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Staatsanleihen im Rückblick: Das ereignete sich im Monat Mai 2019

Nach dem Renditeanstieg zehnjähriger Staatsanleihen im April gingen die Renditen im Mai angesichts handelspolitischer Spannungen, wirtschaftlicher und geldpolitischer Unsicherheiten sowie der politischen Wirren in Europa zurück, berichtet Tradweb.

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© styleuneed / Fotolia

Die Rendite der zehnjährigen US-Treasury fiel um 36,5 Basispunkte und beendete den Monat bei 2,14 Prozent. Der schwelende Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie die Verhandlungen zwischen den USA und Mexiko setzten sich im Mai fort. In beiden Fällen verhärteten sich die Fronten, sodass nun steigende Importzölle auf eine Reihe von Gütern drohen. Gegen Monatsende deutete das Protokoll der jüngsten geldpolitischen Sitzung der Fed darauf hin, dass die US-Notenbank eine abwartende Haltung in Bezug auf die Zinsen einnimmt.

Renditerückgang auch in Kanada
Im Nachbarland Kanada fiel die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihe um 22 Basispunkte und beendete den Berichtsmonat bei 1,49 Prozent. Die vom kanadischen Statistikamt Statistics Canada gegen Mitte des Monats veröffentlichten Arbeitsmarktdaten zeigten einen Anstieg im April um 106.500 Stellen, der größte monatliche Zuwachs seit der erstmaligen Erhebung der Daten im Jahr 1976.

Neues Zinstief bei zehnjährigen Bünden
Diesseits des Atlantiks ging die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe um 21 Basispunkte zurück und markierte ein neues Tief bei -0,20 Prozent. Wie bereits im April fielen die Wirtschaftsdaten gemischt aus. Die nachlassende Binnennachfrage belastete die Auftragseingänge, die um lediglich 0,6 Prozent stiegen, während der Konsens von +1,5 Prozent ausgegangen war. Allerdings legte die Industrieproduktion auf Monatsbasis um 0,5 Prozent zu, obwohl die Märkte einen Rückgang um 0,5 Prozent erwartet hatten. Die Wirtschaft wuchs im ersten Quartal um 0,4 Prozent, wobei jedoch der Ifo-Index im Mai auf 97,9 Punkte und damit auf sein tiefstes Niveau seit 2014 zurückging.

Eurozone: größter Renditerückgang bei Ouzo-Bonds, Renditansteig bei den Italienern
Innerhalb der Eurozone verzeichnete die Rendite der zehnjährigen griechischen Staatsanleihe den größten Rückgang: Sie fiel um 46 Basispunkte und beendete den Mai bei 2,72 Prozent. Nur die Rendite der zehnjährigen italienischen Staatsanleihe entwickelte sich gegen den Trend und stieg um acht Basispunkte auf 2,65 Prozent, was auf den anhaltenden Streit zwischen der Regierung des Landes und der EU-Kommission über Haushalt und Staatsverschuldung zurückzuführen war.

Deutlicher Renditeanstieg in Großbritannien
Indessen zog die Rendite der zehnjährigen Gilts deutlich an und beendete den Monat 29 Basispunkte höher bei 0,89 Prozent. Im Mai stimmte die Bank of England einstimmig für die Beibehaltung eines Leitzinses von 0,75 Prozent, während die britische Regierung keine Fortschritte bei ihren Brexit-Verhandlungen mit der EU erzielte. Nach wiederholten Versuchen, ihren Brexit-Plan durch das Parlament zu bringen, gab Premierministerin Theresa May am 24. Mai ihren Rücktritt bekannt.

Asien-Pazifik-Region
Hier fiel die Rendite der zehnjährigen australischen Staatsanleihe um 32 Basispunkte und beendete den Monat bei einem Tief von 1,48 Prozent. Trotz der Tatsache, dass die Wirtschaft an Fahrt verloren hat, erzielte die konservative Regierungspartei einen Überraschungssieg, während die Labour Party deutlich schlechter als erwartet abschnitt. Derweil ging die Rendite der zehnjährigen japanischen Staatsanleihe weiter zurück und beendete den Berichtsmonat fünf Basispunkte tiefer bei etwa -0,10 Prozent, da die Bank of Japan keine Hinweise aus einem baldigen Ausstieg aus ihrer ultralockeren Geldpolitik lieferte. (kb)

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