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Spängler IQAM Invest sieht nur noch wenig Aufwärtspotenzial für Aktien

Investoren sollten im zweiten Halbjahr Aktien, Euro-Staatsanleihen und Rohstoffe untergewichten sowie Unternehmensanleihen deutlich übergewichten, rät Dr. Thomas Steinberger, CIO, Mitglied der Wissenschaftlichen Leitung und Geschäftsführer von Spängler IQAM Invest.

Dr. Thomas Steinberger
Dr. Thomas Steinberger (Bild), CIO, Mitglied der Wissenschaftlichen Leitung und Geschäftsführer von Spängler IQAM Invest
© IQAM Invest

„Die Gefahr einer zweiten Covid-19-Welle ist noch nicht gebannt. Auch die US-Wahl wirft ihre Schatten voraus. Was uns im zweiten Halbjahr erwartet, haben wir in unserer Szenario-Analyse zusammengefasst. Wir sehen drei Negativszenarien mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit von insgesamt mehr als 60 Prozent und ein Positivszenario mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit von rund 40 Prozent“, so Dr. Thomas Steinberger, CIO, Mitglied der Wissenschaftlichen Leitung und Geschäftsführer von Spängler IQAM Invest.

Positivszenario: Back To Normal
„Seit Anfang April ist eine Erholung der Finanzmärkte zu beobachten, die einerseits auf die positive Wirkung der Stimulusmaßnahmen und andererseits auf die Hoffnung einer baldigen Normalisierung des Wirtschaftslebens gegründet ist. Wir erfassen diese positive Entwicklung der Finanzmärkte im Rahmen des ‚Back to Normal‘-Szenarios, welches in den letzten Wochen immer stärker vom Markt eingepreist wurde“, so Steinberger weiter.

In diesem Positivszenario gelingt es weltweit im Verlauf des Jahres, die Covid-19-Krise vollständig zu überwinden und alle Restriktionen bis Jahresende wieder aufzuheben. Spängler IQAM Invest erwartet in diesem Szenario Erträge von sieben bis acht Prozent p.a. für Portfolios mit einem Aktienanteil von rund 30 Prozent. Zwecks besserer Vergleichbarkeit sind alle angeführten Erträge in den Szenarien annualisiert.

Negativszenario 1: Anhaltende Restriktionen
„Im Szenario der ‚Anhaltenden Restriktionen‘ gehen wir davon aus, dass die wirtschaftliche Erholung nicht bis Jahresende abgeschlossen ist und die Aktienmärkte einen Teil der Zugewinne seit April bis Jahresende wieder abgeben müssen. Auch andere riskantere Assetklassen wie Unternehmensanleihen, Rohstoffe oder Emerging Markets-Staatsanleihen werden in diesem Szenario leicht negativ performen“, sagt Steinberger. Der stärkste Rückfall der Aktienmärkte wird in diesem Negativszenario erwartet und beträgt etwa minus elf Prozent  p.a. für die Industriestaaten und minus 18 Prozent p.a. für die Emerging Markets.

Negativszenario 2: USA-China-Konflikt
Verschärft sich der „USA-China-Konflikt“ wieder, so werden in diesem Szenario Emerging Markets-Aktien und europäische Aktien mit Verlusten von bis zu 15 Prozent p.a. auf Indexbasis den am stärksten negativen Effekt zu verzeichnen haben. Ein steigender US-Dollar sollte die Euro-Erträge von US-Aktien stabilisieren. Steinberger dazu: "Wir favorisieren in diesem Szenario Staats- und Unternehmensanleihen guter Bonität in Hartwährung. Emerging Markets-Staatsanleihen und Rohstoffanlagen müssen jedoch ebenfalls mit Kursverlusten rechnen."

Negativszenario 3: Machtwechsel in den USA
„Erfolgt ein Machtwechsel in den USA, so sind US-Aktien aus unserer Sicht die potenziell stärksten Verlierer. Eine restriktivere Budgetpolitik und signifikante Steuererhöhungen für Unternehmen würden sowohl dem USD-Wechselkurs als auch den Bewertungen der US-Aktien schaden“, so Steinberger.

Ein Rückgang von zehn Prozent p.a., in Euro gerechnet, sollte für breite US-Benchmarks wie den S&P 500 erwartet werden und auch die Aktienmärkte anderer Regionen werden wohl negative Jahresperformances ausweisen. Im Gegensatz dazu sollten Staatsanleihen im Euro und währungsgesicherte Unternehmensanleihen bis Jahresende durchschnittliche Erträge von etwa zwei bis drei Prozent p.a. liefern. Emerging Markets-Staatsanleihen wären in diesem Szenario die Assetklasse mit der höchsten Ertragserwartung von fünf Prozent p.a.. In US-Dollar denominierte Hartwährungsanleihen sollte man jedoch ebenfalls währungsgesichert investiert sein.

Wie sieht das strategische Portfolio aus?
Unter Berücksichtigung dieser vier Szenarien werden Unternehmensanleihen im strategischen Portfolio von Spängler IQAM Invest weiterhin deutlich übergewichtet und sind nach Staatsanleihen (mehr als 45 Prozent) mit einem Anteil von etwa 29 Prozent die zweitwichtigste Assetklasse. Nicht in Euro denominierte Staatsanleihen und Emerging Markets-Staatsanleihen sind leicht untergewichtet und erreichen insgesamt einen Anteil von rund zehn Prozent im strategischen Portfolio. Aktien und Rohstoffe werden im zweiten Halbjahr 2020 recht deutlich untergewichtet. „Das Aktienexposure liegt mit nur 17 Prozent deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt, wobei vor allem in die pazifische Region kaum investiert wird. Das Rohstoffexposure ist mit rund vier Prozent ebenfalls deutlich untergewichtet“, so Steinberger abschließend. (kb)

 

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