Logo von Institutional Money
| Märkte

Savills IM: Diese Chancen bietet der neue Immobilienzyklus

Der Head of Research & Strategy Germany bei Savills Investment Management nennt die seiner Ansicht nach besten Opportunitäten im neuen Immobilienzyklus und empfiehlt vor allem einen Fokus auf resiliente Sektoren.

Christian Müller, Savills Investment Management
Christian Müller, Savills Investment Management© Savills Investment Management

Der europäische Immobilieninvestmentmarkt hat die Talsohle durchschritten und zeigt erste Erholungstendenzen. Allerdings ist durch die irrationale Zollpolitik der USA die Verunsicherung an den Kapitalmärkten und in der Realwirtschaft hoch und hat zurzeit eine erhöhte Marktvolatilität zur Folge. Doch auch unter diesen Marktbedingungen bieten sich Investitionschancen. Für Christian Müller, Head of Research & Strategy Germany bei Savills Investment Management, sind die wichtigsten Fragen, wo es interessante Opportunitäten gibt und worauf risikoaverse institutionelle Investoren achten sollten.

Ein neuer Investmentzyklus beginnt, Kapital kehrt langsam zurück
Angesichts der Unsicherheiten betreffend die Zölle und einer nur langsam besser werdenden Konjunktur in Europa ist laut Müller in den nächsten Quartalen eher von einer Seitwärtsbewegung der Immobilienpreise auszugehen. Dennoch bieten sich Müller zufolge Opportunitäten.

Denn die Immobilienpreise haben korrigiert und damit gegenüber Aktien und Anleihen an Attraktivität gewonnen. Fremdfinanzierungen rechnen sich in vielen Sektoren wieder und der Inflationsschutz ist weiterhin gegeben. "Risikoaverse Investoren agieren in diesem volatilen Marktumfeld sehr selektiv, aber das Kapital kehrt langsam in den Immobilienmarkt zurück. Der Fokus liegt dabei auf Sektoren, die robust gegenüber konjunkturellen Schwankungen sind", betont Müller.

Investmentchancen in widerstandsfähigen Sektoren
Die anhaltende Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Flächen mit stabilen Cashflow-Perspektiven sorgt für eine konstante Marktdynamik. Besonders attraktiv sind Müller zufolge:

  1. Logistik: Trotz konjunktureller Herausforderungen bleibt die Nutzernachfrage nach sehr guten Logistiklagen stabil, insbesondere im Einzugsgebiet urbaner Zentren mit geringen Leerstandsquoten und Mietwachstumspotenzialen.
  2. Wohnen: Knappheit an bezahlbarem Wohnraum führt zu steigenden Mieten. Die viel zu niedrige Bautätigkeit hat sich nochmals verschärft. Alternative Wohnformen wie Studentenwohnen und Co-Living bieten zusätzliche Chancen.
  3. Lebensmitteleinzelhandel: Profitabel aufgrund stabilen Konsums, starker Mieterbonität und langer Mietverträge, insbesondere im Supermarkt- und Discountersegment.
  4. Top-Büros: Hochwertige Flächen in zentralen, lebendigen Bürolagen bleiben gefragt. Leerstandsraten sind niedrig und Spitzenmieten steigen weiter.
  5. Real Estate Debt: Banken schränken Kreditvergaben ein, wodurch alternative Kreditgeber Finanzierungslücken schließen können. Gleichzeitig steigt der Bedarf an ESG-konformen Sanierungen, was weiteres Kapital erfordert.

Keine Kompromisse bei Lage- und Objektqualität
Um die Renditeziele langfristig zu gewährleisten und stabile Erträge zu erzielen, sind laut Müller Kompromisse bei Lage- und Objektqualität fehl am Platz. Die Mietprognosen sind in resilienten Sektoren trotz langsamer konjunktureller Erholung positiv, sofern die Lage- und Objektqualität stimmen.

Die Objektqualität ist neben der Lage mehr denn je ein Schlüsselkriterium für die Wertbeständigkeit, zumal ein Großteil der Immobilienbestände in Europa in die Jahre gekommen ist. Klimaneutralität, hohe Ausstattungs- und Aufenthaltsqualität, Flexibilität und Effizienz sind ausschlaggebend, um die sich verändernden Nutzerpräferenzen bedienen und jederzeit zukunftsfähige Flächen anbieten zu können.

Fazit
Die Neubewertung der Immobilien ist laut Einschätzung von Müller abgeschlossen und die Anlageklasse gewinnt wieder an Attraktivität. Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten gibt es überzeugende Investmentmöglichkeiten. Ein disziplinierter Investmentansatz mit Fokus auf resiliente Sektoren und kompromisslose Objekt- und Lagequalität sichert langfristig stabile Erträge und Werthaltigkeit.

"Investoren, die kontinuierlich auf widerstandsfähige Sektoren setzen und ESG-Kriterien berücksichtigen, können nachhaltige Renditen erzielen. Während sich der Investmentmarkt nur langsam erholt und weiterhin von makroökonomischen Unsicherheiten beeinflusst wird, bilden Immobilien einen verlässlichen Anker für ausschüttungsorientierte Investoren mit langfristigem Anlagehorizont", betont Müller abschließend. (aa)

Dieses Seite teilen