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Jim Rogers ist pessimistisch: "Eine gute Zeit, um alt zu sein"

Die enormen Schuldenberge lassen sich von den Staaten kaum mehr abbezahlen, sagt Investor Jim Rogers. Langfristig rechnet er mit einer steigenden Inflation - und mit einer wachsenden Bedeutung von digitalen Devisen.

Hedgefonds-Legende Jim Rogers
Hedgefonds-Legende Jim Rogers
© Bloomberg

Die Modern Monetary Theory, kurz: MMT, geht von der Prämisse aus, dass Staaten ihre Schulden nicht mehr auf klassischem Wege abbauen, sondern über Inflation. In den USA könnte diese Theorie bald in der Praxis getestet werden, glaubt Investment-Guru Jim Rogers. "Die neue Finanzministerin und die US-Notenbank lieben es, Geld zu drucken. Deshalb werden die USA diesen einfachen Weg einschlagen", sagte er der "Neuen Zürcher Zeitung" (NZZ). Andere Länder würden folgen.

Das Problem: Der einfache Weg wird am Ende nicht funktionieren. Die Leidtragenden dieser Politik sind laut Rogers die nachfolgenden Generationen. "Wir leben in keiner guten Zeit, um jung zu sein. Das ist eine gute Zeit, um alt zu sein", sagte der Investor der Zeitung.

Erst kommt die Deflation
Auch wenn die Coronakrise den Einfluss der Geldpolitik auf die Teuerungsrate noch verschleiert: Historisch gesehen habe starkes Gelddrucken und eine solche Schuldenwirtschaft immer zu Inflation geführt, erklärte der Investor. Bevor das Preisniveau anziehen wird, sollte man sich aber Sorgen um die Weltwirtschaft machen. "Wenn die Blase größer wird – und das scheint der Fall zu sein –, dann wird sie letztlich platzen", prognostizierte Rogers. Das könne bereits in diesem oder im nächsten Jahr der Fall sein – und dann werde es neue wirtschaftliche Probleme geben. "Im Anschluss könnte die Wirtschaft in eine deflationäre Entwicklung rutschen", so der Investor. Erst danach würde die Inflation ansteigen.

Ob Investments in Bitcoin da Abhilfe schaffen können? "Ich habe nie in Kryptowährungen investiert. Aber ich wünsche, ich hätte es getan", bekennt Rogers. Dennoch sei zu berücksichtigen, dass zahlreiche Kryptowährungen längst wieder verschwunden sind und viele Menschen sehr viel Geld verloren haben, nicht zuletzt aufgrund von Betrug. "Auch wenn ich es hasse: In Zukunft wird alles Geld digital sein", ist Rogers gewiss. (fp)

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