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Sparkassen: Es drohen hohe Abschreibungen auf Eigenanlagen

Steigende Zinsen sorgen für Kursverluste bei den in den Büchern gehaltenen Anleihen. Davor warnt nunmehr auch der Sparkassenverband Baden-Württemberg.

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© pathdoc / stock.adobe.com

Die Sparkassen haben erneut vor hohen Abschreibungen auf ihre Kapitalanlagen gewarnt. Die Zinswende werde beim Bewertungsergebnis “voll durchschlagen”, erklärte der Sparkassenverband Baden-Württemberg am Donnerstag bei der Vorlage seiner Halbjahreszahlen. Eine ähnliche Einschätzung war erst zu Wochenbeginn von den bayerischen Sparkassen gekommen (Institutional Money berichtete).

Abschreibungen im neunstelligen Eurobereich...
Die baden-württembergischen Sparkassen rechnen mit Abschreibungen von mehreren hundert Millionen Euro in diesem Jahr, hieß es am Donnerstag. Die Abschreibungen gehen größtenteils auf festverzinsliche Anleihen zurück, die wegen der gestiegenen Zinsen aktuell weniger wert sind. 

... aber verkraftbar angesichts Eigenanlagen in Höhe von rund 50 Milliarden Euro
Bei vielen Sparkassen sind die Kundeneinlagen höher als das Volumen der vergebenen Kredite. Daher investieren die Institute traditionell einen Teil ihrer überschüssigen Mittel am Kapitalmarkt, meist in Anleihen und Pfandbriefe. Insgesamt belaufen sich die Eigenanlagen der Sparkassen in Baden-Württemberg auf rund 50 Milliarden Euro. Die Aktienquote liegt eigenen Angaben zufolge bei rund fünf Prozent. Hinzu kommen alternative Anlagen im geringeren Umfang, darunter Gold und Firmenbeteiligungen.

Zinswende geht zu Lasten der Aktivseite
Auch die bayerischen Sparkassen hatten an diesem Montag für ihr eigenes Verbandsgebiet den möglichen Abschreibungsbedarf auf mehrere hundert Millionen Euro beziffert. Andere Verbände sprachen ebenfalls Warnungen aus, hielten sich mit konkreten Schätzungen aber zurück. 

Der Sparkassenverband Westfalen-Lippe sagte zu Bloomberg, dass er die Einschätzung teile, dass es bei den Wertpapieren der Eigenanlage “zu deutlichen Abschreibungen kommen wird”.
Der Rheinische Sparkassen- und Giroverband erklärte, dass Zinsanstiege “auch bei den rheinischen Sparkassen zu Wertkorrekturen führen werden, die das Ergebnis 2022 belasten”.
Der Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thüringen lehnte einen Kommentar hingegen ab und verwies auf die Vorlage seiner Halbjahreszahlen im September.

Verweis auf temporäre Buchverluste
Die baden-württembergischen Sparkassen erklärten, dass die Abschreibungen primär temporär seien, da die Festverzinslichen gehalten würden und der volle Betrag dann am Ende der Laufzeit zurückgezahlt werde. “Die Abschreibungen von diesem Jahr werden in den kommenden Jahren wieder aufgeholt - dann als Zuschreibungen”, so der Sparkassenverband Baden-Württemberg. Ähnlich hatte auch der bayerische Sparkassenpräsident Ulrich Reuter am Montag argumentiert.

Vor Bewertungen rechnen die baden-württembergischen Sparkassen für 2022 mit einem Betriebsergebnis auf Vorjahresniveau, wie es am Donnerstag weiter hieß. Das Ergebnis hatte 2021 bei 1,6 Milliarden Euro gelegen. (aa)

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