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Die neue Normalisierung

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Seit 2009 haben die Zentralbanken ihre Bilanzen auf beispiellose Art aufgebläht. Angesichts des weltweit verbesserten Wirtschaftsumfelds hat die Notwendigkeit einer „Normalisierung“ – Anhebung der Zinsen und Reduzierung der Bilanzen – zu einer vierten Welle des Tapering geführt.

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Sarasin wittert einige Exzesse bei US-Konsumentenschulden

Die US-Konsumschulden steigen absolut auf ein neues Hoch, relativ zum BIP sind sie stabil. Einige Exzesse gibt es offensichtlich bei Studenten- und Auto-Darlehen. Die Schulden könnten sich negativ auf die Konsumausgaben auswirken, meint Adolfo Laurenti, Global Economist bei Bank J. Safra Sarasin.

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Die Europäer sind daran gewöhnt, die Schulden in den USA mit einem Auge im Blick zu behalten, insbesondere nachdem der letzte kreditgeführte Boom-und-Bust-Zyklus die globale Finanzkrise ausgelöst hat. Die neuesten Nachrichten sind zum Teil auch beunruhigend.  Adolfo Laurenti führt aus: "Die Konsumentenschulden stiegen im 2. Quartal auf ein neues Hoch von 12,8 Billionen US-Dollar. Jedoch die gute Nachricht ist, dass die Haushaltsschulden im Vergleich zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) nicht weiter wachsen. Seit 2013 ist die Konsumentenverschuldung in Prozent des nominalen BIP bei etwa 66 Prozent bemerkenswert stabil geblieben."

Verschiebung bei den Schulden

Dennoch verbergen die aggregierten Daten einige erhebliche Verschiebungen in der Zusammensetzung der Schulden. Seit 2009 sind Hypothekenschulden, die circa zwei Drittel aller Schulden ausmachen, um etwa 5 Prozent gesunken. Ebenso sind Kreditkartenschulden um 7 Prozent gegenüber dem bisherigen Spitzenwert gefallen. Auf der anderen Seite stiegen die Autokredite um 55 Prozent, und am drastischsten mit 102 Prozent stiegen die Studentenkredite.

Studentenkredite sind jetzt die zweitgrößte Form der US-Haushaltsschulden

Dies sei ein besonders problematischer Trend, so Laurenti, da die Belastung dieser Kredite überproportional auf jüngeren Generationen liegt. Für Millennials wird die Schuldenlast ein wichtiger Faktor in vielen Lebenszyklusentscheidungen, wie der Gründung einer Familie, dem Kauf eines Hauses, dem Arbeitsplatzwechsel oder der Unternehmensgründung. 

Schwächere Kreditstandards?

Als eine unmittelbare Sorge, kann man sich fragen, ob der Anstieg der Auto- und Studenten Darlehen durch eine Schwächung der Kreditvergabe-Standards getrieben wurden, was das Kreditrisiko für einige Finanzprodukte erhöht. "Es gibt einige Hinweise auf eine Lockerung der Auto-Kredit-Standards zwischen 2010 und 2015, aber es scheint, sich teilweise in den letzten zwei Jahren umgekehrt zu haben. Insgesamt gibt es in diesem Segment des Marktes kein Gefühl der rücksichtslosen Kreditvergabe", meint Laurenti.

Zwei wesentliche Auswirkungen auf die Wirtschafts- und Marktaussichten

Erstens hätten die US-Haushalte noch etwas Potential, weitere Schulden für den Hauskauf aufzunehmen, allerdings sollten die bereits bestehenden Auto- und Kreditkartenschulden die Konsumentenausgaben begrenzen. Dies treffe insbesondere zu, wenn Löhne und Gehälter und damit die verfügbaren Einkommen nicht deutlich stiegen. Zweitens gebe es Segmente in der Verbraucherfinanzierung, welche anfällig für Schocks seien. Hier seien insbesondere Studenten- und Autokredite, aber auch möglicherweise Kreditkartenschulden zu nennen, gibt der Ökonom zu bedenken. (kb)

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