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Schroders: Welche Schwellenländer-Anleihen aktuell Stärke zeigen

Die anhaltende Nachfrage unterstützt die Anleihen aus Schwellenländern. Doch die Flut hebt nicht alle Boote, sondern vor allem die der Rohstoffexporteure. Abdallah Guezour von Schroders über die Aussichten für EM-Bonds.

Abdallah Guezour, Schroders: "Anleihen aus Schwellenländern zeigen sich vor dem Hintergrund einer außergewöhnlich unsicheren globalen makroökonomischen, geldpolitischen und geopolitischen Lage weiterhin widerstandsfähig."
Abdallah Guezour, Schroders: "Anleihen aus Schwellenländern zeigen sich vor dem Hintergrund einer außergewöhnlich unsicheren globalen makroökonomischen, geldpolitischen und geopolitischen Lage weiterhin widerstandsfähig."© Schroders

Eckpunkte:

Im Bereich Emerging Market Debt zeigen einige Segmente relative Stärke

Das liegt u.a. daran, dass Investoren mittlerweile eine differenzierte Sichtweise haben


Trotz der weltweiten Unsicherheiten im Hinblick auf Geopolitik, Zinsen und Wachstum zeigen sich Schwellenländer-Anleihen weiterhin widerstandsfähig. Das spiegelt sich in den anhaltenden Kapitalzuflüssen ausländischer Anleger wider. Das war in früheren Phasen globaler Unsicherheit anders. Doch der Markt unterscheidet auch aktuell zunehmend zwischen den Emittenten, sagt Abdallah Guezour, Leiter EM Debt und Rohstoffe bei Schroders.

Rohstoffexporteure profitieren
Guezour erklärt: "Vor dem Hintergrund einer außergewöhnlich unsicheren geopolitischen Lage haben die hochverzinslichen Märkte in rohstoffexportierenden Volkswirtschaften, insbesondere in Lateinamerika, wenig überraschend weiterhin eine überdurchschnittliche Wertentwicklung verzeichnet. Im Gegensatz dazu blieben Märkte mit niedrigeren Renditen in Ländern, die stärker von Störungen der Öllieferungen durch die Straße von Hormus betroffen sind, zurück."

Insgesamt bleibt man bei Schroders aber bei einer positiven Einschätzung der Fundamentaldaten und der politischen Ausrichtung der meisten großen Schwellenländer. "Viele profitieren weiterhin von einem robusten Wachstum, erheblichen makroökonomischen und bewertungsbezogenen Puffern sowie hohen Realzinsen", sagt Guezour. Zu der Einschätzung trägt aber auch eine positive Sicht auf die Preisentwicklung bei. Im Gegensatz zum Marktkonsens geht er nämlich davon aus, dass die aktuellen globalen Inflationssorgen nachlassen werden, da sie größtenteils auf einen möglicherweise nur vorübergehenden Schock bei der Energieversorgung zurückzuführen seien.

Die Industriestaaten nicht außer Acht lassen
Insgesamt könnten Schwellenländer in einer Welt profitieren, in der die Industrieländer ihre Schulden immer weiter erhöhen. Erst an dem Punkt, an dem die Regierungen und Notenbanken der Industrieländer auf die Bremse drücken, gelte es dagegen an den EM-Anleihenmärkten vorsichtiger zu sein. (jh)

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