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Schroders Capital: Das spricht für Insurance-Linked Securities (ILS)

Insurance-Linked Securities (versicherungsgebundene Wertpapiere) sind seit 2002 die Anlageklasse mit der zweitbesten Wertentwicklung. Aber ihr eigentlicher Reiz liege darin, dass sie die einzige wirklich unkorrelierte Anlageklasse in einem deutlich volatiler gewordenen Markt seien, meint Schroders.

Mark Gibson, Senior Investment Director bei Schroders Capital
Mark Gibson, Senior Investment Director bei Schroders Capital© Schroders Capital

Im Zuge der erhöhten Volatilität und Unsicherheit an den Märkten lohnt es sich, die potenziellen Vorteile von Insurance Linked Securities (ILS) als wertvolle (und vielleicht einzige wirklich) unkorrelierte Ertragsquelle innerhalb eines diversifizierten Portfolios in Betracht zu ziehen – und als eine, die sowohl in den letzten Jahren als auch auf längere Sicht eine außergewöhnliche Performance erzielt hat. Diese Ansicht vertritt Mark Gibson, Senior Investment Director bei Schroders Capital, in einer aktuellen Analyse zu Insurance Linked Securities.

Zur Erinnerung: Bei ILS handelt es sich um eine Form der Absicherung, die in erster Linie von Rückversicherern, aber auch von einigen Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen, gegen die Risiken bestimmter Naturkatastrophen, wie z. B. Hurrikans, initiert werden.

Katastrophenanleihen, oder „Cat Bonds“, bilden den bekanntesten Teil dieses Marktes ab. Dabei handelt es sich um herkömmlich handelbare Wertpapiere mit einer Laufzeit von drei bis fünf Jahren.

Wie werden Cat Bonds und ILS strukturiert?
Die Wertpapiere werden von Zweckgesellschaften begeben, in die das von den Endinvestoren der Wertpapiere bereitgestellte Kapital eingezahlt wird. Diese Zweckgesellschaften sind durch ein Sicherheitenkonto gedeckt, das durch die Emissionserlöse finanziert wird – und das wiederum in risikoarme Instrumente wie Geldmarktfonds investiert. Diese ergänzen die Rendite, die den Investoren aus der zugrunde liegenden Versicherungsprämie gezahlt wird.

Durch diese Struktur sind die Rückversicherer im Falle des Eintretens des versicherten Ereignisses abgesichert – und Investoren sind weder dem Kreditrisiko des Rückversicherers noch dem des Emittenten ausgesetzt, da das zur Deckung der Auszahlungen verwendete Kapital getrennt auf einem Treuhandkonto gehalten wird.

Chancen-Risikoprofil von Insurance Linked Securities und Cat Bonds
Seit der Einführung des Swiss Re Global Cat Bond Index, dem wichtigsten Referenzwert für öffentlich gehandelte Katastrophenanaleihen, haben Cat Bonds eine Gesamtperformance erzielt, die jede Anlageklasse, mit Ausnahme von globalen Aktien, in Bezug auf die annualisierten Renditen übertroffen hat, meint Mark Gibson.

Doch der größte Vorteil aus Portfoliosicht besteht darin, dass die Erträge nicht mit den breiteren Kapitalmärkten korrelieren. Insurance-Linked Securities sind ausschließlich natürlichen, oft wetterbedingten Risiken ausgesetzt. Diese Risiken sind unabhängig von geopolitischen Ereignissen, Konjunkturschwankungen oder Änderungen der Marktstimmung auf den Kapitalmärkten im weiteren Sinne. "Das ist in der gegenwärtigen Situation, in der politische Veränderungen zu starken Marktschwankungen führen, besonders attraktiv, vor allem für aktienlastige Portfolios", betont Mark Gibson. "So erzielten Katastrophenanleihen eine positive Rendite, als die Finanzwelt während der großen Finanzkrise 2008 zusammenbrach, und während der Covid-19-Pandemie im Jahr 2020 blieb die Anlageklasse fast völlig verschont."

Annualisierte Rendite und Volatilität seit Januar 1997, d.h. seit der erstmaligen Auflegung von Cat Bonds

Quelle: Schroders, LSEG Datastream, ICE Data Indices, J.P. Morgan, Credit Suisse. Daten zum 30. November 2024. Alle Rendite- und Volatilitätszahlen sind in USD abgesichert, mit Ausnahme von EMD Local und MSCI World, bei denen es sich um nicht abgesicherte Renditen in USD handelt.

Sehr niedrige Korrelation mit der Zinsentwicklung
Vergleicht man ILS mit anderen festverzinslichen Anlagen, so sind erstere auch hinsichtlich ihrer Duration, d. h. in der Empfindlichkeit gegenüber Zinsänderungen im Zeitverlauf, unkorreliert, betont Gibson.

Das liegt laut Gibson daran, dass der Großteil der Rendite des gezahlten Kupons aus der festen Versicherungsprämie besteht, während nur die auf Sicherheiten und Geldmarktbasis beruhende Rendite variabel ist. Geldpolitische Veränderungen haben damit nur minimale Auswirkungen auf die Rendite.

"Darüber hinaus liegen die Risikolaufzeiten dieser Wertpapiere in der Regel zwischen sechs und 36 Monaten, was bedeutet, dass ein Portfolio eine Mischung aus Engagements mit kurzer Duration aufweist, die nicht dem längeren Ende der Renditekurve ausgesetzt sind", erklärt Gibson abschließend. (aa)

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