Staatsfonds UzNIF spricht mit Ankerinvestoren, plant IPO
Der nationale Investitionsfonds Usbekistans (UzNIF) führt Gespräche mit potenziellen Ankerinvestoren für den geplanten Börsengang in London, wie Informanten berichten. Damit rückt nach Kazakhstan die nächste zentralasiatische Republik stärker in den Fokus der Weltöffentlichkeit.

Eckpunkte:
- UzNIF öffnet sich westlichen Investoren
- Ein zu Franklin Templeton gehörendes Unternehmen könnte zu den Ankerinvestoren gehören
Der Nationale Investitionsfonds der Republik Usbekistan, bekannt als UzNIF, hat sich an potenzielle Ankerinvestoren, darunter BlackRock, gewandt, um deren Interesse an einer Beteiligung auszuloten, so die Bloomberg-Informanten, die aufgrund der Vertraulichkeit der Informationen anonym bleiben möchten. Ein Tochterunternehmen von Franklin Templeton, dessen Tochtergesellschaft auch den UzNIF verwaltet, wird voraussichtlich zu den Ankerinvestoren gehören, hieß es im Bloomberg-Bericht weiter.
Noch liegen nicht alle Details am Tisch, doch die Richtung scheint vorgegeben
Der UzNIF beabsichtigt, diese Woche offiziell einen Brief an die Aufsicht zuschreiben, dass man ein Listing in London anstrebe. Details des Angebots, einschließlich der Ankerinvestoren und des Zeitpunkts der Bekanntgabe, könnten sich noch ändern, hieß es. Der Börsengang von UzNIF wird der erste des Landes in London sein, wobei ein Teil des Angebots auch in Usbekistans Hauptstadt Taschkent verkauft werden soll. Er soll als Maßstab für die Fähigkeit des Landes dienen, durch verstärkte Privatisierung ausländisches Kapital anzuziehen.
Indirekte Investition in die usbekische Wirtschaft wird möglich
UzNIF hält Anteile zwischen 25 und 40 Prozent an dreizehn Unternehmen aus den Bereichen Energieversorgung, Energieerzeugung, Telekommunikation, Bankwesen und Transport mit einem Nettovermögen von 2,44 Milliarden US-Dollar. Der Börsengang bietet eine indirekte Investition in die usbekische Wirtschaft, die als eine der stärksten unter den Schwellenländern gilt. Usbekistan ist das bevölkerungsreichste Land Zentralasiens, wobei etwa die Hälfte der Bevölkerung unter 30 Jahre alt ist, was das Wachstum der Unternehmen im Portfolio des Fonds begünstigt.
Hohes Wirtschaftswachstum, junge Bevölkerung
„Insgesamt erscheint Usbekistans Finanzlage günstig“, sagte Dmitry Dolgin, Chefökonom für die Region bei der ING Bank. Investoren würden den Börsengang genau beobachten, um festzustellen, ob die Regierung ihren Politikwechsel ernst meine oder ob sie den Börsengang lediglich nutze, um Schulden abzubauen und ausländisches Kapital anzuziehen, so Dolgin. Usbekistans Bruttoinlandsprodukt wuchs im vergangenen Jahr um 7,7 Prozent, angetrieben von starkem Konsum und Investitionen, und soll in diesem Jahr um weitere 6,8 Prozent wachsen. Hohe globale Ölpreise im Zusammenhang mit dem Krieg im Nahen Osten könnten das Land laut IWF daran hindern, sein Inflationsziel von fünf Prozent zu erreichen. (kb)