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Sportwagen, Lkw-Spinoff, Medikamente: So sehen Börsenkandidaten aus

Seit etwa einem Jahr hört man Überlegungen, Porsche könnte an die Börse gehen. Gemeint ist damit nicht die im Dax notierte Porsche Automobile Holding, über die die Familien Porsche und Piech ihre Anteile an Volkswagen halten, sondern die Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG, die die Sportwagen baut.

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© iQoncept / stock.adobe.com

Laut Handelsblatt bereiten die beiden Familien nun einen Börsengang des Sportwagenbauers vor - und könnten sich im Zuge dessen sogar von nennenswerten Teilen an Volkswagen trennen. Die Überlegung: Eine separat börsennotierte Porsche könnte eine Bewertung ähnlich wie Ferrari erzielen (KGV 54) - und damit deutlich mehr als die VW-Vorzüge (KGV 36). Laut einer Schätzung von Bloomberg Intelligence könnte Porsche bis zu 105 Milliarden Euro wert sein - verglichen mit aktuell rund 115 Milliarden Euro Börsenwert von Mutter VW. 

Automobilsektor in Bewegung
VW bekäme im selben Atemzug Cash, um den Wandel hin zur Elektromobilität zu finanzieren. Laut Handelsblatt würden die Familien VW-Anteile abgeben und dafür direkt Porsche-Aktien kaufen. Eine andere Trennung im Autobereich steht bereits vor dem Abschluss: Am Freitag bekommen Daimler-Aktionäre jeweils eine Aktie der Lkw-Sparte Daimler Truck für jeweils zwei Daimler-Aktien in ihre Depots eingebucht. Eine der größten Börsennotierungen in Europa dieses Jahr wird damit vollzogen.

Wer noch auf das Parkett treten könnte
Anfang nächsten Jahres könnte dann das Pharmaunternehmen Cheplapharm seine Aktien an der Frankfurter Börse notieren lassen - laut Handelsblatt womöglich im Januar oder Februar. Eine Bewertung von mehr als zehn Milliarden Euro wäre möglich, so die Zeitung. In Deutschland warten immer noch mehr als ein Dutzend Unternehmen auf ihr Börsendebüt, die mit mindestens einer Milliarde Euro bewertet werden könnten.

Übersicht von Kandidaten für eine Börsennotierung
Berücksichtigt werden bei dieser Aufstellung von Bloomberg News kolportierte und bestätigte Pläne für IPOs, Notierungen und Abspaltungen.

Weitere Aspekte
Volkswagen denkt neben einem Börsengang von Porsche wohl auch im Batteriebereich über einen Börsengang nach, bei Lamborghini allerdings nicht. Auch Argo AI, die unter anderem von VW finanziert werden, könnten an die Börse gehen. Daimler spaltet seine Lkw-Sparte ab und stellt für seine Tochter Daimler Truck eine zweistellige Umsatzrendite in Aussicht - zumindest in guten Jahren
Thyssenkrupp bringt seine Wasserstoffsparte Uhde Chlorine Engineers an die Börse: ein eigener Kapitalmarkttag dazu soll am 13. Januar darüber informieren
Lufthansa erwägt Kreisen zufolge neben dem Verkauf eines Minderheitsanteils an ihrer Wartungssparte Lufthansa Technik alternativ auch einen Börsengang - die Rückzahlung der Staatshilfen macht das Unterfangen allerdings inzwischen weniger dringlich
Cheplapharm Arzneimittel kauft etablierte Medikamente am Ende ihrer Reifephase von Pharmafirmen wie Roche oder AstraZeneca
Darüber hinaus gibt es eine Reihe deutscher Unternehmen, die in den USA an die Börse gehen wollen, oder auf Akquisitionsvehikel (SPACs) setzen, unter ihnen der Flugtaxibauer Volocopter, die Reisebuchungsplattform Omio oder das Unternehmen für medizinisches Cannabis, Cantourage. Für das Sulzbacher Spezialchemieunternehmen Cabb, die ehemalige Clariant Acetyl Building Blocks, läuft es womöglich auf eine Notierung in der Schweiz hinaus.

Wer nicht kommt
Ebenso wie DEA Wintershall und Babbel hat auch die MeinAuto Group ihre Börsenpläne zunächst auf Eis gelegt. (kb)

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