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"Schwarzer Freitag" von 1929: Es gibt Parallelen zu heute...

Der Börsencrash von 1929 beendete die Konjunkturblüte der "Goldenen Zwanziger" und läutete die Große Depression ein. Wirtschaftshistoriker Tobias Straumann sieht Parallelen zur heutigen Situation.

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© Interstid / stock.adobe.com

Im Herbst 1929 geschah in den USA, was sich auf leisen Sohlen schon lange angekündigt hatte: Die Aktienkurse brachen ein, die als "Große Depression" bezeichnete Weltwirtschaftskrise  begann. Am 25. Oktober jährte sich der "Schwarzer Freitag" genannte Börsencrash zum 90. Mal – und glaubt man dem Wirtschaftshistoriker Tobias Straumann, dann hat die Welt seitdem nichts dazugelernt. Im Gegenteil: Straumann warnt sogar vor besorgniserregenden Parallelen zu damals. "Auch in den 1920er Jahren waren die Zinsen über eine längere Zeit zu tief", sagt er im Interview mit der "Neuen Zürcher Zeitung" (NZZ).

Als Folge stieg die Verschuldung der privaten Haushalte und der Nichtfinanzwerte stark an. Es stellte sich eine gefährliche Sorglosigkeit bei Unternehmen und Privathaushalten ein – ähnliches könne man auch heute beobachten, ist der Experte überzeugt. 1929 war es die US-Zentralbank Federal Reserve (Fed), die den goldenen Aufschwung jäh beende, indem sie die Leitzinsen in den USA radikal von 3,5 auf 6 Prozent anhob. Immerhin: Ein solches Szenario dürfte sich vor dem aktuellen Hintergrund nicht wiederholen: Die Fed hat aus ihren Fehlern gelernt. Auch waren die Zinsen in den 1920er Jahren weder dies- noch jenseits des Atlantiks jemals negativ. "Heute müssen wir nicht mit einer abrupten Erhöhung der Zinsen rechnen", sagt Straumann.

Investoren sollten wachsam bleiben
Investoren dagegen können kaum nützliche Lehren aus den Geschehnissen von 1929 ziehen. Dafür sei das Zinsumfeld zu verschieden, sagt der Wirtschaftshistoriker. Die einzige Handlungsempfehlung, die Investoren aus vergangenen Crashs mitnehmen können, lautet, auch in angeblich sorgenfreien Zeiten wachsam zu bleiben. "Vermeintlich stabile Phasen mit steigenden Kursen sollten nie dazu verleiten, Extremszenarien auszuschließen", sagt Straumann. (fp)

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