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Sündenfall bei CoCo-Bonds: danke, Santander!

Ein „neues Zeitalter" für AT1 Anleihen ist diese Woche angebrochen. Nachdem die Banco Santander bis zum letztmöglichen Tag die Investoren im Unklaren gelassen hat, ob sie eine AT1 Anleihe am ersten Calldatum (12. März 2019) callen werden, wurde dies negativ beantwortet.

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Banco Santander gab bekannt, dass es eine wirtschaftliche Entscheidung sei, alle Investoreninteressen abzuwägen seien und die Bank aus diesem Grund diese 1,5 Milliarden Euro schwere Emission (ISIN: XS1043535092) vorerst nicht kündigen werde. Dies solle gegebenenfalls dann geschehen, wenn es wirtschaftlich attraktiv sei. Nachdem das erste Call-Datum verstrichen ist, sind nun Calls im Drei-Monats-Rhythmus gemäß den Bedingungen dieser Contingent Convertible Emission, auch CoCo-Bond beziehunsgweise bedingte Pflichtwandelankeihe genannt, möglich.

Dammbruch vollzogen
Bis dato sind Investoren davon ausgegangen, dass ein Institut, das nicht in Schwierigkeiten steckt, zum ehestmöglichen Termin den Call zieht und das Papier durch eine Neuemission eines ebenso tief nachrangigen Papiers substituiert. Doch Pustekuchen - nun ist der Sündenfall passiert und die Investoren müssen ihre Erwartungen neu kalibrieren. Einen neuen CoCo-Bonds hat Santander zwar letzte Woche im Volumen von 1,2 Milliarden US-Dollar begeben, aber den anderen Teil der stillschweigenden Vereinbarung nicht erüllt. 

Markt verunsichert
Die Verunsicherung am insgesamt etwa 600 Milliarden schweren CoCo-Bondmarkt ist jedenfalls da und könnte zu Renditeaufschlägen bei neuen CoCo-Emissionen führen, da Investoren nun die Option, die eben nur eine Option und nicht mehr ist, neu bewerten und eine Prämie verlangen werden. Damit hat man den ganzen, noch relativ jungen Marktsegment einen Bärendienst erwiesen und sich selbst keine Freunde mit diesem Schritt gemacht. Spätestens in der nächsten Krise werden die Investoren mit Elefantengedächtnis sich an diesen Fauxpas erinnern. Wenn sich andere Emittenten darn ein Besipiel nehmen, steht der ganze CoCo-Markt vor einer Neubewertung. Dieses Additional Tier One (AT1)-Kapital ist für Banken auch deshalb wichtig, weil es zur Erfüllung der Leverage Ratio eingesetzt und auf die Total Loss-Absorbing Capacity (TLAC)- und die Minimum Requirement for Own Funds and Eligible Liabilities-(MREL)-Quoten angerechnet werden kann.

Der nächste Kündigungtermin des nämlichen Papiers ist übrigens der 10. Juni 2019. 

 

 

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