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Alarm: Diese Indikatoren sollten Investoren ängstlich stimmen

Die jüngsten Umfrageergebnisse von sentix zeigen eine immer schlechtere Stimmung. Die Zentralbanken werden den Karren dieses Mal wohl nicht alleine aus dem Dreck ziehen können, dafür ist die derzeitige Situation zu verfahren. Gefragt ist die Politik, die aber derzeit über das Klima diskutiert.

Patrick Hussy, Geschäftsführer von sentix
Patrick Hussy, Geschäftsführer von sentix
© sentix

An den Märkten könnten die nächsten Wochen ungemütlicher werden. Denn die vom Behavioral-Finance-Experten sentix unter 957 Investoren, darunter 268 institutionelle Anleger, gemessenen Konjunktureinschätzungen fallen im Oktober auf breiter Front. „Für Euroland markiert der sentix Konjunktur-Gesamtindex mit -16,8 Punkten den tiefsten Stand seit April 2013. Die Erholung der Erwartungswerte aus dem Vormonat ist damit komplett verpufft“, schreibt sentix-Geschäftsführer Patrick Hussy in einer aktuellen Markteinschätzung. Zudem gibt Hussy die Lagebeurteilung Anlass zur Sorge. Für Euroland fällt diese um sechs Punkte auf ein Fünfjahrestief und für Deutschland sinkt der Wert das fünfte Mal in Folge mit rasanter Geschwindigkeit. Rezessionsängste sind immanent. Auch die übrigen Weltregionen befinden sich im Sinkflug.

Zentralbankpolitik kann – wenn überhaupt - nur zeitverzögert wirken
Sowohl die EZB wie auch die FED haben im September gehandelt, teilweise gegen massive interne Widerstände und einer breiten öffentlichen Diskussion zur Sinnhaftigkeit dieser Politik. „Die sentix Konjunkturindizes wurden daher mit Spannung erwartet, ob die neuen Maßnahmen eine Herbstbelebung einleiten“, erklärt Hussy.

 Die Oktoberdaten wirken jedoch wie eine kalte Dusche: Von Trendwende keine Spur, alle Teilkomponenten befinden sich im Sinkflug. So fällt der Gesamt-index für Euroland auf den tiefsten Stand seit April 2013, angeführt von einer Lagebeurteilung, die das fünfte Mal in Folge abgibt. Besonders besorgniserregend sei laut Hussy die Dynamik der Lageverschlechterung, die mit -6 Punkten gehörigen Abwärtsruck signalisiert. „Rezessionsängste sind und bleiben immanent. Den Notenbankern ist es mit den bisherigen Maßnahmen nicht gelungen, die Abwärtsspirale zu durchbrechen“, merkt Hussy an.

„Sagenhafter“ Rückgang, Marktteilnehmer noch immer eingelullt
„Seit dem Hoch im Februar 2018 hat die Lagebeurteilung für Euroland von ursprünglich hervorragenden Werten bei +49,5 um sagenhafte 67,5 Punkte abgegeben!“, merkt Hussy mit Verweis auf die obere Grafik an. Die Reaktion der Beobachter sei laut Hussy „ungewöhnlich unaufgeregt“. Bislang wurde die Abschwächung stets kleingeredet: Aus einer „bloßen Stimmungskorrektur“ im Jahre 2018 wurde nun eine selektive Industrierezession diagnostiziert.

Zum anderen fehlt das Bewusstsein von Politik und Öffentlichkeit, dass schnelle Antworten gefunden werden müssen, um dem Tempo des Abschwungs entgegenzutreten. Im Fokus stehen (noch) andere politische Themen und ein vermeintlich stabiler Arbeitsmarkt, der den Blick auf die wirtschaftlichen Zukunftsperspektiven trübt. Zudem verlassen sich alle auf das altbewährte Rezept in Form von „billigem Notenbankgeld“. Von monetären Impulsen werden Wunderdinge erwartet, welche diese zunehmend nicht mehr alleine leisten können. Die Reaktion der Anleger hierauf ist eindeutig.

Deutschland diskutiert über das Klima und schmiert ab 
Das Weltklima sei Hussy zufolge wichtig, Maßnahmen seien zwingend notwendig. Die Diskussionen vereinnahmen zurzeit die gesamten Kräfte der Politik, welche im zähen Ringen um die „beste Lösung“ alles Übrige vernachlässigt. „Ein anderes, nicht weniger wichtiges Klima, verschlechtert sich jedoch viel schneller: Das Wirtschaftsklima in Deutschland erodiert im Rekordtempo, der Gesamtindex für die einstige Konjunkturlokomotive in Europa markiert im Oktober den tiefsten Stand seit Juli 2009! Massiver Druck baut sich auf, der first mover unter den Frühindikatoren sendet ein deutliches Signal an die handelnden Personen, dass die Wirtschaftsverlangsamung eine schnelle und beherzte Reaktion erfordert“, fordert Hussy.

USA: Voll im Abwärtsstrudel angekommen
Lange Zeit zeigte sich die Wirtschaftssituation in den USA widerstandsfähig. Nun werden aber immer deutlicher die Bremsspuren der globalen Wirtschaftsverlangsamung sichtbar - auch für der US-Wirtschaft: Der Gesamtindex für die USA rauscht erstmals seit Oktober 2012 wieder in den negativen Bereich. Trump verfrühstückt sein aufgebautes Komfortniveau im Rekordtempo: Seit Oktober 2018 sind die Lagewerte von +66,5 um 53,5 Punkte auf nunmehr +13 gefallen. Alleine der US-Arbeitsmarkt zeigt (noch) eine stabile Grundverfassung. Doch dieser reagiert bekanntlich als letztes.

Welt: „Mindchanger“ notwendig
Die Verschlechterung in den einzelnen Wirtschaftsregionen hinterlässt damit deutliche Risse in der Weltkonjunktur. Der sentix Global Aggregate Gesamtindex fällt mit -6,3 Punkten auf den tiefsten Wert seit Dezember 2011. „Ein Signal der Politik sei nach Ansicht von Hussy notwendig, um die immer stärkeren Ängste der Investoren zu brechen. Eine Lösung im Zollstreit oder beim Brexit, aber auch Maßnahmen über die Steuer- und Investitionspolitik der Staaten hätten das Potential für einen solcher „Mindchanger“. Das alleinige Vertrauen auf die Notenbanken hilft am Ende nicht“, erklärt Hussy abschließend. (aa)

 

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