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SNB-Gewinn trotzt dem starken Franken - dank Aktien und Gold

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) rechnet für 2025 mit einem Gewinn von rund 26 Milliarden Franken, da Gewinne aus Aufschwüngen an den Gold- und Aktienmärkten die Verluste durch den starken Franken ausgleichen konnten.

© Cedric Lüthi / stock.adobe.com

Der Wert der von der Zentralbank gehaltenen Goldbestände stieg im Jahresverlauf um rund 36,3 Milliarden Franken, wie sie am Freitag mitteilte. Ihre Bestände an Fremdwährungen — darunter der Großteil ihrer Aktien- und Anleihebestände — führten zu einem Verlust von rund neun Milliarden Franken. Die SNB verzeichnete zudem Verluste auf ihren Frankenpositionen, da sie bis zur Zinssenkung auf null im Juni Zinsen auf Bankeinlagen zahlen musste.

Das zweite Mal in Folge wieder schwarze Zahlen bei der SNB
Das bedeutet, dass die SNB nach den Verlusten der Vorjahre wieder eine Ausschüttung an Bund und Kantone vornehmen kann. Die Nationalbank wird vier Milliarden Franken an die Staatskasse überweisen und eine Dividende von 15 Franken pro Aktie an die Aktionäre ausschütten.

Starke Währung als Spielverderber
Nach Einschätzung von UBS-Ökonomen — der Gewinn entsprach ihren Erwartungen — hätte das Ergebnis deutlich höher ausfallen können, wenn der Franken nicht so stark aufgewertet hätte. In einer Mitteilung dieser Woche bezifferte die Bank den Verlust der SNB infolge der Frankenstärke im vergangenen Jahr auf rund 55 Milliarden Franken. Die Erträge der SNB werden stark von Bewegungen an den Devisenmärkten bestimmt. Hintergrund sind jahrelange Interventionen zur Schwächung des Franken, durch die sich ein großer Bestand an Assets in Fremdwährungen angehäuft hat.

Rücklagen als Abfederung von Volatilitäten
Die SNB legt einen Teil der Erträge als Puffer gegen plötzliche Marktschwankungen zurück. In einer seiner ersten Reden nach Amtsantritt sagte Präsident Martin Schlegel Ende 2024, angesichts der Risiken durch die große Bilanzsumme müsse der Erhalt der Kapitalbasis Vorrang vor der Gewinnausschüttung haben. Zuletzt hat die SNB weitgehend auf große Interventionen am Devisenmarkt verzichtet. Verfügbare Daten und Schätzungen zeigen, dass sie sich im vergangenen Jahr mit Ausnahme des zweiten Quartals weitgehend aus den Devisenmärkten herausgehalten hat.

Die Erträge haben keinen Einfluss auf die Geldpolitik der SNB. Die endgültigen Ergebnisse werden am 2. März 2026 veröffentlicht. (kb)

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