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Short-Squeeze in Europa: Eine Bestandsaufnahme

Es mag noch sehr früh im neuen Kalenderjahr sein, aber es scheint so, als wollten die Investoren das Jahr nicht mit einer hohen Short-Position auf europäischen Aktien beginnen, vor allem nicht in jenen Titeln, die zu den am meisten geprügelten Aktien des Jahres 2022 zählten.

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© lhphotos / stock.adobe.com

Wie Bloomberg News in einem Report feststellte. ist ein Korb mit den 20 größten Nachzüglern des Jahres 2022 am europäischen Aktienmarkt diese Woche um etwa sechs Prozent gestiegen, was mehr als das Dreifache der Performance des Stoxx Europe 600 Index entspricht.

Januar-Effekt
"Wir sehen deutliche Anzeichen für den Januar-Effekt", sagte Carl Dooley, Leiter des EMEA-Handels bei Cowen im Talk mit Bloomberg. Er merkte an, dass das letzte Mal, als europäische Aktien ein ähnlich schlechtes Jahr hatten - 2018 -, Underperformer im ersten Monat des darauffolgenden Jahres stark angezogen" hätten. Dieses Mal verwies er auf Faurecia, HelloFresh, SBB, Kion, Just Eat Takeaway, Zalando, GN Store Nord, Aroundtown und
AMS als diejenigen aus der Liste der ungeliebten 2022 Titel, die den besten Start erwischten.

Leerverkäufe
Es gibt jedoch ein weiteres gemeinsames Thema, das einige dieser Aktien verbindet: eine
hohe Anzahl an ausgeliehenen Aktien, was einen Hinweis auf hohes Interesse an Leerverkäufen signalisiert. Man betrachte etwa die schwedische Immobiliengesellschaft SBB
mit fast 23 Prozent des Streubesitzes, die ausgeliehen werden können, wie Angaben von S&P Global zeigen. Die Aktie ist in diesem Jahr um zehn Prozent gestiegen und hat damit eine Performance seit dem 20. Dezember von etwa 25 Prozent erreicht. Andere Unternehmen wie Zalando, Ocado, Aroundtown und HelloFresh haben alle mehr als neun Prozent ihres Streubesitzes verliehen.

Top 10 Performer 2023Performance YTD 2023Performance 2022Anteil ausgeliehener Aktien als Prozentsatz des Streubesitzes
Kion 12,6%-72%4,6%
HelloFresh 12,5%-70%8,9%
Faurecia 12,0%-63%1,7%
Aroundtown10,5%-59%15,7%
Zalando 8,9%-53%11,3%
SBB 8,8%-71%22,6%
Rockwool 8,6%-43%9,6%
Covestro 8,3%-33%4,5%
Just Eat Takeaway7,9% -59%3,1%
Lanxess 7,8%-31%4,4%

Quellen: Bloomberg, S&P Global

Sektorenbetrachtung zeigt ein ähnliches Bild
Auch hier werden Verlierer zu Gewinnern, wie eine Analyse der europäischen Sektoren nahelegt. Autos, Immobilien und Einzelhandel gehören zu den 2023 voranschreitenden Branchengruppen, nachdem sie alle eine starke Underperformance 2022 eingefahren hatten.

Europas Banken bilden die Ausnahme
Sie befinden sich heuer unter den Top sechs bestperformenden Branchen und waren auch 2022 mit einem kleinen Minus deutlich besser als der Index gelegen. Immobilien waren Mitte Dezember der nach dem Lebensmitteleinzelhandel der am zweithäufigsten geshortete Sektor, so die Daten von S&P Global Data.

Terminmarkt
Der Trend zur Eindeckung von Leerverkäufen zeigt sich auch auf dem Futures-Markt. So hat sich beispielsweise die Netto-Futures-Positionierung von Asset Managern und Leveraged Funds für den S&P 500 Ende Dezember von einem Mehrjahrestief ins Positive gedreht, wie Bloomberg-Daten zeigen. In der Zwischenzeit war die europäische Futures-Positionierung in den letzten zwei Wochen relativ stabil mit einer leichten Netto-Longpositionierung beim Euro Stoxx, während die Positionierung im FTSE 100 und DAX moderat netto short ist. 

Zuversicht oder doch nur Bullenfalle?
Die Profi-Anleger seien mit einer gewissen Zuversicht für das neue Jahr an die Handelstische zurückgekehrt, meinte Pierre Veyret, technischer Analyst bei ActivTrades, im Gespräch mit Bloomberg. Es ist jedoch immer noch schwer zu sagen, ob die derzeitige Kursentwicklung von echten Richtungsentscheidungen der Portfoliomanager getrieben werde oder ob es sich nur um eine Liquiditäts-Bullenfalle ist, die einen Teil der Short-Positionen des letzten Jahres abdecke. Veyret gab zu bedenken, dass eine Kombination aus hoher Volatilität und
geringer Marktliquidität oft als gefährlicher Indikator für Aktientrader gelte. (kb)

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