Staatsanwaltschaft stellt Verfahren gegen Ex-DWS-CEO Wöhrman ein
Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main hat ihr Ermittlungsverfahren gegen den ehemaligen DWS-Group-Chef Asoka Wöhrmann wegen des Vorwurfs des Greenwashings beim Vermögensverwalter der Deutschen Bank eingestellt.

Die Ermittlungen seien am Dienstag mit Zustimmung des Gerichts eingestellt worden, teilte ein Sprecher der Behörde mit. Asoka Wöhrmann sei nicht vorbestraft und arbeite nicht mehr im Bereich Capital Markets, so dass das öffentliche Interesse, die Sache weiter zu verfolgen, wegfalle, hieß es. “Entscheidend war zudem, dass er als verantwortlicher CEO mit sehr großem Engagement in den Unternehmen der DWS Group die ESG-Strategie umsetzen wollte, dabei aber auch unternehmensintern auf Widerstand gestoßen ist”, so die Staatsanwaltschaft. “Die unzureichende Umsetzung der ESG-Strategie kann daher nicht ihm allein zugerechnet werden.”
Desiree Fixler brachte das Verfahren ins Laufen
Die Ermittlungen waren aufgenommen worden, nachdem die ehemalige Chief Sustainability Officer (CSO) Desiree Fixler im Jahre 2021 mit der Behauptung an die Öffentlichkeit gegangen war, die DWS habe ihre ESG-Kennzahlen aufgebläht. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft durchsuchte den Vermögensverwalter im Jahre 2022 und nochmals im Jahre 2024. Die Vorwürfe belasteten den Aktienkurs.
Im Februar zahlte die DWS 25 Millionen Euro an die Staatskasse
Damit wurde das Verfahren gegen das Unternehmen beendet. Nach Angaben der Frankfurter Staatsanwaltschaft wurde in dieser Sache gegen keine weiteren Beschuldigten ermittelt.
Wöhrmann, der 2018 den Chefpostren bei der DWS übernahm, wurde 2022 gefeuert, als DWS und die Deutsche Bank durchsucht wurden. Seit 2023 ist Asoka Wöhrmann CEO der Patrizia SE mit Sitz in Augsburg. Diese ist ein im SDAX der Deutschen Börse notierter globaler Anbieter von Immobilieninvestments in Europa.
Die Razzia war ein frühes Beispiel dafür, welche Konsequenzen Greenwashing-Vorwürfe im Finanzsektor haben können. (kb)