Rüstungsindustrie: Politik mischt sich ein, zerstört Shareholder Value
Donald Trump möchte direkten Einfluss auf die US-amerikanische Rüstungsbranche nehmen und über elementare Dinge wie Kapitalrückkäufe, Dividendenausschüttungen, Investments oder auch die Höhe der Managementgehälter entscheiden. Beobachter sehen darin Anflüge einer sowjetischen "Kommandowirtschaft".

US-Präsident Donald Trump soll laut einem Bloomberg-Bericht mit einer Executive Order die Rüstungsindustrie dazu drängen, Ausgaben für Aktienrückkäufe und Dividenden deutlich zu senken und stattdessen massiv in Infrastruktur und die Waffenproduktion zu investieren.
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Einem Insider zufolge fordert der Erlass von den großen Rüstungskonzernen, Aktienrückkäufe und Dividendenausschüttungen im Zusammenhang mit öffentlichen Aufträgen einzustellen und zugleich ihre Produktionskapazitäten auszubauen. Die über den noch nicht veröffentlichten Erlass informierte Person bat gegenüber Bloomberg darum, anonym zu bleiben.
Trump hat bereits am Mittwoch in sozialen Medien öffentlich an die Unternehmen appelliert, künftig mehr Geld in die Entwicklung neuer Waffensysteme und weniger in die Ausschüttung an Aktionäre zu stecken. Nach seinen Worten will er verhindern, dass Dividenden gezahlt oder eigene Aktien zurückgekauft werden, bevor nicht mehr in Produktion und Forschung investiert wird. Zudem strebt er eine Begrenzung der Managergehälter auf fünf Millionen Dollar pro Jahr an, bis die geforderten Maßnahmen umgesetzt sind.
Die Verteidigungsunternehmen, so Trump, “zahlen derzeit riesige Dividenden an ihre Aktionäre und führen massive Aktienrückkäufe durch – zum Nachteil und auf Kosten von Investitionen in Anlagen und Ausrüstung.” Er stellte klar: “Diese Situation wird nicht länger erlaubt oder toleriert!” (aa)


