BSP-Wachstums Chinas (2017: 57,6 Prozent).

Industrieproduktion und Immobilienmarkt sind gesund
Die verarbeitende Industrie Chinas legte im letzten Quartal 2018 um 5,7 Prozent zu (Q4-2107: 6,2 Prozent); der Rückgang ist vor allem auf einen Einbruch bei Produktion und Verkauf von Autos zurückzuführen. Der Immobiliensektor wuchs um 8,1 Prozent (Q4-2017: 0,1 Prozent). In diesem Jahr werden die Chinesen vermutlich zwölf Millionen neue Häuser und Wohnungen kaufen und dafür mindestens 30 Prozent bar auf den Tisch legen.

Das Wirtschaftswachstum hat sich nur leicht abgeschwächt
Die Stimmung ist aber schlechter als die Lage: Neben dem Handelsstreit mit den USA verunsicherten die einheimischen Investoren vor allem inländische Themen – der Umbau des Finanzsystems (weg von den Schattenbanken, hin zu regulierter Kreditvergabe), plötzliche regulatorische Veränderungen (etwa im Umweltschutz und bei Sozialversicherungsabgaben) sowie die Rhetorik der Regierung pro Staats- und contra Privatunternehmen.

Markt relativ niedrig bewertet
„In diesem Jahr erwarte ich eine Lösung des Handelsstreits mit den USA, maßvolle politische Verbesserungen und mehr Unterstützung für Chinas Entrepreneure“, sagt der Matthews-Asia-Experte. Alle diese Faktoren, zusammen mit relativ niedrigen Bewertungen am lokalen Aktienmarkt Chinas (A shares), sollten die Stimmung im zweiten Halbjahr spürbar verbessern. (kb)

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