Schroders zu Bonds: Asynchrone Zyklen bergen 2026 attraktive Chancen
2025 war ein Jahr der Unterschiede an den Anleihemärkten, mit sehr großen Divergenzen bei den Renditebewegungen, sowohl zwischen den Regionen als auch hinsichtlich der verschiedenen Laufzeiten der Kurve. Schroders geht davon aus, dass sich dies auch 2026 fortsetzen wird.

"Uneinheitliche Renditeentwicklungen bieten enorme Chancen – allerdings nur für diejenigen, die ihre Anleiheallokation aktiv gestalten und in der Lage sind, die sich schnell ändernden und weltweit unterschiedlichen wirtschaftlichen Bedingungen zu ihrem Vorteil zu nutzen. Passives Management könnte in diesem Umfeld dazu führen, dass Portfolios aufgrund divergierender Renditeentwicklungen übermäßig in die relativen „Verlierer“ investiert sind. Das könnte zu enttäuschenden Renditen und höheren Risiken führen", führt Julien Houdain, Head of Global Unconstrained Fixed Income bei Schroders, ins Treffen.
Renditeentwicklungen seit Jahresbeginn nach Ländern und Kurven (in Basispunkten)

Quelle: Macrobond, Bloomberg, Schroders, Stand: 28.10.2025.
Zu viel des Guten?
Julien Houdain: "Wir blicken optimistisch auf die Aussichten für die US-Wirtschaft im Jahr 2026, da sowohl fiskalische (wenn die Auswirkungen des One Big Beautiful Bill Act voll zum Tragen kommen) als auch geldpolitische Lockerungen (angeregt durch eine Abschwächung des Arbeitsmarktes Mitte 2025) auf die Wirtschaft einwirken werden. Wir begrüßen zwar die Unterstützung durch die Regierung und die Zentralbank, um die im Sommer 2025 gestiegenen Risiken einer harten Landung zu verringern, befürchten jedoch, dass die politischen Entscheidungsträger es mit den Konjunkturmaßnahmen übertreiben könnten. Unserer Ansicht nach ist zu viel des Guten eine reale Möglichkeit. Wir achten auf Anzeichen dafür, dass die Politik zu stimulierend geworden ist, wie etwa eine erneute Verknappung auf dem Arbeitsmarkt oder steigende Kerninflation und Löhne.
Die europäische Wirtschaft hat sich im Laufe des Jahres 2025 langsam verbessert
Julien Houdain und seine Kollegen bei Schroders gehen davon aus, dass sich dieser Trend auch im nächsten Jahr fortsetzen wird, wobei die fiskalischen Impulse aus Deutschland nach Meinung des Hauses zwar einen zusätzlichen Beitrag leisten, aber keine entscheidende Veränderung für das Gesamtwachstum der Eurozone bewirken werden.
Geduld ist eine Tugend
Unternehmensanleihen haben ein weiteres Jahr mit positiver Performance hinter sich, aber Schroders sieht den Bewertungsausgangspunkt als den wichtigsten Treiber für die künftigen Renditen. "Der Spread, der für das Eingehen eines zusätzlichen Kreditrisikos gegenüber Staatsanleihen erzielt wird, befindet sich derzeit auf einem historischen Tiefstand. Angesichts dieser sehr engen Spreads erscheint es derzeit nicht ratsam, hier ein bedeutendes Engagement einzugehen", so Houdain.
Chancen für eine Erhöhung des Kreditrisikos werden sich 2026 bieten
Das ist immer der Fall, und man kennt den Auslöser dafür selten im Voraus. Houdain weiter: "Angesichts unserer optimistischen Wachstumsaussichten halten wir es für den sinnvollsten Ansatz, genügend Spielraum zu behalten, um Kapital einzusetzen, sobald sich attraktivere Chancen bieten. In der Zwischenzeit ist es wichtig, strenge Fundamentalanalysen durchzuführen, dort zu suchen, wo andere Investoren nicht suchen, und weiterhin innovativ zu sein, um Alpha innerhalb von Unternehmensanleihen zu generieren."
Flexibler Ansatz bei der Vermögensallokation
Dieser bedeutet auch, bessere Chancen zu nutzen, wenn sie sich in anderen Märkten bieten. "Hypothekenbesicherte Wertpapiere von staatlichen Stellen sollten durch attraktive Bewertungen und sinkende Zinsvolatilität gestützt werden. In Europa sehen wir auch gute Chancen bei Emittenten von quasi-staatlichen Anleihen und gedeckten Schuldverschreibungen", ist Julien Houdain überzeugt.
Agiler und aktiver Ansatz eindeutig präferiert
Die Herausforderungen, die das Jahr 2026 unweigerlich mit sich bringen wird, bergen sowohl Risiken als auch Chancen, weshalb ein agiler und aktiver Ansatz bei Anleiheinvestitionen für die Erzielung einer guten Anlageperformance noch wichtiger wird, gibt Houdain zu bedenken. (kb)

