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Schweiz: Markt für nachhaltige Anlagen zeigt beschleunigtes Wachstum

Der Markt für nachhaltige Anlagen ist 2017 in der Schweiz erneut signifikant gewachsen. Mit einem Plus von 82 Prozent sind gemäß der „Schweizer Marktstudie Nachhaltige Anlagen 2018“ von Swiss Sustainable Finance (SSF) bereits 390,6 Milliarden Franken nachhaltig angelegt.

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SSF-Geschäftsleiterin Sabine Döbeli
© SSF

Die Studie wurde von sechs Hauptsponsoren (Credit Suisse, Inrate, LGT, Pictet Asset Management, Raiffeisen und Vontobel) sowie sechs Unterstützern (Alphamundi, Ecofact, Mirabaud, RAM AI, RobecoSAM und Swisscanto Invest) unterstützt.

Nachhaltige institutionelle Assets wachsen am stärksten
Bei den Vermögen institutioneller Investoren war das Wachstum mit 128 Prozent am ausgeprägtesten. Aber auch nachhaltige Anlagefonds und Mandate wuchsen mit 47 und 25 Prozent deutlich. Nachhaltige Anlagen sind damit im Standardgeschäft angekommen und erfreuen sich einer kontinuierlich wachsenden Aufmerksamkeit aller Akteure am Finanzmarkt. 

Institutionellen Investoren verwalten mehr als die Hälfte aller nachhaltigen Anlagen 
Die von Pensionskassen, Versicherungen und anderen institutionellen Investoren verwalteten nachhaltigen Anlagen von 238,2 Milliarden Franken repräsentieren 61 Prozent des gesamten Schweizer nachhaltigen Anlagemarkts. „Dies entspricht bereits einem Anteil von rund 16 Prozent der insgesamt von Schweizer Pensionskassen und Versicherungen gehaltenen Vermögen“, erklärt SSF-Geschäftsleiterin Sabine Döbeli.

Anteil nachhaltiger Fonds am Schweizer Fondsmarkts auf neun Prozent gestiegen 
Auf die nachhaltigen Investmentfonds von 94,4 Milliarden Franken entfällt ein Anteil von 24 Prozent des nachhaltigen Anlagemarkts in der Schweiz, während der Anteil nachhaltiger Mandate mit 57,9 Milliarden Franken 15 Prozent beträgt. Banken und Asset Manager verwalten damit rund zwei Fünftel aller in der Schweiz verwalteten nachhaltigen Anlagen. „Der Anteil nachhaltiger Fonds am gesamten Schweizer Fondsmarkts ist damit von sieben im Vorjahr auf neun Prozent gestiegen“, erläutert Prof. Timo Busch, der die Studie wissenschaftlich begleitet hat. 

Normbasiertes Screening ist der häufigste Ansatz 
Fast alle nachhaltigen Investmentansätze konnten volumenmäßig deutlich zulegen. Mit einem Gesamtvolumen von 217,8 Milliarden Franken nimmt der normenbasierte Screening-Ansatz nun die Spitzenposition ein. Diese Entwicklung ist in erster Linie darauf zurückzuführen, dass immer mehr Pensionskassen auf diesen Ansatz setzen.

Aktive Stimmrechtsausübung mit größtem Wachstum
Die höchste Wachstumsrate verzeichnete die ESG-Stimmrechtsausübung mit 140 Prozent. Auch der ESG-Integrationsansatz wies gegenüber dem Vorjahr eine markante Steigerung von rund 90 Prozent aus.

Klimaschutz und Nachhaltigkeitsziele im Fokus von Anbietern
Der Schweizer Finanzsektor beschäftigt sich zunehmend mit den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen (SDGs) und dem Pariser Klimaabkommen. 38 Prozent der Vermögensverwalter bieten Produkte mit einem spezifischen Bezug zu den SDGs an und sogar zwei Drittel haben Klimaprodukte im Angebot. Im Hinblick auf den Klimawandel erwiesen sich Investitionen in Klimalösungen als die wichtigste Strategie, welche von 86 Prozent der Antwortenden verfolgt wird. An zweiter Stelle steht die Messung des CO2-Fussabdrucks von Portfolios (81 Prozent der Anbieter von Klimaprodukten). 

Selbstregulierung und gesetzliche Anforderungen in Europa als wichtige Treiber
Wie aus zwei Interviews mit Vertretern des Bundesamts für Umwelt (BAFU) und des Staatssekretariats für internationale Finanzfragen (SIF) hervorgeht, ist Selbstregulation ein mindestens so wichtiger Treiber wie zunehmende gesetzliche Anforderungen, wie sie zurzeit in der EU vorbereitet werden. „Die wachsende Nachfrage von institutionellen Kunden weltweit und in der Schweiz, die durch die beiden in diesem Bericht enthaltenen Fallstudien (Migros Pensionskasse und Genfer Kantonale Pensionskasse CPEG) illustriert wird, bleibt aber der Haupttreiber“, bilanziert Jean Laville, stellvertretender Geschäftsleiter von SSF.

Sabine Döbeli ergänzt als Fazit: „Insgesamt sehen wir den Schweizer Finanzmarkt angesichts der hier ausgewiesenen starken Marktentwicklung auf dem richtigen Weg. Eine kontinuierliche Verstärkung der Bemühungen wird die Idee nachhaltiger Finanzen weiter fördern und die Schweiz als wichtigen Akteur in diesem zunehmend an Bedeutung gewinnenden Bereich positionieren.“ (kb)
 

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