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Daniel Stelter: Nur eine Frage der Zeit, bis die Fed auch Aktien kauft

Politik und Notenbanken konnten durch radikale Maßnahmen eine Weltwirtschaftskrise bislang hinauszögern. Doch die Hilfspakete retten laut Starökonom Daniel Stelter vor allem Risikoinvestoren, anstatt der Realwirtschaft.

Daniel Stelter, Gründer des auf makroökonomische Analysen spezialisierten Forums
Daniel Stelter, Gründer des auf makroökonomische Analysen spezialisierten Forums "Beyond the Obvious"
© Daniel Weisser / FONDS professionell

Der Ökonom Daniel Stelter äußert gegenüber der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) Kritik an den Interventionen der Zentralbanken und Staaten während der Corona-Krise. "Gekauft wird mittlerweile alles bis hin zu Junk Bonds, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Fed auch Aktien kauft. Diese Politik rettet erneut Spekulanten und Investoren wie Private Equity und Hedgefonds, die mit hohem Fremdkapitaleinsatz agieren", sagt Stelter. Das sei nicht nur moralisch fragwürdig – der Ökonom geht davon aus, dass auch der Effekt auf die Realwirtschaft gering ausfällt.
 
Selbst wenn die Notenbanken die Maßnahmen noch einmal verschärfen, würde dies allenfalls Zeit kaufen, nicht aber das eigentliche Problem lösen. "Wir sehen, wie groß die Interventionen der Notenbanken sein müssen, um überhaupt noch zu wirken", sagt Stelter. "Und es wird nicht bei den bisherigen Maßnahmen bleiben. Die Notenbanken werden die Staatsausgaben direkt finanzieren und die letzte Phase dieses Spiels einläuten. Den Kahn flott bekommen werden sie damit nicht."
 
Schadensbegrenzung im Portfolio
Auf Anleger und Sparer kommen mit Aussicht auf die Rezession schwere Zeiten zu. Echte Ausweichmöglichkeiten gibt es keine. Daniel Stelter rät Anlegern dennoch, im Portfolio verstärkt auf Diversifikation zu achten. "Vor allem eine globale Streuung kann den Schaden begrenzen. Verhindern kann man ihn nicht", sagt Stelter gegenüber der NZZ. Aktien und Anleihen würden in Zukunft real gerechnet enttäuschen und Erträge aus Immobilieneigentum Sondersteuern und Mietendeckeln zum Opfer fallen. "Gold mag erneut zur Wertaufbewahrung dienen, doch auch hier besteht die Gefahr von Beschränkungen des Staates", sagt Stelter. (fp)

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