Logo von Institutional Money
| Märkte

So könnte Frankfurt relativ rasch 20.000 neue Wohnungen bekommen

Frankfurts verwaiste Büros könnten über eine "Conversion" zu 20.000 Wohnungen werden, zeigt eine Studie. Dabei wären aber einige Hürden zu überwinden.

© Lichtfexx / stock.adobe.com

Eine von der LBBW-Tochter Berlin Hyp beauftragte Studie zur Umnutzung von Büroimmobilien hat ein theoretisches Potenzial von 20.000 neuen Wohnungen in Frankfurt ergeben. In allen sieben deutschen A-Städten - zu denen neben der Main-Metropole auch München, Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Stuttgart und Köln zählen - sind es sogar etwa 150.000 Wohnungen. Das ist einem Bloomberg-Bericht zu entnehmen.

"Ungewöhnliche Wege ... in Betracht ziehen"
“Die nach wie vor bestehende Wohnraumknappheit sollte die Branche dazu motivieren, auch ungewöhnliche Wege zu einer Deckung des Bedarfs in Betracht zu ziehen”, sagte Sascha Klaus, Chef der Berlin Hyp. Sein Haus hatte die Studie beim Immobilienberater Bulwiengesa in Auftrag gegeben.

Die Büromärkte waren vor zwei bis drei Jahren durch hohe Zinsen und den Siegeszug des Homeoffice unter Druck geraten. Die Folge ist ein hoher Büroleerstand, der beispielsweise in Frankfurt zuletzt bei rund zehn Prozent lag. Betroffen sind vor allem Randlagen und ältere Bürogebäude, während moderne Objekte in Top-Lagen weiterhin gefragt sind.

Für die Berlin-Hyp-Studie wurden Büroimmobilien in dezentralen Lagen mit einer Bürofläche ab 5.000 Quadratmetern und einem Baujahr vor 2000 berücksichtigt. Gewerbeparks mit Büroanteil sind nicht in die Berechnungen eingeflossen.

In Frankfurt konnten die Autoren 1,4 Millionen Quadratmeter Bürofläche identifizieren, die für eine Umnutzung in Frage kommen. Legt man eine Wohnungsgröße von 70 Quadratmetern zugrunde, ergeben sich für das deutsche Finanzzentrum die eingangs erwähnten 20.000 Wohnungen.

Einige Hürden zu überwinden
Laut Studie gibt es für die Umnutzung aber eine Reihe von Hürden. Neben der grundsätzlichen Frage der Wirtschaftlichkeit des Vorhabens seien beispielsweise auch rechtliche Aspekte und technische Herausforderungen der Immobilie zu beachten. Dazu kommen weitere Kriterien wie die Lage und die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Auch häufig langwierige Genehmigungsverfahren erschweren Umbauten, hieß es.

“Dennoch kann für Bestandshalter nicht mehr voll ausgelasteter Büroimmobilien die Prüfung des Umnutzungspotenzials ihrer Portfolien eine sinnvolle Maßnahme sein”, erklärte Klaus.

In der Tat gibt es Investoren, die ernsthaft über Umwandlungen nachdenken, wie erst vor wenigen Tagen berichtet wurde. “Wir sehen in Frankfurt ein wahnsinnig hohes Interesse von Investoren, etwa von Private-Equity-Gesellschaften, leerstehende Bürogebäude in Wohnungen umzuwandeln”, hatte etwa Manuel Backfisch, Chef des Maklers Colliers Deutschland, erklärt. (aa)

Diese Seite teilen

Weitere Inhalte aus der Redaktion