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Schwyzer Kantonalbank: Zentralbankenbilanzausweitungen - ein Problem?

Ob und in wie weit die immer höheren Verlängerungen (Ausweitungen) der Zentralbankbilanzen ein Problem sind, erläutert Thomas Heller, Chief Investment Officer und Leiter Research bei der Schwyzer Kantonalbank, anhand der Schweizerischen Nationalbank.

Thomas Heller, Chief Investment Officer und Leiter Research bei der Schwyzer Kantonalbank
Thomas Heller, Schwyzer Kantonalbank
© Schwyzer Kantonalbank

Die durch Quantitative Easing und andere Wertpapierkaufprogramme aufgeblähten Bilanzen der Zentralbanken weltweit lösen bei vielen Investoren Bedenken aus. Das gilt nicht nur für die Fed, EZB, Bank of Japan oder die Bank of England, sondern auch und insbesondere für die Schweizerische Nationalbank (SNB).

Thomas Heller, Chief Investment Officer und Leiter Research bei der Schwyzer Kantonalbank, erinnert in einem Marktkommentar daran, dass die Bilanz der SNB enorm gewachsen ist: Von 127 Milliarden Schweizer Franken per Ende 2007 (vor der Finanzkrise) auf aktuell über 970 Milliarden Schweizer Franken. Die Grenze zum Unerträglichen wäre somit wohl überschritten, meint Heller.

Gemessen am Schweizer Bruttoinlandprodukt (BIP) stieg die SNB-Bilanz von rund 19 Prozent im Jahr 2007 auf gegen 140 Prozent des BIP in diesem Jahr an. Keine Bilanz einer anderen bedeutenden Notenbank (z.B. EZB, Fed, Bank of England) ist in Prozent relativ zur Wirtschaftsleistung annähernd so groß, obwohl auch sie markant gewachsen sind.

Für Heller sei es schwierig, die Notenbankbilanzen marktschonend wieder zu verkleinern. Im Fall der SNB hieße das, ohne den Franken zu stärken. Im Fall der Fed oder der EZB, ohne Marktverwerfungen auszulösen. Die Fed ist damit 2018 bereits einmal gescheitert.

Es sei nicht zu erwarten, dass die Währungshüter bald mit Bilanzverkürzungen beginnen wollen und können. "Die schiere Grösse der Notenbankbilanzen (absolut oder relativ) ist im Grunde unmittelbaraber auch kein Problem. Sind und bleiben sie halt groß. Da passiert zunächst nichts. Aber sie sind ein Symptom", hält Heller fest.

Problematisch sei Heller zufolge nicht die Grösse, sondern wie es so weit gekommen ist, wofür sie stehen: "Sie stehen für Rettungsübungen, Interventionismus, Defizite, Verschuldung, Politikversagen, Marktverzerrungen, ...! Das Problem der (zu) grossen Notenbankbilanzen – das vorerst gar keines ist – löst sich erst, wenn es dereinst gelingt, aus dem Krisenmodus der letzten zwölf Jahre herauszukommen. Der Weg dorthin ist lang." (aa)

 

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