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Santander erfreut Tier-1-Anleihegläubiger, darunter Aramea

Aramea Asset Management hat bei einer Tier-1-Anleihe von Banco Santander vieles richtig gemacht, denn die spanische Bank hat die Anleihe vorzeitig gecallt. Bis dahin war die Kursentwicklung oftmals ein Wechselbad der Gefühle.

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© Bloomberg

Wie Aramea Asset Management ausgewählte Investoren informiert, habe man bei einer alten Anleihe der Banco Santander einen schönen Gewinn machen können. Was ist geschehen? Vor wenigen Tagen hat die Banco Santander, welche als systemrelevante und (aus Anleihegläubigersicht) sehr stabile Bank zu den Kerninvestitionen der Strategie von Aramea Asset Management gehört, eine Anleihe alten Formates gekündigt.

Dabei handelte es sich um eine Tier-1-Anleihe, welche ihre Anrechenbarkeit auf das Eigenkapital allerdings bereits vollständig verloren und somit für den Emittenten keinen Zweck zur temporären Stärkung des Eigenkapitals mehr hatte.

Die wichtigsten Eckpunkte der Tier-1-Anleihe von Banco Santander

Ein Kursanstieg, den jeder Anleihebesitzer sehen will
"Die logische Schlussfolgerung war diese Anleihe entsprechend vom Markt zu nehmen (Kündigung bzw. sog. Call). Die Kündigung erfolgt stets zu 100 und wird in 30 Tagen wirksam. Vor der Kündigungsnotiz notierte die Anleihe bei 91/92, was einem attraktiven Kursaufschlag entspricht", erklärt Andreas Meyer, Portfolio Manager bei Aramea Asset Management.

Variable Verzinsung und hoher Spread machten den Bond "besonders"
Zur Struktur ist eine weitere Besonderheit zu nennen. Es handelt sich hierbei um eine sogenannte Floater-Anleihe, die ihren Kupon regelmäßig an den Marktzins angepasst hat. Der sogenannte Spread (der Aufschlag zum Marktzins) lag bei sehr hohen 160 Basispunkten.

Das hat Auswirkungen: Fällt der Marktzins, sinkt auch der Kupon der Anleihe und somit auch der Kurs der Anleihe. "Wir bewegen uns also im stetigen Wechselbad der Gefühle zwischen geringer Kupon (ordentlicher Ertrag) vs. steigende Kündigungswahrscheinlichkeit (außerordentlicher Ertrag)", erklärt Meyer.

"Wir halten eine erhöhte Menge dieser Floater-Anleihen genau aus diesem regulatorischen Grund", betont Meyer in seiner Analyse. Zwar sind viele dieser Anleihen mit einem deutlich geringeren Spread ausgestattet, nichtsdestotrotz zeigt dies, dass Banken angehalten sind ihre Bilanzstrukturen sauber und nach den Vorgaben der Regulierungsbehörden zu strukturieren.

"Diese Anleihen erwirtschaften zwar keine/kaum ordentliche Erträge über einen erhöhten Kupon (dies ist z.B. bei Tier-2-Anleihen, neuen AT1/RT1-Anleihen oder Corp. Hybrids der Fall), allerdings können wir über die skizzierte Kursbewegung attraktive außerordentliche Erträge erwirtschaften, die weiterhin zu einer gewissen Marktunabhängigkeit führen. Wir halten diese Anleihe sowohl im Aramea Rendite Plus als auch im Aramea Rendite Plus Nachhaltig", erklärt Meyer in eigener Sache.

Alles in allem zeigt dieser Call (wenngleich er aufgrund des erhöhten Spreads durchaus wahrscheinlicher war, als ein Call der anderen CMS-Strukturen), dass die Ausnutzung der regulatorischen Sondersituation weiterhin Sinn macht. "In der letzten Präsentation haben wir vor allem ein neues Beispiel mit der Aegon NV aufgenommen. Hier wird diese Chance aus unserer Sicht mit einer Rendite p.a. von über sieben Prozent bis Ende 2025 am stärksten deutlich", erklärt Meyer abschließend. (aa)

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