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Anleger reagierten verschreckt - ist der Markt bereits bereinigt?

Ein Minus von rund zwei Prozent in den europäischen Aktienindizes vor wenigen Tagen hat deutliche Spuren im Sentiment hinterlassen, berichtet sentix. Nun stellt sich die Frage, ob die mittlerweile ängstliche Stimmung ein Kaufsignal sei oder der Beginn weiterer Kursverluste.

Patrick Hussy, sentix
Patrick Hussy, sentix
© sentix

Vor dem Hintergrund schwächerer Aktienkurse, reagieren laut sentix-Geschäftsführer Patrick Hussy Anleger inzwischen verängstigt. Das von sentix berechnete Stimmungs-Barometer bricht binnen Wochenfrist auf -41,5 Prozentpunkte ein. "Die Sommer-Lethargie an der Börse ist definitiv aufgebrochen!", erklärt Hussy.

Stimmung rutscht in den Keller
In der abgelaufenen Woche ist die Stimmung für Aktien in der Eurozone deutlich eingebrochen: Das Sentiment-Barometer von sentixfür den Euro Stoxx 50 reagiert sehr heftig auf die jüngste Kursschwäche und verliert binnen Wochenfrist um 45 (!) Prozentpunkte. Dies ist die erste deutlichere Stimmungseintrübung seit Ende Januar 2021.

Höhere Volatilitäten vielfach nicht mehr gewohnt
Zuletzt hatten die Anleger wenig Emotionen gezeigt. Die Lethargie an den Aktienmärkten war in Anbetracht neuer Allzeithochs in den Aktienindizes ein außergewöhnliches Phänomen. Jetzt reagieren die Anleger verschreckt auf eine Bewegung, die vom prozentualen Ausmaß gar nicht so heftig erscheint, merkt Hussy an.

Gerade aus Asien kommen zuletzt vermehrt negative Signale. Aber auch die stark rückläufigen Konjunkturerwartungen haben den Anlegern zuletzt Sorgen bereitet. Jetzt scheint sich der Mix entladen zu haben.

Aus konträrer Analyse-Sicht reizt Hussy zufolge ein solches Stimmungsextrem zum antizyklischen Kauf. "Testet man die sentix-Datenhistorie auf ein vergleichbar negatives Sentiment, werden Ertragsaussichten von durchschnittlich 5,5 Prozent auf Sicht der nächsten zehn Wochen angezeigt", erklärt Hussy.

Die Stimmung (blaue Linie) ist so schlecht wie schon länger nicht mehr

Für Käufe ist es wahrscheinlich zu früh
Ein zweiter Blick auf die Veränderungsdynamik zeigt Hussy zufolge aber ein weiteres Detail: Ein vergleichbar starker Sentiment-Abriss deutet auf eine nochmalige Kurs-Belastung in den nächsten zwei bis drei Börsenwochen hin. "Eine vergleichbare Situation im Anlegerverhalten gab es erst drei Mal in der 20-jährigen sentix-Historie. Der durchschnittliche Kursverlust betrug 3,1 Prozent. Folglich stellen die aktuellen Stimmungsdaten kurzfristig eine Belastung für die Märkte dar und werden erst auf Sicht von sechs bis acht Wochen zum Ertragsmotor", prognostiziert Hussy abschließend. (aa)

 

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