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Schroders und Hannover Re stellen tokenisierte ILS-Struktur vor

Smart Contracts sollen den 130 Milliarden Dollar schweren ILS-Markt automatisieren und manuelle Prozesse und Papier-Dokumentation ersetzen. Die neue Struktur soll außerdem die Kapitalallokation effizienter machen. Es wird eine wachsende Nachfrage nach tokenisierten Strukturen erwartet.

Flavio Matter, Schroders Capital
Flavio Matter, Schroders Capital© Schroders Capital

Kernpunkte:

  • Tokenisierung erhöht Transparenz, Liquidität und Skalierbarkeit
  • Bei operativen Risiken vergleichbar mit traditionellen Transaktionen
  • Weitere Digitalisierungsprojekte in Planung

Schroders Capital hat gemeinsam mit dem Rückversicherer Hannover Re erstmals eine reale besicherte Rückversicherungstransaktion über eine tokenisierte Plattform abgewickelt. Damit integriert das Private Debt & Credit Alternatives (PDCA)-Team des Asset Managers Blockchain-Technologie in seine Plattform für Insurance-Linked Securities (ILS).

Die Transaktion markiere einen Schritt, um den ILS-Markt effizienter zu gestalten, sagt Flavio Matter, Head of Insurance Linked Securities bei Schroders Capital. Sie werde Transparenz, Liquidität und Skalierbarkeit erhöhen. "Weitere Projekte im Bereich Digitalisierung sind bereits in Planung", fügte er hinzu.

Schneller und transparenter
Der rund 130 Milliarden US-Dollar schwere ILS-Markt ist bislang stark von manuellen Prozessen, papierbasierter Dokumentation und zahlreichen Intermediären geprägt. Durch die Tokenisierung werden zentrale Elemente wie Kapitalflüsse und Sicherheiten digital abgebildet und über Smart Contracts gesteuert, so Schroders. Ziel ist es, Prozesse zu automatisieren, Transaktionen zu beschleunigen und die Transparenz für Investoren zu erhöhen.

Zugleich soll die neue Struktur die Effizienz der Kapitalallokation verbessern. Die im Rückversicherungsvertrag hinterlegten Vermögenswerte können über Geldmarkt-Exposure optimiert werden, während Investoren über die tokenisierte Struktur Zugang zu den entsprechenden Cashflows erhalten.

Die aktuelle Umsetzung baut auf einem Pilotprojekt aus dem Jahr 2024 auf, bei dem Schroders Capital gemeinsam mit Hannover Re erstmals ein ILS-Instrument tokenisiert und über einen Smart Contract strukturiert hatte. Das Projekt wurde damals bei den Digital Assets Awards als „Best DeFi Initiative“ ausgezeichnet.

Nach Angaben der beteiligten Partner bringt das neue Modell vor allem operative Vorteile. Transaktionen und Abwicklungen lassen sich schneller durchführen, gleichzeitig sollen die Prozesse robuster und nachvollziehbarer werden. Für institutionelle Investoren eröffnet sich damit perspektivisch ein effizienterer Zugang zu ILS-Strategien.

Wachsende Nachfrage
Hannover Re bewertet die Transaktion als wichtigen Lernschritt. Sie habe gezeigt, "dass die damit verbundenen regulatorischen und operativen Risiken mit denen traditioneller Markttransaktionen vergleichbar sind“, sagt Dirk Heuer, Director Group Protection. Man erwarte, dass die Nachfrage nach entsprechenden Lösungen mit zunehmender Reife der Technologie steigen werde.

Technisch umgesetzt wurde die Lösung unter anderem mit Unterstützung der digitalen Asset-Plattform Archax, die als Broker fungierte und Tokenisierung und Verwahrung übernahm. Darüber hinaus ist Schroders in Initiativen wie Project Guardian aktiv, die Standards für digitale Vermögenswerte im institutionellen Umfeld entwickeln sollen.

Die tokenisierte ILS-Lösung soll künftig über mehrere ILS-Strategien von Schroders Capital investierbar sein und gilt als nächster Schritt in der Digital-Asset-Strategie des Hauses. (dv)

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