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Sind Europas Bank-Nachränge riskanter als jene Lateinamerikas?

Tief nachrangige Bankanleihen sind ein gutes Krisenbarometer. Nun sind deren Spreads in Europa auf Rezessionsniveau gelandet und damit auch schon höher als jene lateinamerikanischer Banken. Falls der Markt übertreibt, bietet sich ein Schlaraffenland für Schnäppchenjäger.

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Die Spreads von Banknachrängen sind volatil und ähneln in stürmischeren Zeiten einer Hochschaubahn. Herrscht Risk-Off-Modus an den Märkten, dann schießen sie nach oben. 
© Fotolia

Man glaubt es kaum, aber der folgende Bloomberg-Chart bestätigt es: Investoren verlangen für nachrangige Bank-Anleihen europäischer Institute höhere Prämien als für deren lateinamerikanische Pendants. Das zeigt der Vergleich des Euro Subordinated Financial Index mit dem Latin America Subordinated Financial Index. Damit werden Erinnerungen an die Krisenzeiten von Mitte 2012 in der Eurozone wach, als die Renditen italienischer und spanischer Staatsanleihen nach oben schossen.

Caramba! Was ist hier los?

Nach den schwachen Wachstumszahlen Deutschlands mit einem realen BIP-Wachstum von bloß 1,5 Prozent in 2018, dem Brexit-Chaos, schwachen italienischen Banken mit hohen Non-Performing Loan-Beständen und einer Deutschen Bank, die nicht in die Gänge kommt, sind die Spreads der Bankennachränge aus dem Ruder gelaufen. 

Kaufgelegenheit?
Für Alberto Gallo, Partner des Londoner Hedgefonds Algebris Investments, stellt das gegenwärtige Spreadniveau jedenfalls eine Opportunität dar, wie er gegenüber Bloomberg in einem TV-Interview am 9. Januar 2019 verriet: "Eine große Anzahl von Banken-Bonds ist auf Rezessionsniveau gepreist, speziell in Großbritannien, Spanien und der Peripherie. Wenn nicht unmittelbar eine Rezession bevorsteht, kann man hier hübsche Renditen erzielen." Gallo, der die Krisenjahre als Credit Analyst bei der Royal Bank of Scotland verbrachte, verwies auf den Spread von 660 Basispunkten bei Barclays CoCo-Bonds. Damit würde das Risiko ähnlich jenem Argentiniens am CDS-Markt gepreist. Auch wennn der Vergleich ein wenig hinke, wie Gallo selbst konzedierte, so lasse dies doch tief blicken. Ein ähnlicher Bond der Deutschen Bank würde gar mit 1.231 Basispunkten Spread gehandelt, was die Refinanzierung schwierig gestalte. Laut Gallo seien eine Menge an Tail Risiken einer Rezession in Europa bereits eingepreist. Sein Haus rechnet vielmehr mit einer Wachstumsdelle als einer Rezession. 

Sollte der globale Risikoappetit zurückkehren, schätzt Barings, könnten europäische High Yield Bonds zu den größten Gewinnern gehören. (kb)

 

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