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StarCapitals Peter E. Huber kritisiert Regierung und empfiehlt Gazprom

Der StarCapital-Mastermind geht mit der überbordenden Regulierung in Deutschland hart ins Gericht, plädiert für eine Rückbesinnung auf die "Soziale Marktwirtschaft" und erklärt, warum Aktien in zehn Jahren wahrscheinlich wesentlich höher notieren werden als heute.

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Peter E. Huber, Vorstand und Lead Portfoliomanager von StarCapital, hofft auf den Erhalt des deutschen Industriestandorts.

 
© José Poblete / FONDS professionell

Peter E. Huber, Gründer von StarCapital sowie dessen Vorstand und Lead Portfoliomanager, übt in seinem Monatskommentar mit dem bezeichnenden Titel "Lust am Untergang" einerseits harte Kritik an der schlechten Wirtschaftspolitik Deutschlands und brichte eine Lanze für langfristige Aktien-Engagements, möglichst abseits des Mainstreams.

Für Huber schade eine unverhältnismäßige Regulierung der Wirtschaft. "Das ist bekannt, hindert Deutschlands politische Führungsriege aber nicht daran, eine Branche nach der anderen in den Untergang zu treiben", warnt der Oberurseler Vermögensverwalter seinem monatlichen Marktausblick. Huber, der erst vor wenigen Wochen anlässlich der diesjährigen Golden Sauren Awards für sein Lebenswerk als "Fondspersönlichkeit des Jahres 2018" ausgezeichnet wurde, plädiert für eine Rückbesinnung auf die soziale Marktwirtschaft, um den Industriestandort Deutschland zu retten.

Regierung killt nach der Atom- nun auch die Autoindustrie
Nachdem zwei Schlüsselbranchen bereits der Energiewende bzw. Bankenregulierung zum Opfer gefallen und ehemalige Branchenschwergewichte wie RWE und die Deutsche Bank inzwischen nur noch ein Schatten ihrer selbst sind, sei laut Huber nun die Automobilindustrie dran. "Mit dem politischen Kreuzzug gegen den Diesel werden hunderttausende Arbeitsplätze gefährdet, ohne dass man weiß, ob dies unter Umweltgesichtspunkten überhaupt etwas bringt", schreibt Huber.

Kurskorrekturen erlauben günstigen Einstieg
Was bedeutet all das für die Märkte? Zum Glück haben laut Huber politische Börsen aller Erfahrung nach kurze Beine. Und auch wenn der globale Konjunkturaufschwung inzwischen weit fortgeschritten sei und die Märkte durch die restriktivere Geldpolitik in den USA, den US-chinesischen Handelskrieg und die Sorgen über die Zukunft der EU belastet werden, stehen die kurzfristigen Risiken eines Rückschlags nach Ansicht von StarCapital in keinem Verhältnis zu den Chancen, die die Aktienmärkte auf längere Sicht bieten.

Die Party an den US-Aktienmärkten könnte bald vorbei sein
An den Aktienmärkten ist derzeit kein klarer Trend erkennbar. Während die ohnehin schon hoch bewerteten US-Aktien von einem historischen Hoch zum nächsten eilen, dümpeln die europäischen Indices unterhalb ihrer 200-Tage-Linien hin und her. "Was man aber mit Sicherheit sagen kann ist, dass wir uns in der Spätphase eines weltweiten Konjunkturaufschwungs befinden", erklärt Huber.

Dies wird an Frühindikatoren wie dem „European Commission Economic Sentiment“ deutlich. Das ist für die Börsen normalerweise eine gefährliche Phase. So signalisierten bereits die Hochpunkte in den Jahren 1989, 2000, 2007 und 2011 jeweils den Beginn eines stärkeren Abschwungs.

Gegenwind für Aktien wird stärker
Auch sonst gäbe es derzeit genügend Belastungsfaktoren für die Börsen. Die amerikanische Notenbank wird zunehmend restriktiver. Sie hat die Zinsen bereits mehrfach angehoben und entzieht dem Markt Liquidität durch den Verkauf von US-Staatsanleihen. Der Handelskrieg zwischen den USA und China eskaliert und drückt auf das Investitionsklima.

Und die EU steht durch den Konflikt mit der italienischen Regierung und dem ungewissen Ausgang des Brexit vor einer neuen Belastungsprobe. "Die Schwäche der Bankaktien gibt ebenfalls zu denken. Normalerweise führen Finanztitel ja einen Börsenaufschwung an", merkt Huber an.

Trotzdem stehen die kurzfristigen Risiken eines Rückschlags von 20 oder 30 Prozent in keinem Verhältnis zu den Chancen, die die Aktienmärkte auf längere Sicht bieten. "So dürfte sich der DAX nach unseren Berechnungen in den nächsten zehn Jahren mehr als verdoppeln. Wir haben die Gründe dafür bereits mehrfach genannt. Für Bundesanleihen mit zehnjähriger
Laufzeit gibt es dagegen nur Magerrenditen von 0,4 Prozent pro Jahr. Jede Kursschwäche an den europäischen und asiatischen Märkten wollen wir daher konsequent zum weiteren Aufbau von Aktienpositionen nutzen", erklärt Huber.

Schnäppchen gibt es noch immer
Chancen entstehen auch durch die asynchrone Entwicklung vieler Aktien. Während Technologiewerte in diesem Jahr starke Kursgewinne verzeichnen, haben viele Titel aus anderen Sektoren bereits 20 bis 50 Prozent verloren und sind damit noch preiswerter geworden. "Auch gibt es immer wieder Sonderentwicklungen, die wir nutzen können. So hat der Preis für Erdgas seinen langjährigen Abwärtstrend beendet und ist nach oben ausgebrochen. Dies macht zum Beispiel die von uns gehaltene Gazprom-Aktie attraktiv, die mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis von drei lächerlich niedrig bewertet wird", erklärt Huber abschließend mit Verweis auf nachfolgenden Chart:


 

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