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Saisonalitätsmuster: der Sommer gehört Biotechs und Pharmatiteln

Das deutsch-österreichische Fintech seasonax hat es sich zur Aufgabe gemacht, maschinengesteuert Saisonalitäten zu analysieren. Das reicht von Kalendereffekten wie dem "Sell in May"-Effekt bis zu intraday-Mustern von Indizes, Branchen und Einzeltitel. Im Fokus stehen dieses Mal Pharma-Titel.

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Dimitri Speck, Gründer von Seasonax und Head Analyst 
© interfoto

Tatsächlich zeigt eine Untersuchung der Kalendereffekte, dass der Monat Juli performancetechnisch Biotechs und Pharmaunternehmen gehört. Dabei wäre man als Laie, der den Kalendereffekt nicht systematisch wie Dimitri Speck und sein Team bei seasonax untersucht, versucht zu glauben, dass Pharma vor allem im Winter dank steigender Nachfrage nach Medikamenten profitiert. Warum läuft die Branche aber gerade im Juli so stark? Um das zu ergründen, lohnt sich ein genauer Blick. 

Bekannte Treiber von saisonalen Mustern bei Biotechs und Pharmaceuticals
Natürlich gibt es Jahreszeiten, wo die Nachfrage nach bestimmten Pharmaprodukten höher ausfällt beziehungsweise dann auch wieder geringer ist. So steigt etwa der Absatz der Anti-Grippe-Mittel etwa dann, wenn es Herbst auf der Nordhalbkugel wird. Andererseits wird etwa die Nachfrage nach Antihistaminika im April oder Mai zur Heuschnupfensaison zunehmen. Diese Trend sind in den USA von höherer Relevanz als in Europa, da die Werbung für Pharma-Produkte in Europa stärkeren Restriktionen als in den USA unterliegt.

Jedoch sind diese Trends in beiden Märkten relevant und von hoher Signifikanz in Bezug auf strategische Marketing-Entscheidungen. Diese Trends zu kennen, ist für Vermarkter von Pharma-Produkten essentiell. Dazu gibt es einige Studien, die den Erfolg von pharmazeutischen Produkten in Bezug auf deren Markteintritt und saisonale Verkaufsspitzen beleuchten. Zu nennen sind hier Cortjens et al. (2005) sowie Bauer & Fischer aus dem Jahr 2000 in "Produktlebenszyklus und Wettbewerbsdynamik".

Hier fokussiert sich Dimtri Speck auf den Monat Juli und darauf, was die Aktienkurse dieser Branche genau zu dieser Zeit im Jahr nach oben treibt. In Übereinstimmung mit Fischer, Leeflang und Verhoef (2010) erreichen qualitativ hochwertige Marken ihren Absatzhöhepunkt früher als die Wettbewerber und können zudem diese Periode mit hohen Absatzzahlen länger aufrechterhalten.

Die Studie merkt an, dass ein entscheidender Faktor das Datum der Publikation der klinischen Studien ist. Diese werden traditionell im Juli und August publiziert. Neben der Vorstellung neuer Produkte wird zu dieser Zeit eine hoch wirksame PR-Arbeit für die Biotech- und Pharma-Industrie geleistet. Dieser Newsflow führt zu Begeisterung bei den Investoren, was sich dann in steigenden Notierungen niederschlägt. 

Beispiele gefällig?
US-Unternehmen zeigen starke saisonale Muster, hat doch Werbung und PR einen stärkeren Einfluss auf dem Markt als etwa im regulierteren Europa. Mit Hilfe der neuen Web-Applikation kann man beispielsweise einige Player in der Biotech/Pharma-Industrie analysieren. Einige Beispiele zeigen unglaublich starke saisonale Muster. Die 1980 gegründete Celgene Corporation ist auf die Entwicklung von Anti-Krebsmedikamenten und Erkrankungen des Immunsystems spezialisiert. Mit 7.500 Angestellten werden 13 Milliarden US-Dollar generiert. 

Hoher saisonaler Effekt bei Celgene

Celgene konnte über zehn Jahre eine kumulierte Juli-Performance von 151,05 Prozent erzielen.

Quelle: app.seasonax.com

Amgen kann es gleich gut
Die zweite US-Aktie ist mit eine kumulierten Anstieg von 152,82 Prozent zwischen jeweils dem 3. Juli und dem 2. August über die letzten zehn Jahre die größte Biotechnologiefirma der Welt: Amgen. Hier erwirtschaften 18.000 Arbeitnehmer 23 Milliarden US-Dollar Umsatz. Das zeigt der folgende Chart:

Quelle: app.seasonax.com

Nur im Juli 2011 gab es einen Verlust, in allen anderen neun Fällen ein - meist deutliches - Plus.

Andere identifizierte Aktien sind Regenron und Alexion Pharmaceuticals
Diese Firma ist auf die Herstellung monoklonaler Antikörper spezialisiert und macht damit fast sechs Milliarden US-Dollar Umsatz. Kumuliert über die Monate Juli in den letzten zehn Jahren stehen hier 236,07 Prozent Performance zu Buche. Bei Alexion Pharmaceuticals, der Trading-Aktie des Monats bei seasonax, sind es kumuliert 214,95 Prozent, wobei es in keinem Jahr dieser Dekade ein negatives Juli-Ergebnis zu berichten gab. Alexion ist auf seltene Krankheiten fokussiert. "Hier haben wird das stabilste saisonale Muster entdeckt", sagt Speck.

Nicht nur eine Erfolgsgeschichte von Einzelaktien
Wer wissen möchte, ob nur einige ganz wenige Aktien wie die hier vorgestellten im Biotech- und Pharma-Sektor über diese Juli-Anomalie im Kursbild verfügen oder ob es sich dabei um ein breiter angelegtes Phänomen handelt, dem sei die seasonax-App empfohlen. Hier bietet sich zur Analyse der NASDAQ Biotechnology Index an, um zu sehen. ob hier ein generelles Branchen-Muster vorliegt. Und siehe da, hier sieht der Kursverlauf über die letzten zehn Kalenderjahre ähnlich wie bei den vorgestellten Einzeltiteln aus.

NASDAQ Biotechnology Index: kumuliert über zehn Juli-Zeiträume 110,34 Prozent

Man könne daher von einem generellen Trend in diesem Bereich sprechen, so Dimitri Speck, und das in einem Monat wie dem Juli, der ansonsten eher Kopfzerbrechen bereitet habe. Auch 2018 sei keine Ausnahme gewesen, diese habe es 2014 mit einem leichten Monatsminus gegeben. 

Speck abschließend: "Solche Formen der Saisonalität, klug aneinander gereiht, können aggregiert eine eindrucksvolle Jahresperformance ergeben, ohne dass man den klassischen Mustern der Aktienmärkte, denen man bei klasischem Buy-and-Hold über das ganze Jahr ausgesetzt ist, folgen muss." Wer seine eigenen saisonalen Analysen anstellen möchte, sollte sich app.seasonax.com ansehen und die freien Features dort nutzen. (kb)

 

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