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Rogoff zu Bitcoin: "Regulierer müssen aufwachen, bevor es zu spät ist"

China und Südkorea wollen Kryptowährungen schärfer regulieren. Für den Harvard-Professor und Ex-IWF-Chefökonomen Kenneth Rogoff ein wichtiges Signal – doch Anleger könnten viel Geld verlieren.

Kenneth Rogoff, ​Harvard-Professor und Ex-Chefökonom des Internationalen Währungsfonds (IWF)
Kenneth Rogoff, Harvard-Professor und Ex-Chefökonom des Internationalen Währungsfonds (IWF)
© Bloomberg

Langsam ist der Hype vorbei: Global schauen Finanzexperten und Regierungen immer kritischer auf die Kryptowährungen. Das liegt auch daran, dass Bitcoin und Co. zuletzt häufiger in kriminelle Machenschaften wie die Erpressung via Ransomware verwickelt waren. Ransomware ist eine Art Erpressungstrojaner, der vor allem firmeneigene Computersysteme so lange lahmlegt, bis Lösegeld, oftmals in Kryptowährungen, gezahlt wird. "Schwer nachverfolgbare anonyme Kryptowährungen bieten ideale Möglichkeiten für Steuerhinterziehung, Verbrechen und Terrorismus", äußert Kenneth Rogoff in einem Gastbeitrag für "Euro am Sonntag". Der Harvard-Professor und Ex-Chefökonom des Internationalen Währungsfonds (IWF) findet "dass sich Banknoten mit hohem Nennwert dagegen vergleichsweise harmlos ausnehmen." 

In der jüngsten Vergangenheit gab es einige prominente Opfer von Angriffen mit Ransomware. Erst vergangenen Monat legte eine Cyberattacke die Colonial Pipeline lahm – die größte Rohölverbindung der USA, die von Houston im Bundesstaat Texas bis nach New York führt. Der Angriff sorgte für Versorgungsengpässe im Osten der USA und trieb die Benzinpreise massiv in die Höhe, bis die Betreiber der Pipeline den Hackern ein Lösegeld von fünf Millionen Dollar in Bitcoins zahlten. Finanzexperte Rogoff hält die Vorstellung, Kryptowährungen könnten bloß ein "unschuldiger Wertspeicher sein", schlichtweg für naiv. Wer etwa versucht, illegale Einnahmen aus Drogengeschäften zu waschen oder harte Kapitalkontrollen in China zu umgehen, bezahlt im Darknet mit Kryptos.  

Harte Zeiten für Kryptos 
Je länger sich Regulierungsbehörden zurückhalten, umso schwieriger dürfte es werden, die digitalen Coins unter Kontrolle zu bringen, die es dringend braucht. Für Rogoff ist klar, dass "sich die Ransomware-Angriffe gegen eine wachsende Zahl von Unternehmen und Einzelpersonen als der Wendepunkt erweisen, an dem die Regulierungsbehörden endlich Rückgrat zeigen und eingreifen." Das ist für Anleger, die Ersparnisse in Kryptowährungen investiert haben, keine gute Nachricht.  

So haben die Regierungen Chinas und Südkoreas bereits begonnen, aktiv gegen Kryptowährungen vorzugehen. Noch ist allerdings unklar, wie konsequent. "In den USA hat die Finanzlobby eine diesen Namen verdienende Regulierung digitaler Vermögenswerte bisher relativ erfolgreich verhindert", sagt Rogoff. Der Havard-Professor fährt eine harte Linie und fordert: "Regulierungsbehörden müssen aufwachen, bevor es zu spät ist." (fp) 

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