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Schroders Capital sieht Chancen bei kleineren Private-Equity-Buyouts

Trotz schwachen Fundraisings und geopolitischer Unsicherheit sieht Schroders Capital attraktive Einstiegschancen im Private-Equity-Markt. Besonders Small- und Mid-Cap-Buyouts sowie Continuation Investments böten Potenzial.

Nils Rode, Schroders: "Die überzeugendsten Möglichkeiten liegen weiterhin bei Buyouts im kleinen und mittleren Marktsegment."
Nils Rode, Schroders: "Die überzeugendsten Möglichkeiten liegen weiterhin bei Buyouts im kleinen und mittleren Marktsegment."© Schroders

Eckpunkte:

  • Kleinere Buyouts besonders attraktiv
  • Rekordniveau bei Secondary-Transaktionen
  • Venture-Capital-Markt differenziert zu beurteilen

Der Markt für Private Equity bietet nach Einschätzung von Schroders Capital trotz schwacher Aktivität attraktive Einstiegsmöglichkeiten für langfristig orientierte Investoren. Während Fundraising, Deal- und Exit-Aktivitäten zuletzt deutlich zurückgegangen seien, hätten sich Bewertungen normalisiert und die Wettbewerbssituation in Teilen des Marktes entspannt, erklärt Nils Rode, CIO von Schroders Capital, im aktuellen „Private Equity Outlook Q2 2026“.

Besonders interessant seien weiterhin Buyouts im Small- und Mid-Cap-Segment mit Unternehmenswerten unter einer Milliarde US-Dollar. Dort treffe ein vergleichsweise kleiner Kapitalpool auf ein großes Universum an Investitionsmöglichkeiten, wodurch der Markt ineffizienter und weniger umkämpft sei als das Large-Cap-Segment. Laut Schroders liegen die Einstiegsmultiplikatoren bei kleineren und mittleren Buyouts derzeit rund 40 Prozent unter denen großer Übernahmen und etwa 55 Prozent unter vergleichbaren börsennotierten Small-Cap-Unternehmen.

Als Vorteil nennt Schroders zudem die höhere Widerstandsfähigkeit vieler kleinerer Unternehmen. Diese seien häufig stärker auf den Heimatmarkt fokussiert und damit weniger anfällig für globale Handelskonflikte oder geopolitische Schocks. Gleichzeitig seien die Verschuldungsgrade in diesem Segment meist niedriger. Die operative Wertschöpfung spiele dabei eine zentrale Rolle: Erfolgreiche Manager setzten stärker auf Effizienzsteigerungen, Managementverbesserungen und Wachstum als auf finanzielle Hebeleffekte. Besonders attraktiv erscheinen laut Schroders derzeit Bereiche wie Gesundheitswesen, Unternehmensdienstleistungen und technologiegestützte Services.

Continuation Investments werden zum Standard
Auch der Sekundärmarkt gewinnt aus Sicht des Asset Managers weiter an Bedeutung. Das Volumen der Secondary-Transaktionen habe 2025 mit mehr als 200 Milliarden US-Dollar ein Rekordniveau erreicht. Vor allem sogenannte Continuation Investments etablierten sich zunehmend als Standardinstrument. Dabei halten Sponsoren erfolgreiche Portfoliounternehmen länger als ursprünglich geplant und ermöglichen bestehenden Investoren gleichzeitig Teilverkäufe. Für neue Anleger böten solche Strukturen Zugang zu bereits etablierten Unternehmen mit nachvollziehbarer Historie und weiterem Wachstumspotenzial. Schroders erwartet, dass der Markt für Continuation Vehicles künftig noch schneller wächst als bislang prognostiziert.

Vorsicht bei Late-Stage und Growth Venture Capital
Differenziert beurteilt Schroders den Venture-Capital-Markt. Während Bewertungen im Late-Stage- und Growth-Segment durch die KI-Euphorie bereits neue Rekordhöhen erreicht hätten, mahnt der Asset Manager dort zur Vorsicht. Frühphaseninvestments entwickelten sich dagegen moderater und böten weiterhin interessante Chancen, insbesondere rund um generative KI-Anwendungen. Außerhalb des Silicon Valley gewännen zudem europäische und asiatische Technologiezentren an Bedeutung. Besonders hervor hebt Schroders Großbritannien: Dort sammelten Start-ups 2024 rund 24 Milliarden Pfund Venture Capital ein – mehr als Frankreich und Deutschland zusammen. (dv)

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