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"Sell in May": In diesen 9 von 11 Ländern lohnt sich ein Verkauf!

Dimtiri Speck, Gründer von Seasonax, befasst sich seit Jahrzehnten mit Saisonalität. Daten seit 1970 belegen, dass man kumuliert über die Sommerhalbjahre von Mai bis inklusive Oktober in der überwältigenden Mehrzahl der Länder an der Börse nichts verdient.

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Die Halbjahres-Verläufe der elf Länder – einfach weiterklicken!
© Fotolia

„Sell in May and go away“ - der beliebte saisonale Börsenspruch besagt, dass die sechs Sommermonate erheblich schlechtere Ergebnisse als die sechs Wintermonate aufweisen. Insbesondere für die US-Aktienmärkte gibt es viele Studien, die die Sommerschwäche bestätigen. Doch wie sieht „Sell in May“ in anderen Ländern aus? Dimitir Speck (Bild links) hat untersucht, wie die Ergebnisse in den elf bedeutendsten Aktienmärkten aussehen.

„Sell-in-May“ ist seit Jahrzehnten geläufig
Dennoch funktioniert die Regel. Speck dazu: "Anscheinend richten sich viel zu wenige danach und es gibt auch kaum Arbitrage. Diese Stabilität lässt erwarten, dass „Sell in May“ auch in Zukunft noch funktioniert. Die einfachsten Regeln sind doch die besten!"

Die elf größten Länder auf dem saisonalen Prüfstand
Dazu hat Speck die gängigen Aktienindizes der von der Marktkapitalisierung elf größten Länder ab 1970 beziehungsweise ab dem Vorliegen von Kursen herangezogen. Der Vergleich trennt das Sommerhalbjahr von Mai bis Oktober vom Winterhalbjahr von November bis April. Die Position wird am ersten Handelstag des Folgemonats glattgestellt. In dem jeweils nicht investierten Halbjahr unterstellt Speck eine unverzinste Cash-Position, um den saisonalen Effekt des Aktienmarktes nicht durch Zinserträge zu verfälschen. 

Ergebnisse
Das Resultat der Übung zeigt deutlich, dass in allen elf Ländern das Winter- besser als das Sommerhalbjahr verlief. In der Mehrzahl dieser elf Länder hätte man während des Sommerhalbjahres im Mittel sogar Verluste erlitten. Diese Länder sind Kanada, Frankreich, Deutschland, Japan, Taiwan und Großbritannien. In diesen Ländern wäre es also definitiv besser gewesen, Urlaub zu machen – oder woanders zu investieren.

Die Halbjahres-Verläufe der elf Länder zeigt die Grafikstrecke oben
Dabei ist der Verlauf des Aktienmarktes während des Sommerhalbjahres in Rot, während des Winterhalbjahres in Grün und während des gesamten Jahres in Blau. Die Charts sind linear skaliert, so dass Sommer- und Winterhalbjahr optisch nicht das Gesamtjahr ergeben.

Hongkong und Indien sind anders
Wie sich zeigt, weisen überhaupt nur zwei der elf größten Länder nennenswerte Gewinne im Sommerhalbjahr auf: Hongkong und Indien. Bei allen übrigen lohnte sich der Verkauf Anfang Mai. Denn die übrigen Ländern weisen Kursverluste oder Kursgewinne von weniger als einem Prozent auf. Bei diesen lohnt sich ein Investment kaum, schließlich wird durch „Sell in May“ auch das Risiko durch Investition nur während der Hälfte der Zeit deutlich reduziert.

Die Länderergebnisse im Detail
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Halbjahres-Ergebnisse der elf Länder im Detail. Grün markiert sind die Halbjahre, bei denen sich ein Investment risikoadjustiert lohnte. In Rot sind die verlustreichen Halbjahre markiert. Nur in zwei Ländern lohnte sich also ein Sommer-Investment, eben in Indien und Hongkong.

Quelle: Seasonax

Seasonax-App

Die Tabelle unterstreicht, dass es die auch Halloween-Effekt genannte Sommerschwäche tatsächlich gibt. Dabei handelt es sich um eine sehr einfache und altbekannte Regel. Es gibt aber weitaus mehr saisonale Effekte, viele davon sind noch völlig unbekannt. Wer in die Welt der Saisonalität eintauchen mochte, dem sei die Seasonax-Applikation empfohlen ,die es als Abo-Bezug über Bloomberg oder Reuters gibt. (kb)

 

 

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