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StarCapital: Cross-Over gekauft, EMD in Lokalwährung reduziert

Welche Rentensegmente derzeit interessant bzw. uninteressant sind, erörtert Adam Choragwicki, Leiter Rentenfondsmanagement bei StarCapital. Darüber hinaus erklärt er, welchen Fallen Angel er kaufte und ob er das Portfolio auf eine zweite Corona-Welle ausrichtet.

Adam Choragwicki, StarCapital
Adam Choragwicki, StarCapital
© StarCapital

Interessante Gedanken äußert Adam Choragwicki, Leiter Rentenfondsmanagement bei StarCapital, in seinem aktuellen Kommentar. So teilen er und seine Kollegen nicht die zunehmend um sich greifende Sorge, dass eine mögliche zweite Viruswelle zu einem neuen Lockdown führen könnte. Denn einen Lockdown wie im März/April würde die Wirtschaft nicht ein weiteres Mal verkraften. Daher spielt dieses Szenario für die Positionierung eher eine untergeordnete Rolle.

Cross Over bietet höhere Renditen
Vielmehr geht Choragwicki weiterhin davon aus, dass sich die Risikoprämien bei Credit Anleihen ihrem Normalwert nähern. Investment Grade-Unternehmensanleihen haben sich bereits stark erholt – sowohl in den USA als auch in Europa. Die Anleihekaufprogramme der Zentralbanken haben dieses Segment gut unterstützt. Hingegen verfügen Hochzins- und Schwellenländeranleihen über weitere Aufholchancen. Hier befinden sich die Risikoprämien noch weit von ihrem Mittelwert entfernt. Um von diesem Potenzial profitieren zu können, haben wir in den vergangenen Wochen defensive High Yield-Anleihen aus dem Crossover-Ratingsegment zugekauft, deren Portfolio-Anteil nun deutlich höher ist als zu Beginn des Jahres.

Lokalwährungsanleihen verkauft
Hingegen hat StarCapital in vielen Portfolios Emerging Markets (EM) Lokalwährungsanleihen verkauft, weil man in diesem Segment aus Euro-Perspektive langfristig keinen Mehrwert sieht. Die Tendenz zur De-Globalisierung belastet den Investment Case für EM-Währungen nachhaltig. Hinzu komme, dass viele EM-Zentralbanken mittels QE-Programmen versuchen ihre Nominalzinsen auf neue Tiefs zu drücken. Durch den sinkenden Zinsvorteil nimmt die Attraktivität dieses Rentensegments für einen internationalen Investor stark ab.

Konjunkturprogramme in den Schwellenländern kontraproduktiv
Obwohl die Risikoprämien für EM-Hartwährungsanleihen auf Gesamtmarktebene sehr hoch erscheinen, hat StarCapital ausgewählte Emittenten in die Erholung hinein abgebaut. Bei Schwellenländern sieht Choragwicki neben den wirtschaftlichen Herausforderungen auch verstärkt innenpolitische Unsicherheiten aufkommen. Das könnte die Kapitalflucht aus einigen Ländern verstärken und die Währungen langfristig belasten.

Auch Konjunkturprogramme in den Schwellenländern können sich kontraproduktiv auswirken. Wenn etwa die türkische Regierung über eine wirtschaftspolitische Maßnahme den Binnenkonsum ankurbelt, führt das dazu, dass der Konsument auch ausländische Produkte kauft. Zum Beispiel: der Kauf eines VWs bedeutet für einen türkischen Haushalt letztendlich den Tausch der türkischen Lira in Euro. Wenn gleichzeitig jedoch die Nachfrage nach türkischen Produkten oder Service einbricht, führt dies zum Überangebot und somit einer Abwertung der türkischen Lira. "Opportunitäten in den Emerging Markets sehen wir vor diesem Hintergrund derzeit nur im Bereich der Hartwährungsanleihen", erklärt Choragwicki.

Interessanter "Gefallener Engel"
In allen Segmenten könnte sich aus antizyklischer Sicht ein Blick auf corona-sensitive Werte lohnen, da diese sich noch nicht so stark erholt haben wie der Durchschnitt. Accor Hotels ist ein Beispiel für einen Emittenten, der zu einem „Fallen Angel“ geworden ist, jedoch über eine solide Liquidität, akzeptable Verschuldung und ein gutes Management verfügt. Dies bietet ein attraktives Erholungspotenzial, nennt Choragwicki abschließend einen interessanten Emittenten namentlich. (aa)
 


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