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Sind die jetzt fallenden Realrenditen ein Grund zur Sorge?

Während die US-Renditen seit Monaten stagnieren, ziehen die Inflationserwartungen wieder an, sodass die Realrenditen sinken. Das verheißt eigentlich wenig Gutes, befinden die Experten der DWS Group.

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Jörn Wasmund,  Head of Fixed Income bei der DWS
© DWS Group

So langweilig der Seitwärtstrend der US-Staatsanleiherenditen seit April dieses Jahres auch aussieht, so spannend wird es unterhalb der Oberfläche, wenn man die Rendite in ihre zwei Bestandteile, nämlich die Realrendite einerseits und die Inflationserwartungen andererseits  zerlegt.

Viel Bewegung unter der ruhigen Oberfläche
Die Inflationserwartungen sind in der Corona-Krise zunächst abgestürzt, bevor sie sich dann von ihrem Tief im März kontinuierlich erholten. Aktuell beträgt die implizite Inflationserwartung über 1,6 Prozent über die kommenden zehn Jahre und liegt damit nur noch knapp unter dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Die Realrenditen hingegen haben ihren Rückgang fortgesetzt und ihren bisherigen Rekordtiefststand aus der Finanzkrise sogar noch unterboten – im August standen sie bereits bei minus 1,1 Prozent, wie der folgende Chart zeigt.

Realrenditen sollten nach Lehrmeinung Wachstumserwartungen widerspiegeln 
Wörtlich genommen würden daher ansteigende Inflationserwartungen in Kombination mit sinkenden Realrenditen die Erwartung des Marktes reflektieren, dass die Wirtschaft in eine Stagflation abgleitet.

Stagflation ahead?
Mit dieser Interpretation würden die Experten der DWS Group hingegen vorsichtig sein. Denn die Fähigkeit des Rentenmarktes, den Wachstumspfad vorherzusehen oder überhitzende Volkswirtschaften oder ausgabeüberfreudige Regierungen zu zähmen, sei zuletzt oft unterminiert worden. In erster Linie natürlich durch die gewaltigen Aufkäufe durch die Zentralbanken. Dass die Existenz eines Käufers, der keine Kurs-, sondern Mengenziele verfolgt, die Preise mindestens verzerren könne, sei wohl unstrittig. Implizit würden so durch die Zentralbankkäufe auch die Realzinsen beeinflussen, was ihre Aussagekraft über die Wachstumserwartungen verwässere. Der Realzins wird zum Instrument der Zentralbank, um Konsum und Investitionen zu stimulieren.

Inflation-Linker, Gold als Absicherung gegen zuviel Zentralbankintervention
Für Investoren, denen die massiven Zentralbankinterventionen Sorgen bereiten, bieten sich inflationsindexierte Anleihen, aber auch Gold als geeignete Instrumente zur Absicherung an, meint Jörn Wasmund, Head of Fixed Income bei der DWS. (kb)

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