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Saisonalität kommt weitaus öfter vor als oft vermutet

Die meisten Investoren denken bei saisonalen Kursverläufen naheliegenderweise an Rohstoffe. Es ist etwa sofort einleuchtend, dass Weizen nach der Ernte günstiger ist als davor. In den Finanzmärkten gibt es aber weitaus mehr Zusammenhänge. Viele davon sind kaum bekannt, können aber genutzt werden.

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Dimitri Speck, Gründer und Head Analyst von Seasonax, stellt bei der Untersuchung saisonaler Muster fest: "Die typischerweise zum Jahresende auftretende Kursbewegung des Dollars hat einen steuerrechtlichen Grund."
© Seasonax

Es gibt Saisonalität, aus fundamentalen Gründen und empirisch überprüft, bei Indizes, Aktien,  Währungen, Rohstoffe und  Anleihen. Apropos Währungen: Wie sieht es mit saisonalen Mustern beim US-Dollar eigentlich aus?

US-Dollar fällt typischerweise zum Jahresende – und steigt danach gleich wieder
Der folgende Chart illustriert den saisonalen Verlauf des US-Dollar-Index. Es handelt sich nicht um einen gewöhnlichen Chart, wie er überall anzutreffen ist. Vielmehr zeigt der saisonale Chart den durchschnittlichen Verlauf des Dollar-Index abhängig von der Jahreszeit. Die horizontale Achse weist den Zeitpunkt im Jahr aus, die vertikale den Durchschnitt der vergangenen 52 Jahre. Man sieht also auf einen Blick, wie der Dollarkurs jahreszeitlich verläuft.

US-Dollar-Index, saisonaler Verlauf, ermittelt über 52 Jahre
Der Dollar fällt typischerweise zum Jahresende.

Quelle: Seasonax

Mit blauem Hintergrund markiert sind die saisonale Phase zum Jahresende, in der der US-Dollar tendenziell fällt. Diese Phase beginnt am 20. November und endet am 31. Dezember.  Wie leicht zu ersehen ist, steigt danach der Kurs des US-Dollar typischerweise wieder an. Wenn man sich den Chart ganz genau ansieht, kann man feststellen, dass das Drehen genau zum Jahreswechsel erfolgt. Das ist sehr auffällig, dafür muss es einen speziellen Grund geben. 

Abschwächung des US-Dollars zum Jahresende ist kein Zufall
Der durchschnittliche Ertrag der Phase zwischen dem 20. November und dem 31. Dezember liegt bei -0,90 Prozent – ein ordentlicher Wert, denn Währungen schwanken weit weniger als beispielsweise Aktien. Das nachfolgende Balkendiagramm zeigt Ihnen die Preisentwicklung für die Jahre ab 1967 in der Phase zwischen dem 20. November und dem 31. Dezember.

US-Dollar-Index
Ertrag in Prozent zwischen dem 20. November und dem 31. Dezember, in einzelnen Jahren seit 1967

Quelle: Seasonax

Die grünen Balken repräsentieren die Anstiege, die roten die Kursrückgänge. Letztere dominieren in Anzahl und Ausmaß. Das verdeutlicht, dass nicht nur wenige Ausreißer die im Chart sichtbare saisonale Schwäche zum Jahresende genierten. Doch woher kommt diese Schwäche des Dollars?

Grund für die US-Dollar-Schwäche zum Jahresende
Das Drehen des US-Dollar genau zum Jahreswechsel ist bereits ein Hinweis auf den Grund dieses saisonalen Musters: Es muss mit dem kalendarischen Jahresende zusammenhängen. Und was ist am Jahresende? Der Bilanz- oder Steuerstichtag! Der Rückgang des Dollars zum Jahresende hängt mit dem amerikanischen Steuerrecht zusammen. Viele amerikanische Unternehmen sparen Steuern, indem sie zum Bilanzstichtag am Jahresende möglichste geringe Beträge ausweisen. Da kann es sich lohnen, Gelder auf die Konten ausländischer Tochtergesellschaften zu überweisen. Das dadurch entstehende zusätzliche Angebot an US-Dollar bleibt natürlich nicht ohne Folge für den Wechselkurs. Daher fällt der US-Dollar typischerweise zum Jahresende. Nach dem Jahreswechsel wendet sich das Blatt sofort. Die Unternehmen transferieren ihre Gelder wieder zurück.

Seasonax-App hilft bei der Mustererkennung
Saisonalität gebt es also nicht nur bei Rohstoffen, sondern auch bei vielen anderen Instrumenten wie etwa Währungen, und das oft aus starkem fundamentalem Grund. Wer wissen möchte, wie bestimmte Anlageinstrumente saisonal verlaufen, kann dies mit wenigen Klicks auf www.app.seasonax.com herausfinden. Als Institutioneller Anleger nutzt man am besten die Seasonax-App in Bloomberg oder Thomson Reuters Eikon. (kb)

 

 

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