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Stabiler Schweizer Franken wird zum Liebkind der Spekulanten

Angesichts steigender Zinsen und höherer Yen-Volatilitäten setzen mehr und mehr Marktteilnehmer auf den Schweizer Franken zur Finanzierung von Carry Trades.

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Eckpunkte:

  • Schweizer Franken wird mit steigender Yen-Volatilität zur attraktiveren Carry-Trade-Währung
  • Das liegt vor allem am niedrigen Zinsniveau in der Schweiz

Carry-Trader setzen kurzfristig zunehmend auf den Schweizer Franken als Finanzierungswährung. Die Gefahr von Interventionen und höheren Zinsen schmälert dagegen die Attraktivität einer Kreditaufnahme in Yen. Darüber informiert Bloomberg.

Hedgefonds haben ihre Netto-Short-Position im Franken in der Woche bis zum 11. August auf nahezu den höchsten Stand seit zwei Monaten ausgebaut. Das zeigen die jüngsten Daten der Commodity Futures Trading Commission. Gleichzeitig reduzierten sie ihre Yen-Short-Positionen die zweite Woche in Folge, merkt Bloomberg an.

Interessantes Chancen-/Risikoverhältnis bei Franken-Finanzierungen
“Der Markt hat zuletzt Short-Positionen im Schweizer Franken aufgebaut, um Devisen-Carry-Trades zu finanzieren”, sagte Tobias Jungmann, Leiter des Devisenoptionsgeschäfts für Amerika bei Bank of America in New York. Das Verhältnis von Volatilität zu Carry bei mit Franken finanzierten Schwellenländer-Trades mache Optionen ebenfalls zu einer attraktiven Möglichkeit, ein Engagement aufzubauen und zugleich das Risiko zu begrenzen.

Die Attraktivität einer Kreditaufnahme in Franken wird durch Schweizer Zinsen nahe null und die Bereitschaft der Zentralbank gestützt, eine Aufwertung der Währung zu begrenzen. Dagegen werden Anleger bei Yen-finanzierten Trades zunehmend vorsichtig. Die Interventionen Tokios und Washingtons zur Stärkung von Nippons Währung Ende Juli haben deren Volatilität erhöht. Japans Regierung unterstützt eine kurzfristige Zinserhöhung durch die Zentralbank, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen in der vergangenen Woche sagten.

Die Attraktivität des Franken als Finanzierungswährung nimmt zu, da er die Grundlage für höhere Carry-Rendite schafft. Eine Strategie, bei der Anleger Kredite in Schweizer Franken aufnehmen und in den höher verzinsten mexikanischen Peso investieren, hat im vergangenen Monat laut Bloomberg-Daten fast 4,0 Prozent gewonnen. Ein vergleichbarer, mit Yen finanzierter Trade erzielte lediglich 1,3 Prozent.

Zur Erinnerung: Ein Carry-Trade ist eine Anlagestrategie, bei der ein Anleger Kredite in einer Währung mit relativ niedrigem Zinssatz aufnimmt und die Mittel in einer anderen Währung mit höherem Zinssatz investiert. Der Gewinn entsteht aus der Zinsdifferenz oder dem “Carry”.

“Es mag einige Yen-Carry-Trades geben, aber heutzutage sind die Menschen vorsichtiger - nach 2024, als umfangreiche Interventionen den Carry-Trade belasteten”, sagte Stephen Jefferies, Leiter für Währungen und Schwellenländer bei JPMorgan Chase & Co. in London. Zuletzt habe es eine gewisse Nachfrage nach alternativen Finanzierungswährungen wie dem Franken und dem Euro und sogar dem Taiwan-Dollar gegeben, sagte er. (aa)

Implizite Renditen im Vergleich

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