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Schroders: Value-Aktienrallye könnte diesmal länger anhalten

Die aktuelle Rallye bei Value-Aktien könnte der Fondsgesellschaft Schroders zufolge länger anhalten als in früheren Fällen.

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Ingmar Przewlocka, Fondsmanager des Schroder ISF Global Multi-Asset Balanced
© Schroders

"Dafür sprechen drei wesentliche Faktoren: steigende Inflationserwartungen, anziehende Kapitalmarktzinsen und die momentane Positionierung vieler Investoren“, sagt Ingmar Przewlocka, Fondsmanager des Schroder ISF Global Multi-Asset Balanced. „Insofern dürfte die aktuelle Rotation aus Growth- hinein in Value-Aktien anhalten.“

Einiges spricht für die Fortsetzung der Value-Aufholjagd
Value-Investing verfolgt das Ziel, unterbewertete Aktien zu kaufen – in der Hoffnung, dass die Börsenkurse aufholen und den wahren Wert des entsprechenden Unternehmens künftig besser widerspiegeln. Typisch für Value-Firmen sind ein niedriges Kurs-Gewinn- (KGV) oder Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV), eine hohe Dividendenrendite und eine hohe Eigenkapitalquote. Viele solcher Werte haben zudem einen eher zyklischen Charakter, wodurch sie stärker von konjunkturellem Wachstum profitieren. Im Gegensatz dazu ist das Wachstum von Growth-Unternehmen eher strukturell und damit unabhängiger vom Makroumfeld. Seit der globalen Finanzkrise 2008 fuhren Anleger mit Growth-Aktien deutlich besser als mit Value-Werten. Doch in den vergangenen Monaten hat Value aufgeholt.

Drei Treiber der Rallye untersucht
Fondsmanager Przewlocka geht auf die drei Treiber der aktuellen Value-Rallye, die er ausgemacht hat, genauer ein. Erstens die Inflationserwartungen: Value-Unternehmen erzielten ihre Gewinne in der Regel in naher Zukunft, während bei Growth-Firmen vor allem längerfristige Gewinnfantasien eine Rolle spielten. „In einem Umfeld anziehender Inflation ist Geld zum aktuellen Zeitpunkt mehr wert als in der Zukunft. Das verleiht Value-Aktien Rückenwind.“ Zweitens seien steigende Kapitalmarktzinsen tendenziell förderlich für Value-Werte. „Denn damit entfallen auf der anderen Seite zwei Vorteile für strukturelle Wachstumsunternehmen: die günstige Expansion über Kredite und die geringe Diskontierung künftiger Gewinne – sprich: Das künftige Wachstum von Growth-Firmen ist unter dem Strich gegenwärtig weniger wert.“ Drittens hätten viele Portfolios aktuell einen Growth-Überhang, weil sich entsprechende Aktien in den vergangenen Jahren deutlich besser entwickelt haben als Value-Werte. „Auf diesen Zug sind Anleger zunehmend aufgesprungen, so dass heute vielfach ein gewisser Growth-Bias vorherrscht, der sich wieder auf ein ausgewogeneres Niveau zurückbilden sollte.“

Fazit: Portfolio stärker auf Value ausgerichtet, inklusive Banken und Rohstoffe
In Anbetracht dieser Faktoren kommt der Fondsmanager zu dem Schluss: „Wir erwarten, dass Value-Werte in den kommenden Monaten vermehrt Anlagechancen bieten werden.“ Dementsprechend hat er das Portfolio des Schroder ISF Global Multi-Asset Balanced bereits im vierten Quartal 2020 stärker auf Value ausgerichtet – und hält daran fest. „Aus regionaler Sicht setzen wir vermehrt auf europäische und japanische Werte, die generell eher zyklischen Charakter haben. Aus Branchensicht haben wir unter anderem bei Banken aufgestockt, weil diese von einer steileren Zinsstrukturkurve profitieren. Auch im Rohstoffsektor haben wir Positionen aufgebaut. Dabei liegt unser Fokus auf Energiewerten und Industriemetallen, da diese vom Konjunkturaufschwung besonders profitieren dürften.“ (kb)

 

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