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sentix: Deutschland schmiert ab, Hoffnung liegt nun auf China

Während sich die Investorenerwartungen betreffend die Euroland-Konjunktur etwas verbessert, knickt in Deutschland die Einschätzung zur aktuellen Lage deutlich ein. Auch wenn sich die Erwartungshaltung zu Deutschland zumindest leicht erholt, schauen Investoren nun gebannt nach China.

Manfred Hübner, sentix
Manfred Hübner, sentix
© sentix

„Der Blick der Konjunkturbeobachter ist derzeit stark auf China gerichtet. Denn die Zeichen stehen im Reich der Mitte immer deutlicher auf Aufschwung“, schreibt sentix-Geschäftsführer Manfred Hübner in einer aktuellen Einschätzung basierend auf einer aktuellen Sentiment-Umfrage unter 936 Anlegern, darunter 253 institutionelle Investoren, von 4. bis 6. April 2019.

Große Hoffnung auf einen Trumpschen „Deal“
Sollte es zusätzlich zu einer Einigung im Handelsstreit mit den USA, der zweiten konjunkturell robusten Region der Weltwirtschaft, kommen, könnte sich laut Hübner auch für die europäische Konjunktur eine Trendwende ergeben. Bis dato ist nur eine weitere Stabilisierung zu vermelden. Der sentix Konjunkturindex für Euroland steigt leicht auf -0,3 Punkte, nach -2,2 Punkte im Vormonat.

Euroland: Stabilisierung setzt sich fort
Die konjunkturelle Lage in der Eurozone bleibt fragil. Der sentix Konjunkturindex für die Lage in der Eurozone fällt auch im April auf nur noch 3,8 Punkte. Dies ist laut Hübner immerhin der achte Rückgang in Folge. Auf der anderen Seite steigen die Erwartungswerte um sechs Punkte auf -4,3 und damit zum dritten Mal in Folge. „Die Konjunktur verliert damit noch an Kraft, das Momentum nimmt aber ab. Es scheint, als könne die Eurozone einen tieferen Abschwung geradeso verhindern“, erklärt Hübner mit Verweis auf nachfolgende Grafik:

Alter Kontinent abhängig von China und den USA
Dass dies gelingt, scheint mit Ausnahme der leidigen Brexit-Diskussion derzeit weniger in der Hand der Europäer selbst zu liegen, sondern vor allem in der weiteren Entwicklung der beiden Wirtschafts-Schwergewichte China und USA. „Während die chinesische Regierung bereits zur Jahresmitte mit einer starken Kreditausweitung Wachstumsimpulse gesetzt hat, die inzwischen auch in den dortigen Frühindikatoren Früchte tragen, ist es der Abschluss der Verhandlungen im Handelsstreit mit den USA, der weitere Impulse setzen dürfte. Da USA und China beide noch im Aufschwung sind, dürften positive Rückkopplungen auf Europa in den nächsten Monaten nicht ausbleiben“, prognostiziert Hübner.

Eine weitere Unterstützung erhält die Konjunktur gemäß den sentix-Themenindizes von den Notenbanken. Nachdem der Teilindex Inflation seit November auf aktuell nahe Null angestiegen ist und EZB und FED entsprechende Signale gesendet haben, steigt der Teilindex Notenbankpolitik auf 16,25 Punkte. Dies ist der höchste Wert seit September 2016. Damals begann der Zyklus der geldpolitischen Straffungen. Die Anleger erwarten nun eine spürbare Abkehr hiervon. Dies dürfte Wirkungen auf die Zinsstrukturkurve zur Folge haben.

Deutsche Wirtschaft unter Druck
Deutschland gehört zurzeit zu den Regionen mit der schwächsten Konjunkturdynamik. Besorgniserregend seit Hübner zu Folge der weitere Einbruch der Lagewerte von 20,0 auf 10,5 Punkte, den tiefsten Stand seit April 2010. „Im Januar 2018 lag der Wert noch bei 72,25!“, betont Hübner.

Immerhin sehen die Anleger aber auch hierzulande die Chance, dass eine Rückkehr der Weltwirtschaft in den Aufschwung auch Hoffnung für Deutschland macht. Die Erwartungen steigen zum dritten Mal in Folge, sind aber mit -6 Punkten noch negativ. „Es wäre positiv, wenn sich Deutschland nicht auf China und die USA alleine verlassen würden, sondern sich um eigene Beiträge zu einer konjunkturellen Stabilisierung bemühen würde“, fordert Hübner.

US-Konjunktur-Erwartungen wieder besser
Nachdem es phasenweise so aussah, als ob auch die US-Wirtschaft in den Sog der globalen Konjunkturabschwächung geraten könnte, hat der Umschwung in der Geldpolitik sowie die Signale aus China auch die Situation für die US-Wirtschaft verbessert. Zwar sind auch für die USA die Erwartungen mit -7,8 Punkten noch negativ, doch die Lagewerte bleiben mit +33,3 nach wie vor robust. Eine Einigung im Handelsstreit mit China ist dennoch entscheidend.

Globales Aggregat: China zeigt seine Muskeln
Auch wenn die chinesische Wirtschaft schon viele Jahre eine hohe Bedeutung für die Weltwirtschaft hat, zeigt sich 2019 vielleicht zum ersten Mal in aller Deutlichkeit, dass das Reich der Mitte endgültig zur führenden Wirtschaftsnation aufgestiegen ist. „Denn von der Lockerung der Wirtschaftspolitik in China profitiert nicht nur China selbst, sondern es ist überdeutlich wie sehr Japan und Europa von der Entwicklung dort abhängig sind. Eigene Wachstumsimpulse vermögen diese zwei wichtigen Regionen zumindest derzeit nicht zu setzen. Aber auch für das globale Aggregat ergibt sich durch die immer höhere Gewichtung Chinas eine Stärkung", erklärt Hübner mit Verweis auf die letzte Grafik, die das globale Aggregt zeigt. (aa)

 

 

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