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Sind große US-Wachstumsaktien bei erneuter Volatilität noch attraktiv?

In den letzten Monaten erreichten die Märkte neue Höchststände, um dann mit dem Auftauchen der Omikron-Variante wieder ins Wanken zu geraten. Es sei noch zu früh, die Schwere der neuen Variante und ihre wirtschaftlichen Auswirkungen zu bewerten, meint Doug Rao, Portfoliomanager bei Janus Henderson.

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Doug Rao, Portfoliomanager bei Janus Henderson
© Janus Henderson

Allerdings ist die Impfquote jetzt deutlich höher als zu Jahresbeginn: Etwa 70 Prozent der US-Bevölkerung sind zumindest teilweise geimpft. Diese höhere Quote in Verbindung mit der bevorstehenden Markteinführung von antiviralen Oral-Medikamenten könnten dazu beitragen, die von der Variante ausgehenden Gesundheitsrisiken zu reduzieren. Bislang seien die wirtschaftlichen Auswirkungen jedes neuen Virusstamms geringer gewesen, und es sei unwahrscheinlich, dass die Regierung weitreichende Lockdowns wie zu Beginn der Pandemie verhänge, meint Doug Rao, Portfoliomanager bei Janus Henderson.

Endemische Phase der Pandemie hat jedoch unvorhersehbaren Verlauf genommen
Rao dazu: "Eine der Kernfragen ist, ob wir uns 2022 in einer „Groß-E“- oder „Klein-e“-Phase der Pandemie befinden werden. Das wird davon abhängen, wie kontrollierbar das Virus in den nächsten Monaten wird. Obwohl wir uns der anhaltenden Risiken bewusst sind, bleiben wir hinsichtlich der Wachstumsprognosen für US-Unternehmen im kommenden Jahr insgesamt zuversichtlich. Die Anleger sollten sich, wie immer, auf die Faktoren konzentrieren, die das langfristige Wachstum vorantreiben, während wir uns weiter durch das Auf und Ab der Pandemie bewegen."

Wirtschaftstätigkeit 2022 sollte sich weiter normalisieren
Die Ausbreitung der Delta- und nun auch der Omikron-Variante, die zunehmenden Lieferkettenprobleme und der Inflationsdruck haben das Wachstum sicherlich in gewissem Maße beeinträchtigt. Bei Janus Henderson geht man jedoch davon aus, dass sich die Wirtschaftstätigkeit 2022 weiter normalisieren wird, und erwarten ein gutes Jahr für das Gewinnwachstum. Die Lieferkettenprobleme waren auf angebots- und nachfragebedingte Faktoren zurückzuführen: Zunächst kam es zu Beginn der Pandemie zu panikartigen Auftragsstornierungen und zu Corona-bedingten Werksschließungen, die zu Versorgungsengpässen führten. Darauf folgten umfangreiche staatliche Konjunkturprogramme und die fehlende Möglichkeit der Verbraucher, diese Mittel für Dienstleistungen wie Reisen und Restaurantbesuche auszugeben. Dies führte letztlich zu einem überdurchschnittlich hohen Warenkonsum der Verbraucher in den USA.

"Wir sind zuversichtlich, dass sich diese Faktoren allmählich normalisieren. Damit die Wirtschaft jedoch zu einem ausgewogeneren Verhältnis zwischen Waren und Dienstleistungen zurückfindet, ist ein günstigeres Corona-Umfeld erforderlich. Sobald sich die Wirtschaft normalisiert, werden sich auch die Zinsen normalisieren – und damit setzt sich das Hin und Her der letzten Monate zwischen Zinsen und Bewertungen fort, was die Wahrscheinlichkeit weiterer Marktschwankungen erhöht", sagt Rao.

Viele der aktuellen Inflationssorgen wohl letztlich nur vorübergehender Natur 
Mit der Normalisierung dieser Faktoren dürften viele der aktuellen Inflationssorgen vorübergehender Natur sein. Da sich die US-Wirtschaft jedoch von der Globalisierung zurückzieht, glaubt man bei Janus Henderson, dass man sich in der Anfangsphase einer anhaltenden Lohninflation im unteren Einkommensbereich befindet.  Rao dazu: "Wir gehen davon aus, dass diese Lohninflation den Unternehmen ohne Preissetzungsmacht einen gewissen Margendruck bescheren wird. Dies sollte jedoch durch ein höheres Ausgabeniveau der Gesamtwirtschaft ausgeglichen werden. Die Preissetzungsmacht ist sowohl in einem inflationären als auch in einem deflationären Umfeld eines der wichtigsten Unternehmensattribute. Daher finden wir es wichtig, in Unternehmen zu investieren, die ihre Preise nach Bedarf anheben können."

2021 haben sich einige zyklische, wertorientierte Aktien stark erholt
Rao: "Wir sind jedoch nach wie vor der Meinung, dass die Digitalisierung in allen Wirtschaftssektoren ein Hauptfaktor für nachhaltiges Wachstum sein wird. Zur Verdeutlichung lassen sich die prognostizierten Investitionsausgaben (Capex) – die Investitionen für künftige Wachstumsprojekte beinhalten – für eine Aktie aus dem Energiesektor mit mehreren Wachstumswerten vergleichen. Während ExxonMobil im Jahr 2022 voraussichtlich 22 Milliarden US-Dollar in Capex investieren wird, wird Amazon voraussichtlich 46 Milliarden US-Dollar ausgeben, und eine Reihe anderer Wachstumsunternehmen werden voraussichtlich 28 Milliarden US-Dollar oder mehr investieren.

Aktien mit hohen Free-Cashflow-Renditen relativ attraktiv
Während also eine Inflationsgefahr besteht, erscheinen Aktien mit Free-Cashflow-Renditen, die höher sind als die Renditen anderer Anlageklassen, in Verbindung mit dem Potenzial für ein erhebliches Free-Cashflow-Wachstum auf relativer Basis attraktiv. "Wir sind der Meinung, dass Unternehmen mit vielversprechenden Wiederanlagemöglichkeiten, vertrauensvollen Beziehungen zu ihren Kunden und einem gewissen Maß an Preissetzungsmacht weiterhin erfolgreich sein können, unabhängig davon, ob wir in einem inflationären oder deflationären Umfeld investieren", meint Rao. (kb)

 

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