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Sparkassenpräsident: "Superlandesbank" ist nicht vom Tisch

Die Coronakrise könnte einzelne Institute näher zusammenrücken lassen. Und auch in Sachen "Superlandesbank" habe man lediglich auf den Pause-Knopf gedrückt, sagt Helmut Schleweis, Präsident der Sparkassen, gegenüber dem "Handelsblatt".

Sparkassenpräsident Helmut Schleweis
Sparkassenpräsident Helmut Schleweis
© DSGV

Vor der Coronakrise war eine mögliche Fusion der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) und der Deka, dem zentralen Wertpapierdienstleister der Sparkassen, ein heiß diskutiertes Thema in der Bankenbranche. Seit Ausbruch der Pandemie liegt das Projekt auf Eis. Doch das soll sich so schnell wie möglich ändern, sagt Helmut Schleweis, Präsident der Sparkassen, im Gespräch mit dem "Handelsblatt". "Erfolgreiche Fusionen kann man nicht ausschließlich am Telefon oder per Video-Konferenz organisieren", sagt Schleweis. "Mein Zeitplan für die Fortsetzung der Gespräche lautet: So früh wie möglich. Alles hängt davon ab, wie sich die Corona-Lage entwickelt."
 
Um die Krise erfolgreich zu bewältigen, müssten auch die einzelnen Sparkassen haushalten. "Wir müssen an jedem Schräubchen drehen, um in diesen herausfordernden Zeiten zu bestehen. Wir müssen die Möglichkeiten der Digitalisierung noch stärker nutzen und Dienstleistungen kostengünstiger produzieren", sagt Schleweis. Das bedeute auch, dass die Zahl der Sparkassen und der Filialen weiter sinken wird. "Nicht jede Geschäftsstelle kann erhalten bleiben. Die Zahl der Filialen sinkt seit Jahren, weil sich das Nachfrageverhalten unserer Kunden ändert", sagt Schleweis. Viele Menschen hätten in der Krise die Erfahrung gemacht, dass man sich für bestimmte Zwecke auch am Telefon oder per Video-Chat beraten lassen könne. Kleine Sparkassen agierten zwar sehr kundennah. "Aber es wird weitere Zusammenschlüsse geben – nicht wegen der Krise, sondern in erster Linie wegen steigender Regulierungs- und Bürokratieanforderungen."
 
Keine Bankenkrise in Sicht
Dass die Pandemie zu einer "Bankenkrise 2.0" führt, hält Schleweis indes für unwahrscheinlich. "In der Finanzkrise vor zehn Jahren waren Banken die Ursache der Verwerfungen, die dann auf die Realwirtschaft übergriffen. Dieses Mal ist es anders: Wir haben es mit einer Gesundheitskrise zu tun, die die Realwirtschaft trifft, und erst am Ende der Wirkungskette stehen die Banken", sagt Schleweis. Wenn die Unternehmen extrem leiden, dann könne niemand ausschließen, dass davon auch die Banken betroffen sein werden. "Aber dafür habe ich bislang keinerlei Indikation", sagt Schleweis

An höhere Gebühren und das schleichende Ende von Gratis-Angeboten allerdings müssten sich auch die Sparkassenkunden zunehmend gewöhnen. "Ich bin der Ansicht, dass Leistungen angemessen bepreist werden müssen. Und ich finde es auch ehrlicher, einen klaren Preis zu kommunizieren, als die Kosten versteckt wieder hereinzuholen", stellt Schleweis klar. (fp/ps)

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