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sentix: Längste Aktien-Hausse aller Zeiten geht zu Ende

Der Liquiditätsentzug der Zentralbanken wird über größere Risiken zu höherer Volatilität und damit zum Ende der mehrjährigen Aktien-Hausse führen, meint sentix. Auch wenn kurz davor die Kurse noch einmal steigen werden, rückt das Risikomanagement nunmehr stärker in den institutionellen Fokus.

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Manfred Hübner, sentix: "Die erreichten Tiefstände in den Volatilitätsindizes suggerieren, dass die Märkte ein Hort der Stabilität sind. 2018 droht das Ende der relativen Ruhe.“
© sentix

Für das kommende Börsenjahr rechnen die Behavioral Finance-Experten von sentix mit
einem deutlichen Anstieg der Schwankungen an den Kapitalmärkten. Die Konsequenz
hieraus ist ein in den letzten Monaten ungekanntes Marktrisiko, welches die verschiedenen
Assetklassen durchschüttelt. Die Quintessenz aus den zehn Thesen lautet deshalb, dass
Anleger gut beraten sind, die Risiken aktiv zu managen. Passives Anlegen dürfte im
kommenden Jahr nicht die beste Strategie sein. Das ist dem sentix-Jahresausblick zu entnehmen, der unter dem Motto "Kohle-Ausstieg" steht, wie das Cover dieses Berichts zeigt.

Liquiditäts-Junkies werden langsam auf Entzug gesetzt
Manfred Hübner, Geschäftsführer und Chefstratege von sentix erläutert: „Die erreichten
Tiefstände in den Volatilitätsindizes suggerieren, dass die Märkte ein Hort der Stabilität sind.
2018 droht das Ende der relativen Ruhe.“ Die vorsichtige Sichtweise ergibt sich aus den
zunehmend fragilen Marktverhältnissen, die durch die extreme Politik der Notenbanken
entstanden sind. Hinzu kommt der absehbare Entzug von Marktliquidität durch die
Notenbanken und die brummende Realwirtschaft. Da zunehmend mehr Notenbanken ihren
Stimulus zurückschrauben oder sogar ganz auf die Bremse treten, stellt eine Abkehr von
dieser Politik den naheliegendsten Faktor für eine Rückkehr der Volatilität dar.

DAX wird noch einmal nach oben schießen
Dies bleibt auch nicht ohne Folgen für den Aktienmarkt. Die Sentiment-Experten gegen zwar
davon aus, dass die Dividendentitel nochmals im ersten Quartal 2018 nach oben überschießen und Indizes wie der DAX die 14.000 Punktemarke testet. Danach beginnt aber die Distributionsphase, die Marktbreite bekommt deutliche Risse und Kurskorrekturen fallen ab dann heftiger aus.

Das Risikoverhalten der Investoren ist bereits jetzt ähnlich sorglos wie an früheren Markthochpunkten. Da US-Titel besonders hoch bewertet sind, ist dieser Markt im kommenden Jahr sehr verwundbar. „Dennoch dürfte das jahrelang erfolgreiche und eingeübte „buy on dips“ der Anleger nicht so schnell verschwinden und deshalb einen zunehmend schwankungsreicheren Markt herausbilden“, ergänzt sein Kollege Patrick Hussy. Im nächsten Jahr dürfte die längste Hausse der Börsengeschichte in den USA deshalb zu
Ende gehen.

Kryptowährungs-Milchmädchen-Hausse wird Paradebeispiel für die Lehrbücher
Ausdruck der enormen Risikobereitschaft unter den Anlegern sind auch die Kursexzesse bei
Kryptowährungen. Die sentix-Strategen widmen daher in ihrem Ausblick dem Hauptvertreter
Bitcoin ein eigenes Kapitel und analysierten das Phänomen unter behavioristischen
Gesichtspunkten. „Mit Bitcoins bietet sich uns die einmalige Gelegenheit, das Entstehen, Wachsen und Platzen einer Spekulationsblase in Echtzeit und Hochgeschwindigkeit
mitzuerleben“, erläutert Hübner, der bereits etliche viel beachtete Studien zu diesem Thema
verfasst hat.

sentix stellt für 2018 in Aussicht, dass die Bitcoin-Blase ein jähes Ende findet, zuvor aber die Anleger in eine finale Manie verfallen. Der Hype kann dieser Analyse zufolge in der Endphase sogar kurzfristig auf andere Anlageformen wie Aktien und Gold abstrahlen.

Investoren werden sorglos
Eine wichtige Auffälligkeit in den Ergebnissen dieser sentix-Umfrage ist, dass Investoren
keinesfalls mit starken Kursamplituden rechnen. Viele Marktteilnehmer werden wahrscheinlich durch die ungewohnt hohen Kursausschläge auf dem falschen Fuß erwischt.

Insbesondere an den Zins- und Währungsmärkten wird kaum eine Veränderung erwartet. Dies sind Anzeichen einer gewissen Konditionierung, die sich bei den Anlegern eingestellt hat. Notenbanken und Anlagenotstand haben ein Risikobewusstsein geschaffen, das eine gewisse Lähmung im Denken und Handeln erzeugt. sentix prognostiziert deshalb stärkere Ausschläge beim US-Dollar, bei US-Zinsen und auch bei Gold.

Gerade die Rohstoffe könnten 2018 nochmals positiv überraschen. Die Anlageklasse ist in den vergangenen Jahren außer Mode gekommen und birgt Nachholpotential. Interessante
Gelegenheiten ergeben sich neben Rohöl auch bei Edelmetallen und Agrarrohstoffen.

Mehr als 1000 Investoren befragt
Der sentix Jahresausblick erscheint bereits zum 14. Mal und stützt sich vor allem auf die  Jahresbefragung von über 1.000 institutionellen und privaten Anlegern, die ihre Einschätzungen zu verschiedenen Märkten abgegeben haben.

Die Jahrespublikation erscheint am 12. Dezember und beinhaltet weitere, sehr spannende Prognosen. Unter dem Titel „Kohle-Ausstieg“ bietet sentix auf 95 Seiten zehn Anlageideen für 2018: Die Publikation kann elektronisch oder in gedruckter Form unter
https://shop.sentix.de/jahresausblick-2018 bezogen werden. (aa)

 

 

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