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sentix Konjunkturindex zeigt: Der Abschwung gewinnt an Geschwindigkeit

Der sentix Konjunkturindex für Euroland fällt um satte 7,9 Punkte auf den tiefsten Stand seit Oktober 2014. Die angekündigten Maßnahmen der Notenbanken haben nicht dazu geführt, dass die Konjunkturerwartungen drehen. Vielmehr reißen Lage und Erwartungswerte förmlich ab.

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Patrick Hussy, Geschäftsführer der auf Behavioral Finance spezialisierten Asset Management-Boutique sentix GmbH.
© sentix

Die Konjunktur-Umfrageergebnisse von August 2019 geben wenig Anlass zur Hoffnung: In Deutschland sinkt der Gesamtindex sogar auf den tiefsten Stand seit Oktober 2009. Eine Rezession in Deutschland ist vorprogrammiert. Auch die übrigen Weltregionen haben mit großen Abschlägen zu kämpfen. Selbst für die USA, wo die Lagewerte noch stabil bleiben, sinken die Erwartungswerte dramatisch ab. Trump hat mit seinen erneuten China-Zöllen nochmals Öl ins Feuer gegossen. 

Euroland: Geschwindigkeit der Verschlechterung nimmt zu
Der Druck an der Konjunkturfront nimmt spürbar zu. Lage und Erwartungswerte gehen in die Knie, die 6-Monatserwartungen für Euroland sinken um 7 Punkte auf -20 Punkte. Dies ist der tiefste Wert seit August 2012! Zum nahenden Amtsende Draghis sind damit die Konjunkturerwartungen für Euroland wieder da angekommen, wo sich Draghi zu seiner „whatever it takes-Rede“ genötigt sah. Das Votum der Investoren fällt auch für die Lagewerte vernichtend aus. Der Status Quo für die Konjunktur in Euroland gibt erneut um satte 9,2 Punkte nach und sinkt damit auf den tiefsten Stand seit Januar 2015. Die Geschwindigkeit der Verschlechterung nimmt rasant zu, ohne dass die jüngsten Ankündigungen der Notenbanken den Trend bremsen können.​

sentix-Konjunturindex für Euroland

Interpretation
"Gerade die Lagewerte verdeutlichen, dass das Rezessionsgespenst umhergeht", sagt sentix-Geschäftsführer Patrick Hussy. "Der Wert ist erstmals seit Februar 2015 wieder negativ, die Zukunftserwartungen geben mit -20 Punkten keine Entwarnung." Im letzten Jahr hatten eine Reihe von Volkswirten die Verschlechterung lediglich als „Stimmungskorrektur“ abgetan. Am aktuellen Rand will man die Verschlechterung nur am Produktionsgewerbe festmachen und spricht von einer „Rezession im verarbeitenden Gewerbe“. Hussy dazu: "Der Dienstleistungssektor wird ausgeklammert, aus unserer Sicht ist das ein großer Fehler!"

Signalwirkung
Der Ruf des sentix Konjunkturindex als frühester Frühindikator bedeutet Druck auf alle weiteren Frühindikatoren. Es ist zu erwarten, dass die Konjunktursignale im August stärker nachgeben werden und der sentix-Vorgabe folgen. Der Aktienmarkt hat zwangsläufig ein großes Problem, vermutet Hussy.

Deutschland: Klimadiskussion lähmt
Für die deutsche Wirtschaft stehen schwere Zeiten an. Die rolle Rückwärts der Globalisierung bekommt der ehemalige Exportweltmeister hart zu spüren. Die hohe Abhängigkeit vom Export und dem Absatzmarkt China ist eine Bürde, da der Zollstreit sich deutlich länger hinzieht, als viele das gehofft haben. Die gesamte Politik diskutiert über Klimafragen (die sicherlich wichtig sind) und übersieht dabei völlig, dass das Wirtschaftsklima abrauscht. Deutschlands Politik wickelt gewollt oder ungewollt eine Branche nach der anderen ab und sägt an dem Ast, auf dessen der Wohlstand aller sitzt. Der Gesamtindex für Deutschland fällt auf den tiefsten Stand seit August 2009 und befindet sich deutlich im negativen Bereich. Eine Rezession ist vorprogrammiert. 

USA: Trump gießt Öl ins Feuer
Der US-Präsident ist mit seiner Notenbank unzufrieden. Mehr Zinssenkungen seien nötig. Nicht von ungefähr verhängt Trump nun einen Tag nach der FED Zinsentscheidung den nächsten Zollaufschlag für China-Güter. Auch wenn die Wirtschaftslage der USA mit +30 Punkten immer noch hochgehalten wird, so drückt der Schuh gewaltig über die Erosion in den Erwartungswerten. Diese fallen auf -17,5 Punkte zurück. Die Lücke zwischen Lagewerte und Erwartungsindex beträgt nunmehr stolze 47,5 Punkte. Das Spannungsfeld dürfte den Aktienmärkten nicht guttun. Eine Erwartungslücke dieser Größenordnung bedeutet eine Anpassungsreaktion für die Unternehmenspapiere.

Global: Ernste Situation
Für den Globus bedeutet dies, dass sämtliche Regionen sich im Abwärtsstrudel befinden. Der sentix Global Aggregate, der hervorragende Vorlaufeigenschaften für den OECD leading indicator besitzt, fällt um 6,2 Punkte in den negativen Bereich zurück. Dies ist der tiefste Stand seit Februar 2019. Es wird also in den kommenden Monaten ungemütlich, sagen die sentix-Daten. (kb)

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