So kamen die alpenländischen Pensionskassen durch das letzte Anlagejahr
Trotz aller Widrigkeiten im Jahr 2025 erzielten die Schweizer Pensionskassen eine im historischen Vergleich überdurchschnittlich hohe Rendite und konnten den Deckungsgrad weiter steigen. Die Verzinsung des Vorsorgekapitals der Arbeitnehmer erreicht sogar den höchsten Wert seit 25 Jahren.

Eckpunkte:
- Schweizer Pensionskassen erzielten 2025 eine durchschnittliche Rendite von 6,4 Prozent.
- Das Vorsorgekapital der Arbeitnehmer wurde im Durchschnitt mit 4,3 Prozent verzinst
- Der Deckungsgrad stieg per Jahresende auf 114,5 Prozent
Erneut überdurchschnittliche Renditen
Die Schweizer Pensionskassen können für das Jahr 2025 eine durchschnittliche Rendite von 6,4 Prozent verbuchen. Der Wert liegt deutlich über dem Durchschnitt der letzten zwei Jahrzehnte von 3,5 Prozent pro Jahr. Auch im laufenden Jahr läuft es gut: Bislang rentiert das aktuelle Jahr für Pensionskassen bis Ende April mit 1,9 Prozent positiv.
Angesichts des Ukraine-Kriegs, des ersten Angriffs auf den Iran, der Einführung einschneidender US-Zölle sowie der starken Abwertung des US-Dollars, der erhöhten globalen Inflation und der steigenden Staatsverschuldung ist dieser Wert bemerkenswert. Das ist der aktuellen und mittlerweile 32. Pensionskassen-Studie „Risiko Check-up“ von Complementa zu entnehmen.
Umfangreichste Erhebung ihrer Art für die Schweiz
Die Vorjahresstudie basierte auf einem Datenkorpus von über 460 Pensionskassen mit Kapitalien von 940 Milliarden Franken. Für die vorliegenden Auswertungen (Stand: Anfang Mai 2026) flossen zu ca. 50 Prozent neue Daten aus den Jahresrechnungen 2025 ein, für die anderen 50 Prozent wurden Hochrechnungen angestellt. Die endgültigen Studienergebnisse liegen im September vor.
Pensionskassen bringen die Butter aufs Brot
Der Anlageertrag der Pensionskassen (dritter Beitragszahler) beträgt im Jahr 2025 78 Milliarden Franken (2. Säule-Vermögen von 1.220 Mrd. CHF laut BFS-Pensionskassenstatistik 2024). Dies ist mehr als die kumulierten Beiträge der Arbeitgeber und Arbeitnehmer (erster und zweiter Beitragszahler) von rund 67 Milliarden Franken aus dem Vorjahr (laut BFS-Pensionskassenstatistik 2024).
Selbst mit der Durchschnittsrendite der letzten 20 Jahre von 3,5 Prozent pro Jahr generieren Vorsorgeeinrichtungen zusätzlich zu den regulären Beiträgen der Arbeitgeber und -nehmer jährlich bereits 42 Milliarden Franken. Dies unterstreicht laut Complementa die Leistungsfähigkeit des Kapitaldeckungsverfahrens der 2. Säule. Zum Vergleich: Die Gesamteinnahmen der 1. Säule lagen 2024 bei 54 Milliarden Franken (BSV AHV-Statistik 2024), die primär aus Lohnbeiträgen und Zuschüssen stammen.
Höchste Verzinsung der letzten 25 Jahre
Auch die Versicherten profitieren vom guten Ergebnis: Im Jahr 2025 verzinsen Pensionskassen das Vorsorgekapital der Arbeitnehmer im Beitragsprimat mit durchschnittlich 4,3 Prozent. Das ist der zweite Höchstwert in Folge der letzten 25 Jahre. Die durchschnittliche Verzinsung der letzten zwei Jahrzehnte liegt bei 2,4 Prozent pro Jahr. Fast alle Pensionskassen gewährten im Jahr 2025 eine Verzinsung über dem vom Bundesrat festgelegten BVG-Minimum von 1,25 Prozent.
Höhere Reserven
Das positive Jahresergebnis macht sich auch in der Wertschwankungsreserve bemerkbar: Der kapitalgewichtete Deckungsgrad steigt innert Jahresfrist um 2,7-Prozentpunkte auf 114,5 Prozent per Ende 2025. Entsprechend ist auch die Anzahl Vorsorgeeinrichtungen in Unterdeckung weiter auf 1,9 Prozent gesunken. Gemessen am Deckungskapital machen diese Kassen 7,6 Prozent der Vorsorgekapitalien aus. Dies sind die niedrigsten Werte seit Beginn der Datenerhebung vor 32 Jahren.
Aktien haben Anleihen als größte Anlageklasse überholt
Der Anteil der Anlageklasse Aktien hat 2025 um 1,4 Prozentpunkte zugelegt und liegt per Jahresende bei 33,9 Prozent des Gesamtvermögens. Damit sind Aktien bereits das zweite Jahr in Folge die größte Anlageklasse. Der Anstieg ging primär zu Lasten der festverzinslichen Anlagen (ohne Liquidität), die um rund 1,9 Prozentpunkte zurückgingen. Mit einem Anteil von 29,2 Prozent des Portfolios wurde ein neuer Tiefststand seit Beginn der Aufzeichnungen erreicht. Damit setzt sich der langfristige Trend hin zu geringeren Rentenbeständen fort. Neben den tiefen Frankenzinsen erwiesen sich auch die hohen Kosten für die Währungsabsicherung sowie die hohe globale Staatsverschuldung als Bremsklötze für die Bondallokation. Zudem rentierten viele Anleihen-Subkategorien unter Berücksichtigung der Währungsabsicherungskosten nahe Null oder sogar negativ.
22,5 Prozent des Vermögens haben Pensionskassen in Immobilien angelegt, was fast exakt dem Vorjahreswert entspricht. Zwar stockten Pensionskassen die Immobilienanlagen weiter auf, dies konnte jedoch nicht mit den Performance-Effekten der Aktien mithalten. Zudem wird es für Pensionskassen zunehmend schwieriger, gute Wohnobjekte beziehungsweise Anlagelösungen mit einem hohen Anteil an Schweizer Wohnimmobilien zu zeichnen.
Vier von fünf Pensionskassen investieren in Alternative Anlagen. Ende 2025 machen diese 9,9 Prozent des Gesamtvermögens aus. Wie im Vorjahr ist die Anlageklasse Infrastruktur die beliebteste Subkategorie, mit einem Anteil von 2,7 Prozent des Gesamtvermögens, gefolgt von Private Equity, dessen Quote geringfügig auf 2,5 Prozent zurückging.
Bewußter Umgang mit Währungsrisiken
Mit 49,3 Prozent des Vermögens haben die Pensionskassen fast jeden zweiten Franken im Ausland investiert. Die Vorsorgeeinrichtungen sichern im Durchschnitt etwa zwei Drittel der Währungsrisiken ab. Die effektive Fremdwährungsquote nach Absicherung liegt bei 18,6 Porzent des Gesamtvermögens und liegt trotz der US-Dollar-Abwertung im vergangenen Jahr nahe den Vorjahreswerten.
Stabiler Ausblick beim Umwandlungssatz
Für das laufende Jahr melden die Pensionskassen einen durchschnittlichen Umwandlungssatz von 5,19 Prozent, was einem leichten Rückgang von 0,03 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Laut den Angaben der Kassen wird der Umwandlungssatz in den nächsten fünf Jahren nur noch sehr geringfügig zurückgehen. Vergangene Senkungen waren aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung und des tiefen Zinsniveaus notwendig. Ohne diese Maßnahmen müssten jüngere Jahrgänge indirekt eine niedrigere Verzinsung hinnehmen.
Im Vergleich zu den Vorjahren wurde der Trend zu höheren technischen Zinssätzen gestoppt. Der durchschnittliche technische Zins liegt Ende 2025 bei 1,72 Prozent und damit nur geringfügig unter dem Vorjahreswert von 1,80 Prozent. (aa)


