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Sparkassen-Verbund dringt tiefer in die Vermögensverwaltung vor

Die Landesbank Hessen-Thüringen Girozentrale weitet über ihre Privatbank-Tochter die Dienste für vermögende Kunden aus, berichtet Bloomberg News.

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© klzu / Fotolia

Die Frankfurter Bankgesellschaft Gruppe, die sich als Privatbank deutscher Sparkassen versteht und sich traditionell um Anlagen ab einer Million Euro kümmert, bietet inzwischen auch eine Vermögensverwaltung ab 250.000 Euro an. Insgesamt zehn Sparkassen haben dieses Angebot bislang in ihre Filialen geholt und für ein verwaltetes Vermögen von über 250 Millionen Euro gesorgt. "Wir sind überrascht, wie viel Geld den Sparkassen über diesen Weg zufließt", sagt Christian Vomberg, der das Angebot mit dem Namen VVS verantwortet, in einem Interview mit Bloomberg. "Es handelt sich oft um frisches Geld, nicht nur um Umschichtungen innerhalb der Sparkasse."

VVS-Pilotpartner war die Kreissparkasse Waiblingen
Bei dieser wurde 2016 parallel zur Kooperation mit der Frankfurter Bankgesellschaft eine Private-Banking-Abteilung gegründet. "Die Berater konnten bis Mitte 2018 rund 130 Vermögensverwaltungs-Mandate gewinnen. Ein wesentlicher Teil sind Neugelder", bestätigt Manfred Bohn, stellvertretendes Mitglied des Vorstands. Dazu beigetragen habe auch die Kooperation mit der Frankfurter Bankgesellschaft.

Neugeldergewinn
Die Chefs der Stadtsparkasse Remscheid und der Sparkasse Paderborn-Detmold, wo VVS später an den Start ging, erklären auf Nachfrage ebenfalls, es seien neue Gelder gewonnen worden. Das Interesse ist Vomberg zufolge weiter groß: "Wir schließen derzeit zusätzliche Sparkassen an. Anfang 2019 wird VVS bei mehr als 15 Instituten verfügbar sein."

White-Label-Lösung für Sparkassen
Die Sparkassen sind eine dominierende Kraft im deutschen Ratail-Banking. Sie beschäftigen rund 217.000 Menschen in Tausenden von Filialen. Laut Peter Barkow, Managing Partner des Beraters Barkow Consulting, könnte es dennoch Herausforderungen geben. "Die Marke Sparkasse ist die vermutlich bekannteste im deutschen Finanzsektor. Sie steht allerdings nicht primär für den Bereich vermögender Privatkunden, sondern eher für das Massengeschäft", sagte er. "Der Wettbewerb im deutschen Private Banking ist immens. Im Prinzip hat hier jeder Marktteilnehmer ambitionierte Wachstumsziele, die nur über Verdrängung erreicht werden können."

Bei VVS bleibt das Geld in der kooperierenden Sparkasse
Während bei der klassischen Vermögensverwaltung der Frankfurter Bankgesellschaft ab einer  Millionen Euro eine kooperierende Sparkasse ihre Kunden an das Unternehmen und deren Berater überleitet, verbleiben Depot und Geld im Rahmen von VVS bei der Sparkasse selbst. Diese bietet die Dienste unter eigenem Namen und mit eigenen Beratern an. Möglich wird dies durch ein White-Label-Portal der Frankfurter Bankgesellschaft. Über diese Plattform kümmert sie sich um die Vermögensverwaltung, basierend auf individualisierbaren Standardportfolios. Auch einzelne Aktien, Bonds und ETFs lassen sich kaufen. Das Reporting kommt ebenfalls von den Frankfurtern.

Verstärkung von der Konkurrenz geholt
Personelle Verstärkung beim VVS-Ausbau hatte sich die Frankfurter Bankgesellschaft unlängst von der Konkurrenz geholt. Sie stellte René Przyborowsky als Portfolio-Manager ein. Er kam von der DZ Privatbank, wo er unter anderem mit dem Ausbau der White-Label-Vermögensverwaltung für die deutschen Volks- und Raiffeisenbanken beschäftigt war.

Mit dem VS-Start zeigt sich Frankfurter Bankgesellschaft zufrieden
 "Wir haben uns einen neuen Geschäftszweig erschlossen", erklärt René Schubert, der unter Chief Investment Officer Thilo Goodall-Rathert das Portfolio-Management leitet. "VVS hat unsere ursprünglichen Erwartungen bisher weit übertroffen." (kb)

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