Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:

Institutioneller Investor sucht Manager für Best-of-Two-Strategie

Ad

Ein Großanleger tätigt über das Mandate-Tool eine Ausschreibung betreffend eine Best-of-Two-Strategie im Bereich Renten und Aktien. Mehr Informationen zum Mandat erhalten nur registrierte User. Mehr erfahren >>

Anzeige
| Märkte
twitterlinkedInXING

sentix: Aktuelle Lage erinnert an das Vorkrisenjahr 2007

Die vom Behavioral-Finance-Spezialisten gemessene Stimmung für die Konjunktur in Euroland fällt im Dezember gemessen am Gesamtindex zum vierten Mal in Folge auf minus 0,3. Damit gleicht die Dynamik des Abschwungs derjenigen des Vorkrisenjahres 2007.

Manfred Hübner, sentix
Manfred Hübner, sentix, misst unter den befragten Marktteilnehmern eine pessimistische Einstellung, die eine Rezession befürchten lässt.

Vor allem die zwei nachfolgenden Grafiken sollten Investoren gesehen haben: ->
 
© sentix

Investoren sollten ihre Aktienportfolios absichern. Denn die jüngst veröffentlichten Einschätzungen zur Konjunktur wecken düstere Erinnerungen an das Vor-Krisenjahr 2007. Der sentix-Konjunktur-Gesamtindex für die Eurozone fällt zum vierten Mal in Folge auf -0,3, den tiefsten Wert seit Dezember 2014. Dabei brechen Lage und Erwartungen gleichermaßen ein (siehe die Grafik oben in der Mini-Bildergalerie). „Beim Blick auf das internationale Umfeld sind praktisch keine Hoffnungsschimmer zu erkennen, denn selbst die bislang starken US-Werte sinken deutlich. Jetzt ist die (Geld)- Politik gefordert!“, schreibt sentix-Geschäftsführer Manfred Hübner in einer aktuellen Kommentierung der unter 1076 Anlegern, darunter 287 Institutionelle, erhobenen Stimmung (Erhebungszeitraum: 6. bis 8. Dezember 2018).

Beeindruckendes Abwärts-Momentum
Die sentix Konjunkturerwartungen fallen im Dezember auf den tiefsten Stand seit August 2012:  Minus 18,8 Punkte. Dies sei laut sentix doppelt bemerkenswert. Zum einen beeindrucke das schiere Abwärts-Momentum, mit dem die Konjunktur derzeit aufwarte. Mit Ausnahme einer kleinen Sommer-Zwischenerholung geht es bereits das ganze Jahr bergab.

Zum anderen markiert der August 2012 den Beginn der konjunkturellen Aufholphase seit dem Höhepunkt der Eurokrise (siehe die Grafik oben in der Mini-Bildergalerie). Damals äußerte sich Mario Draghi in seiner berühmten Rede („whatever it takes“) und startete seine geldpolitische Offensive.

Jetzt kommt es knüppeldick
Während die EZB sich auf das Ende der milliardenschweren Staatsanleihenkäufe vorbereitet, schmiert die Wirtschaft in erheblichem Tempo ab und fordert damit die Politik und auch die Notenbanken erneut heraus. „Ob Handelsstreit, Italien-Krise, Unruhen in Frankreich und Belgien oder Brexit: es kommt derzeit aus allen Ecken knüppeldick“, schreibt Hübner.

Die Dynamik des aktuellen Abschwungs gleich laut dem sentix-Mastermind dabei in vielerlei Hinsicht derjenigen von 2007. Auch scheinen die Banken, speziell in Europa in einer ähnlich prekären Lage zu sein. Historische Tiefstände bei den Aktien der Deutschen Bank und Kursverluste im Euroland-Bankenindex von fast 30 Prozent seit Jahresbeginn sprechen eine eindeutige, bedenkliche Sprache.

Spielraum für eine Änderung im geldpolitischen Kurs könnte sich von Seiten der Inflation ergeben. Die gesunkenen Ölpreise dürften sich in den nächsten Wochen auch auf die Benzinpreise und nachfolgend in der Inflationsrate übertragen. „Das sollte, das muss die EZB nutzen, um das Sicherheitsnetz für die Konjunktur neu zu knüpfen“, fordert Hübner.

Mit Deutschlands Wirtschaft geht es bergab
Bei Europas größter Volkswirtschaft sieht sentix einen „atemberaubenden Momentum-Verlust“. In den letzten Jahren war die deutsche Wirtschaft erfolgsverwöhnt. Doch die zunehmenden Belastungen in der internationalen Wirtschaft belasten das stark vom Export abhängige Land.

Noch sei nicht klar, ob es US-Zölle für die Autoindustrie geben wird, aber die schwachen China-Verkäufe sind noch wichtiger. Auch die Brexit-Unsicherheit wird wieder größer statt kleiner. Zu allem kommen noch hausgemachte Probleme, wie die drohenden Fahrverbote für Diesel-PKW oder die Schwäche der aktuellen Regierungs-Koalition hinzu. „Und selbst die einzige finanzielle Solidität könnte durch eine neue Bankenkrise rund um die Deutsche Bank infrage gestellt werden“, warnt Hübner.

USA: Der Zenit ist durchschritten
Seit Monaten zweifeln die von sentix befragten Anleger, ob es der US-Wirtschaft gelingt, ihr hohes Tempo ins neue Jahr zu retten. Denn die Steuersenkungen von US-Präsident Trump haben die Konjunktur im Jahr 2018 erheblich befeuert.

Doch dabei handelt es laut Hübner sich um einen Einmaleffekt. Hinzu komme dass sich immer stärker abzeichnet, dass die von Trump initiierten Handelsstreitigkeiten allen Beteiligten schadet – und zwischenzeitliche „Befriedungssignale“ weder vom politischen Gegner noch von den Märkten kaum noch ernst genommen werden. Der Nimbus wackelt.

Globales Aggregat: Wo sind die Hoffnungsträger?
Beim Blick auf die anderen von sentix betrachteten Welt-Regionen fällt auf, dass es derzeit keine Region gibt, die wirklich als Hoffnungsträger geeignet scheint. Am ehesten trifft dies noch auf Lateinamerika zu, doch selbst ihr befindet sich die Wirtschaft noch in einer Rezession und sendet allenfalls erste Zeichen einer Stabilisierung. „Ansonsten brechen Lage- und Erwartungswerte überall deutlich ein. Der Eindruck, dass wir uns am Vorabend eines ernsten konjunkturellen Problems befinden, drängt sich damit auf“, erklärt Hübner abschließend. (aa)

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen