Spezialfondsmarkt auf Rekordniveau, Altersvorsorge führt
Das Gesamtvolumen von Spezialfonds hat 2025 einen Höchststand erreicht und AV-Einrichtungen stellen die größte Anlegergruppe, berichtete BVI-Geschäftsführer Rudolf Siebel auf einer Faros-Veranstaltung. Der Verband fordert mehr Reformen, um Deutschland als Fondsstandort attraktiver zu machen.

Kernpunkte:
- AuM von Spezialfonds steigen auf 2,35 Billionen Euro
- Anteil von AV-Einrichtungen bei 36 Prozent
- Offenen Spezialfonds fließen netto 64 Milliarden Euro zu
- BVI fordert Reformen zu Stärkung des Fondsstandortes
Einrichtungen der Altersvorsorge haben im vergangenen Jahr mehr als ein Drittel zum von Spezialfonds verwalteten Vermögen beigetragen. Sie liegen damit vor Versicherungsgesellschaften, die noch vor fünf Jahren die wichtigste Gruppe waren. Das berichtete Rudolf Siebel, Geschäftsführer des BVI Deutscher Fondsverband, auf dem "Faros Verwahrstellen + KVG Summit" in Frankfurt.
Von Pensionskassen, Versorgungswerken und anderen Einrichtungen der Altersvorsorge stammten im vergangenen Jahr 36 Prozent des Spezialfonds-Vermögens. Dieses stieg 2025 auf knapp 2,35 Billionen Euro, gegenüber knapp 2,05 Billionen Euro im Vorjahr.
In den vergangenen 15 Jahren hat sich das verwaltete Vermögen von Spezialfonds damit nahezu verdreifacht, von 821 Milliarden Euro im Jahr 2010. AV-Einrichtungen haben ihren Anteil daran deutlich ausgebaut, von nur 16 Prozent vor 15 Jahren.

Starkes Wachstum bei offenen Spezialfonds
Offene Spezialfonds, die den Löwenanteil der Spezialfonds-AuM ausmachen, legten 2025 um 64 Milliarden Euro zu, fast 90 Prozent mehr als 2024. Dazu trug das Schlussquartal mit 38 Milliarden Euro den mit Abstand größten Teil bei.
Insgesamt flossen Investmentfonds 2025 mehr als 150 Milliarden Euro an neuen Geldern zu; damit war es das beste Jahr seit dem Rekordjahr 2021. Das Neugeschäft erholte sich damit von geopolitischen Krisen und der Rückkehr von Zinsen, so Siebel.

Mehr Freiraum für Infrastrukturfinanzierung
Politisch sieht der BVI zusätzlichen Rückenwind für institutionelle Investoren durch das Standortfördergesetz vom Februar. Siebel zufolge schafft es unter anderem Rechtssicherheit für Investitionen in Infrastruktur-Projektgesellschaften, die Vergabe von Darlehen durch Fonds sowie Beteiligungen über Masterfonds an Private-Equity- und Venture-Capital-Strukturen.
Siebel forderte weitere Reformschritte zur Stärkung des Fonds- und Kapitalmarktstandorts. Dazu zählen mehr Freiraum für Fonds bei der Infrastrukturfinanzierung, Deregulierung zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und eine Überprüfung der Nachhaltigkeitsregulierung. (dv)

